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Donnerstag, 22. Januar 2015

Asperger und die Wertschätzung

Wer arbeitet, der arbeitet meist nicht für sich. Immer ist es für andere. Für die Firma. Doch die Firma ist nicht ein seelenloses Wesen, sondern besteht aus Menschen. Diese Menschen wollen Anerkennung. Wertschätzung für das was sie tun. Auch wenn sie am Ende des Monats ihren Lohn für die Arbeit bekommen, so ist Lob und Dankbarkeit dennoch wichtig. Ich denke, dass zeichnet den Menschen auch aus. Ihm ist es wichtig, wahrgenommen zu werden. Er will dazu gehören. Will ein Teil von etwas Grösserem sein.
Nur, was passiert, wenn einem das nicht widerfährt? Wenn man das Gefühl hat, man ist einfach da. Wird nicht beachtet. Nicht so beachtet, wie man es gerne hätte. Keine Wertschätzung. Wieso auch? Die NT's zuerst. Das ist halt so. Sie schauen zu ihrer Art nicht zu der unsrigen. Was ein NT's macht hat mehr Wert und ist wichtiger, als das was ein Autist macht. Da sind sie ja schon froh, wenn et überhaupt was macht. Aber stimmt das überhaupt? Ich denke nein. Denn die NT's sind ja auch nicht alle gleich. Einige können etwas. Vermögen etwas zu erreichen. Andere nicht. So ist es doch auch mit uns. Einige können und wollen. Andere eben nicht.
Nur, es besteht halt dennoch ein Unterschied. Ich komme mir oft komisch vor. Nicht verstanden. Nicht angehört und ernst genommen. Nicht wertgeschätzt. Da bringen Erklärungen auch nichts. Denn ich sehe ja, wie die NT's die NT's behandeln. Das ist was anderes. Ich frage mich oft, wieso ich das nicht kann und nicht in dem Masse bekomme wie sie. Denn wenn sie was wollen, kriegen sie es. Wenn ich was will. Nein. Wenn ich sage, das mir was nicht passt. Pech. Durchhalten. Wenn aber einem NT's was nicht passt wird es sofort geändert. So jedenfalls kommt es mir vor. Und für mich zählt nur, wie es für mich ist. Niemand weiss, wie es für mich ist. Also sind Erklärungen sinnlos. Denn ich sage ja was mir nicht passt oder ich brauche. Was daran so schwer zu verstehen ist, das weiss ich auch nicht.
Wertschätzung ist für die NT's wichtig. Nun nur für die NT's? Nein, auch für uns. Wir sind genau so Menschen wie sie. Auch wenn wir nicht so sind wie sie, so sind wir doch Menschen. Das, so denke ich, vergessen sie immer mal wieder. Sie sehen in uns die Autisten. Nicht die Menschen. Auch wenn sie es immer wieder behaupten. Es stimmt nur dann, wenn sie nicht wissen, das wir Autisten sind. Sonst ist die Grenze gesetzt. Sie entsteht sobald das gegenüber weiss, das wir Autisten sind. Das jedenfalls erlebe ich immer wieder.
Zu Beginn war es noch spannend zu sehen wie sie reagieren. Aber nach all den Jahren, nein. Es ödet mich an, immer nur der Autist zu sein. Klar ich kann nie ein NT's sein. Aber so behandelt werden, das wäre auch mal was. Respekt und Wertschätzung. Das bekommen nur die NT's. Sie hören sich zu. Sie streiten. Sie gehen aufeinander ein. Sie verstehen sich. Irgendwie. Uns, mich? Nein.
Nur, was bleibt anderes übrig, als es so hinzunehmen wie es ist. Etwas sagen? Nun, das habe ich aufgegeben. Das bringt nichts. Energie die ich anders besser gebrauchen kann. Nur, ich frage mich manchmal, was das soll. Wo genau der Unterschied ist. Was genau der Unterschied ist. Vom Autisten um NT? Ist es wirklich nur die Kommunikation, Gestik, Mimik? Oder ist da noch was anderes?