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Samstag, 16. Januar 2016

Asperger und das Ich

Wenn ich durch eine Stadt gehe, dann sehe ich viele Menschen mit Kopfhörer. Sitze ich im Zug, sehe ich Menschen die auf ihr Smartphone schauen. Sie sind mit allem anderen beschäftigt ausser mit sich. Sie lenken sich ab. Viele Menschen lassen den ganzen Tag das Radio laufen oder am Abend den Fernseher. Sie können nicht mit sich sein. Das eigene ICH ist ihnen fremd. Unheimlich. Sie wissen nicht wer sie sind. Was sie sind. Sie sind einfach.
Das Beschäftigen mit dem eigenen Ich ist so eine Sache. Zu Beginn ist es befremdlich. Aber mit der Zeit entdeckt man Dinge an und in sich, die man nie erkannt hatte.
Dazu gehört, dass ich mich auf mich selber verlassen kann. Das ich auf mich höre. Das ich nicht immer Stimmen und Ablenkung brauche. Denn die Ruhe die der Mensch sucht, die kommt von Innen und nicht von Aussen. Aber sie suchen die Ruhe im Aussen. Suchen und finden sie nicht.
Autisten scheint dies leichter zu fallen. Ich kann einfach da sitzen und scheinbar nichts tun. Brauche keine Ablenkung. Nichts. Das empfinden die NT als komisch. Ist es aber nicht. Ihr Verhalten ist komisch. Sie brauchen immer Aufmerksamkeit. Ich nicht. Ich kann einfach eine Stunde auf meinem Sofa sitzen und denken. Im Dunkeln. Kein Problem. Meditieren. Wieso auch nicht? Dazu brauche ich keinen Lehrer. Denn, wer kann sich selber besser kennenlernen, als das eigene Ich? Es gibt Wege und Methoden die beschrieben sind. Diese sind gut. Diese sind ideal. Doch die Frage ist, passen die zu einem selber? Meistens eben nicht. Und, alles ist mit Arbeit verbunden. Das eigene Ich zu erforschen ist Arbeit. Man muss sich bemühen. Konzentrieren. Sein Leben ändern. Dem neuen Empfinden anpassen. Nur so hat man was von sich.
Der Lärm und die Hektik der Aussenwelt bleiben so draussen. Sie dringen nicht an in einem. Sie sind und sie sind eben nicht. Alles kommt und geht. Mit diesen Gedanken ist es einfacher sich selber zu erkennen. Aber auch das Aussen.
Nun, das klingt alles schön und auch esoterisch. Ist es aber nicht. Es ist einfach so, dass ich mich oft frage, wer und was ich bin. Wie kann ich mehr über mich erfahren. Ohne Rituale. Ohne Bücher. Ohne Sekte und weiss nicht was die Menschen alles noch brauchen. Das Einzige was ich brauche um mich zu entdecken, ist das eigene Ich. Im Grunde genommen einfach, aber dennoch schwer.
Die NT fürchten sich davor. Sie wollen das nicht. Nun, sie kommen mir oft so vor, als ob sie nur an sich denken. Nur das begreifen, was sie geistig erfassen können. Mehr nicht. Alles ist immer langsam. Muss x Mal gesagt werden. Sie sind sich nicht bewusst das all die Ablenkungen die sie brauchen, ein Grund sind, wieso sie so langsam sind. Sie sind gehemmt in dem was sie wirklich könnten. Ein Genie ist nicht besser als die anderen. Nur sein Geist ist freier. Nicht gefangen in all der Ablenkung. Dem was "Man" tun muss. Was "Man" haben muss. Ein Genie tut das, was es tun muss. Was es kann. Es verlässt sich auf sich selber und seine Fähigkeiten. Jeder kann ein Genie sein. Nur, die wenigsten erkennen das. Hat das mit dem IQ zu tun? Sicher auch. Aber nicht nur. Das eigene Ich ist der Schlüssel dazu.
Nur, ich denke die wenigsten NT wollen sich erkennen. Wollen mit sich sein. Sie wollen mit ihrem Smartphone sein. Wollen Ansehen von anderen NT. Wollen Geld und Ruhm. Ich nicht. Mir reicht das Geistige. Das Ich. Nun, das ist sicher einer der grossen Unterschiede von NT und Autist. NT sind gegen Aussen, wir gegen Innen. Das ist meine Theorie. Ob sie stimmt, weiss ich nicht. Aber ich denke, der Welt täte ein wenig mehr Ruhe und Gelassenheit gut. Diese beginnt bei seinem eigenen Ich.