Dieses Blog durchsuchen

Translate

Samstag, 30. Januar 2016

Asperger und das Autistengerechte

Das ist nicht Autisten gerecht. Diesen Satz höre und lese ich immer mal wieder. Doch was ist Autisten gerecht? Ist es die völlige Abschottung von allem? Ist es das vollständige Rücksichtnehmen? Ist es das alle Probleme werden durch andere gelöst?
Nun, für mich als Autist ist es einfach. Ich will als Mensch wahrgenommen werden. Will nicht anders behandelt werden als ein NT. Denn, wenn einem alles abgenommen wird, erkennt man nicht was das Leben ist. Was das Sein ist. Ja, man vermag sein Leben nicht selber zu leben. Denn andere bestimmen. Das kann nicht das Ziel sein. Jedoch meinen viele Autisten, das sich die NT ihnen anpassen müssen, weil sie eben Autisten sind. Umgekehrt ist es aber auch so, das NT nicht wissen wie mit Autisten umgehen. Sie sind zu vorsichtig. Dabei ist es doch einfach. Ich behandle die Menschen so, wie ich behandelt werden möchte. Ich bestehe nicht darauf, das sie alle nur wegen mir ändern müssen. Das ich nur das volle Leistung bringen kann. Das Selbe könnten ja die NT auch sagen. Nur, sie können sich einfügen. Nach den Regeln leben und arbeiten die gegeben sind. Diese Regeln sind es doch, die vielen Autisten auch Mühe mache. Sie verstehe sie nicht. Es ist auch nicht so, dass ich alle verstehe. Aber ich versuche sie zu verstehen und nach ihnen zu leben. Das erspart mir viele Probleme. Und, ich kann so selbstständig leben. Genau wie ein NT.
Das Autistengerechte gibt es nicht. Jeder Mensch ist anders. Wie sollen die NT also Autisten gerecht handeln, wenn jeder seinen eigene Vorstellung hat, was er braucht und was nicht. Das geht nicht. Es gibt Regeln. Regeln die verhindern dass jeder einfach tun und lassen kann, was er will. Das aber genau das ein Problem für viele Autisten ist, weiss ich auch. Ich kenne das nur zu gut. Ich kann das nicht, weil ich Autist bin. Auch diesen Satz haben ich schon oft gehört. Wieso nicht einfach sagen, ich versuche es, weil ich Autist bin. Autismus ist eine Bezeichnung der NT. Sie definiert, das solche Menschen Probleme mit der Kommunikation haben. Das sie in sich gekehrt sind. Andere nicht anschauen. Nur, gibt das einem das Recht, das sich alle anderen einem anpassen müssen? Das man tun und lassen kann, was man will? Nein, sicher nicht.
Ich jedenfalls sehe immer den Menschen. Egal ob Autist oder NT. Versuche herauszufinden wo das Problem sein könnte. Versuche aber nicht, eine Person zu ändern, oder das sie sich mir anpassen muss. Für mich gibt es das Autistengerechte einfach nicht. Es geht doch darum das man leben und arbeiten kann. So das am sich wohl fühlt. Wenn das mal nicht der Fall ist, so sollte man selber herausfinden, wo das Problem liegt. Wenn das nicht gelingt, einen Coach mit einbeziehen. Versuchen anders zu denken. Und nicht auf der eigenen Meinung beharren. Das gilt auch für die NT. Die sind auch nicht perfekt. Auch sie haben Probleme. Sie können sich auch nur sich selber vorstellen. Das was sie wollen. Wenn dann die zwei Welten Autismus und NT aufeinander treffen, kann es zu Problemen führen. Der eine versteht den anderen nicht. Wer passt sich wem an? Nun, ich finde, keiner. Man muss gemeinsam eine Lösung finden. Muss gemeinsam herausfinden, wie man zusammen arbeiten kann. Leben kann. Das das nicht einfach ist, weiss ich nur zu gut. Es braucht Jahre um zu erkennen. Erkennen, dass man auch mal verzichten muss. Auch mal nachgeben. Nicht immer nur darauf bestehen was man will und was einem Spass macht. Es geht nicht immer nur um einem. Es geht doch oft um mehr. Um die Familie, die Firma. Es ist ein Geben und Nehmen. Nicht einfach. Besonders in so einer Welt wie heute, wo sich alles immer nur im das eigene ICH dreht. Wo der Mensch nur noch auf sich selber fokussiert ist.
Für mich ist Autisten gerecht, wenn ich ernst genommen werde. Als Mensch. Wenn nicht immer gesagt wird, das ist halt so weil er ein Autist ist. Wenn ich als Mensch wahrgenommen werde. Dabei spielt es keine Rolle ob im Privaten oder auf Arbeit. Mensch sein ist nicht immer einfach. Besonders, wenn man anders ist. Wenn man sich selber oft nicht versteht. Aber wer tut das schon? Wissen die NT wer sie sind? Eher was sie sind und besitzen. Also ist die Sache nicht einfach. Aber ich denke, wenn jeder den anderen so akzeptiert wie er ist, so wird es für alle einfacher. Wenn man erkennt, dass sich nicht immer alles um einem selber dreht, so wird das Leben leichter. Und, man muss etwas geben, damit man etwas erhält. Das ist mein Motto. Denn, von Nichts, kommt Nichts. Geben und Nehmen. Viele tolle Sprüche, aber sie zu verstehen und zu leben, ist nicht einfach. Es ist nicht einfach das Denkschema Autist-NT loszulassen und nur noch im Schema Mensch zu denken. Die Menschen brauchen etwas an dem sie sich geistig festhalten können. Das sie definiert. Das ihnen das Gefühl gibt, speziell zu sein. Anders.