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Dienstag, 5. Januar 2016

Asperger und das nichts tun

NT denken, wenn sie einen Autisten sehen, dass er nichts tut. Einfach nur ist. Nun, das mag auf einen NT zutreffen. Autisten tun eben nicht nichts, sondern leben in ihren Gedanken. Denken. Nur, das die Welt daran eben keinen Anteil hat.
Die NT denken weniger und tun mehr. Das heisst, sie leben in der sichtbaren Welt. Sie tun. Also gehen sie davon aus, das auch wir so sein müssten wie sie. Verstehen tun sie nicht, dass es Menschen gibt, die viel tun, aber es einfach nicht sichtbar wird. Die viel erkennen und auch Lösungen haben, sie aber nicht mitteilen. Sie nicht umsetzen.
Die Kunst besteht doch darin, genau das zu tun. Das Gedachte zu schreiben, zu sagen, zu tun. Daran arbeite ich. Ich weiss, dass ich sehr viel Ideen und Gedanken im Kopf habe. Vieles erkannt habe. Aber ich teile dies nicht. Wenn, dann nur mit Wenigen. Wie meiner geliebten Frau. Ihr sage ich ab und zu was. Aber auch nicht so viel. Ich weiss auch nicht, was mich immer wieder daran hindert einfach nur zu denken, es aber nicht umzusetzen. Nicht zu sagen. Vielleicht ist das eben ein Teil des Autismus. Viel denken und wenig tun. Mag sein. Ich weiss es nicht.
Das nichts tun, was viele NT so gerne tun, mag ich nicht. Ich muss immer was tun. Einfach nur sein, ist nicht mein Ding. Wenn ich nicht arbeite, dann denke ich. Dann versuche ich meine Gedanken aufzuschreiben. Versuche. Aber gelingen tut mir dies oft nicht. Denn meine Gedanken sind schneller als ich von Hand schreiben kann. Ja, ich schreibe sie von Hand auf. Nur so kann ich einigermassen schnell schreiben. Aber eben, auch das reicht oft nicht aus. Also lasse ich es, und denke nur.
Nichts tun, ist so eine Sache. Ich meine, was ist das überhaupt. Kann ein Mensch überhaupt nichts tun? Was ist dieses NICHTS? Ich weiss es nicht. Nichts tun, ist für mich gleich tot sein. Also wirklich nichts. Aber das meinen die NT sicher nicht damit. Sie meinen einfach nicht arbeiten oder der Alltag leben. Wobei, was ist am Alltag so schlimm? Gibt es den überhaupt? Oder ist es einfach immer nur Tag? Nun, für mich ist es immer nur Tag. So ist es einfach für mich. Wieso sollte ich in Wochentage denken? Monate. Die kommen und gehen. Veränderung. Also lasse ich es lieber. Für mich hat jeder Tag, Monat eine Farbe. Ich denke in Farben, nicht in Tage. Aber das ist was anderes.
Zurück zum Thema. Nichts tun ist also nichts für mich. Naja, auch ich habe mal gerne meine Ruhe. Keine Menschen, ausser meiner Frau, keinen Lärm, keine Hektik. Nichts. Aber das ist für mich Äusseres. Nicht Inneres. Für mich aber ist das Innere wichtig. Nicht das was ich mit den Händen tue, sondern eben mit dem Kopf. Auch wenn ich nur da sitze. Nicht spreche und mich auch nicht bewege, so heisst das eben nicht, das ich nicht nichts tue. Dann tue ich sehr viel. Ich denke nach. Suche in meiner Welt nach Lösungen. Versuche zu erkennen. Wenn ich dann gestört werde, ist das jedesmal ein kleiner Schock. Dann bricht die Realität wieder über mich herein. Auch wenn ich die Welt sehen kann, so nehme ich sie in so einem Zustand eben nicht wahr. Komisch nicht? Nun, für NT ja, für mich nein. Ich frage mich eher, wie die immer zu die Welt wahrnehmen können. Werden die nicht wahnsinnig dabei? Ich jedenfalls würde es werden. Ab dem vielen MÜSSEN und WOLLEN. Nein, da ist mit mein nichts tun lieber. Gegen Aussen das nichts tun.
Nun, das geht auf Arbeit ja nicht. Da kann ich nicht einfach dasitzen. Aber ich kann es eben doch. tue dies auch. Da wo ich arbeite geht das eben. Nur, es muss auch was für die NT dabei sein. Muss mit meiner Arbeit zu tun haben, das was ich denke. Sonst wäre ich am falschen Ort. Meine Arbeit besteht zum Glück grössten Teils aus denken und planen. Also genau richtig für mich. Einfach nur tun, das wäre nicht mein Ding. Ich muss denken. Das ist mein Ding. Probleme lösen. Sonst ist mein Gehirn unterfordert. Nichts tun, ist für mich nicht gut. Denn das würde ja bedeuten, ich denke nicht. Ich tue nicht. Ich bin nicht. Deshalb gibt es eben das nichts tun nicht. Entgegen dem, was die NT sagen oder meinen. Die verstehen, wie Oben beschrieben scheinbar etwas ganz anderes darunter. Genau das ist ein Problem das ich habe. Die NT brauchen die selben Wörter wie ich, aber sie haben eine andere Bedeutung. Das macht die Kommunikation mit ihnen, oder mir, nicht einfacher. Oft muss ich herausfinden was sie meinen. Sie kommen nicht auf die Idee zu fragen, was ich meine. Aber das ist ein anderes Thema.
Nichts tun, ist also für mich etwas Äusseres. Etwas das mit dem Körper zu tun hat, aber nicht mit dem Geist. Den Gedanken. Meiner Welt. ich denke, die NT müssen lernen, das wir Autisten da anders sind als sie. Durch gezieltes fragen aber kriegen NT doch Antworten von mir. Sie können so Anteil an meinen Gedanken und Ideen haben.