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Montag, 21. März 2016

Asperger und zwischen den Welten

Einerseits lebe ich in der Welt der NT. Ich arbeite dort. Kaufe ein. Wohne. Doch ich lebe auch in meiner Welt. Eine Welt die niemand sehen kann. Ja, die ich nicht einmal beschreiben kann. Sie ist nicht so, wie die Welt der NT. Sie ist ganz anders. Hat ihre eigene Logik. Eine Logik die die NT nicht verstehen. Auch meine wahren Gedanken kann ich niemanden sagen. Denn, die würde keine verstehen. Ganz einfach deshalb, weil sie meine wahre Sprache nicht verstehen würden. Nun, es gibt auch keine Worte in meiner Welt. Denn, sie besteht nur aus Bildern. Bilder die ich manchmal selber nicht deuten kann. Die aber Dinge und Zusammenhänge zeigen die ich nicht aussprechen kann, weil sie mir eh keiner glauben würde.
So lebe ich also zwischen den Welten. Mal da mal dort. Doch oft kommt es auch vor, dass ich in der NT-Welt in meiner Welt verschwinde. Einfach dann, wenn mir alles zu viel wird. Wenn ich einen Ausweg suche. Oder einfach nur eine Lösung. Jedenfalls ist es nicht immer einfach zwischen beiden Welt hin und her zu wandeln. Geistig. Es ist sogar sehr anstrengend. Denn am liebsten wäre ich nur in meiner Welt. Aber das geht ja nicht. Ich muss mein Geld verdienen. Muss einkaufen. Und das Wichtigste. Mit meiner Frau zusammen sein. Wobei, das kein MUSS ist, sondern ein wollen.
Es ist manchmal auch so, das sich bewusst aus meiner Welt raus gehe. Einfach in die Welt der NT. Dann kann ich auch auf sie eingehen. Mit ihnen normal sprechen. Normal sein. Das Problem, das dauert jeweils nur wenige Augenblicke oder Minuten. Und der Zauber ist vorbei. Steuern kann ich es nicht. Bewusst raus aus meiner Welt kann ich nur, wenn es ruhig ist und ich genau weiss was mich erwartet. Sonst bin ich immer ein wenig in meiner Welt. Da kenne ich mich aus. Da ist alles logisch.
Da kann ich das tun, was ich am besten kann. Denken. Denken über vieles und Nichts. Über wie die NT sind. Was sie zudem macht, was sie sind. Wieso sie so sind, wie sie sind. Fragen die ich nicht beantworten kann. Aber ich versuche mir für alles eine logische Erklärung zu geben. Wenn ich nicht weiter weiss, dann frage ich einen NT. Die können mir oft die Antwort völlig selbstverständlich geben. Für sie scheint so vieles in dieser Welt einfach logisch zu sein. Für mich ist nichts logisch. Alles ist mühsam und verdreht. Alles ist Leiden. Wobei, Leiden nicht im Sinne des Körperlichen zu verstehen ist. Auch nicht seelisch. Es ist mal wieder was dazwischen. Leiden ab der Art wie die Menschen miteinander umgehen. Wie sie einfach nicht verstehen wollen, dass es nur eine Art Mensch gibt. Mensch. Keine Autisten, keine Psychos und weiss nicht was alles noch. Nur Menschen. Aber die NT unterscheiden. Sie bauen eine Welt in der wir Anderen fast keine Platz haben. In der wir alleine nicht sein können. Keine Chance haben.
In meiner Welt kann ich was ich will. Da gibt es keine NT die mir sagen, was ich tun muss. Da entscheide ich selber. Deshalb kann ich auch einfach dasitzen und scheinbar nichts tun. Aber eben, nur scheinbar. Denn ich tue schon was. Nur ist es eben nicht sichtbar. Aber für die NT ist es einfach Nichts tun. Die verstehen mich uns nicht. Müssen sie auch nicht. Die haben ihre Art und ich wir unsere.
Also lebe ich weiterhin zwischen den Welten. Wieso auch nicht. Obwohl es sehr anstrengend ist, mag ich es trotzdem. Ganz einfach weil ich so auch ein Teil der Welt sein kann. Nicht nur der Meinigen, sondern auch der der NT. Welche auch nicht so schlecht ist. Komisch aber dennoch so, das ich in ihr leben kann.