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Samstag, 14. Mai 2016

Asperger und das Unbekannte

Das Leben ist voller unbekannter Dinge. Situationen und Menschen. Jeder Tag ist neu. Und doch, ist vieles meistens so, wie es immer ist. Ich jedenfalls versuche, dass nicht so vieles Unbekanntes auftaucht. Dass ich mich nicht jeden Tag auf weiss nicht was alles einstellen muss. Das alles so ist, wie ich es kenne.
Klar, das geht nur begrenzt. Denn wer weiss schon, was der Tag bringen wird? Wie die Menschen auf einem reagieren. Was sie wieder alles vor haben. Was sie wieder alles planen. Niemand. So wird im Grunde genommen jeder Tag eine Herausforderung. Jeder Tag ist in sich eine Unbekannte. Jeder Tag ist für Autisten ein Kampf. Sicher, Für die NT ebenso. Aber sie müssen sich nicht auch noch mit der komischen Art der NT herumschlagen. Wir schon. Für die NT sind die NT nicht so komisch wie für viele von uns.
Im Grunde genommen ist es doch so, das die NT Unbekannte sind. Für mich jedenfalls. Ich verstehe vieles was sie tun nicht. Vieles was sie sagen nicht. Für sie aber, sind wir genau so Unbekannte. Komische. Darüber habe ich ja schon oft geschrieben. Aber es ist immer und immer wieder erstaunlich, wie die NT auf uns reagieren, wenn sie wissen das ich Autist bin. Wenn sie feststellen, dass ich nicht unbekannt bin, sondern auch sprechen kann. Nicht einfach in einem einsamen Raum sein muss. Auch mit ihnen arbeiten kann. Auch mit ihnen sprechen kann. Das ist für sie dann neu. Sie meinen doch allen Ernstes, das wir RainMan sind. Das wir einfach nur in unserer Welt leben. Nichts mit der Welt da Draussen zu tun haben wollen. Nun, da irren sie sich aber sehr.
Auch wenn die Welt scheinbar unbekannt ist. So ist meine Welt in der ich lebe, mir zum grössten Teil bekannt. Ich weiss wo ich wohne. Ich weiss wo ich arbeite. Weiss wie meine Tage in der Regel sind. Weiss was ich wie tun muss. Kenne die Menschen um mich herum. So versuche ich, so wenig wie möglich Unbekanntes in mein Leben zu lassen. Versuche so, einfach mein Leben so stressfrei wie es nur geht zu leben. Kein Stress gibt es nicht. Aber ich habe für mich einen Weg gefunden, wie ich ihn minimieren kann. Wie ich ohne grossen Stress durchs Leben kommen kann.
NT haben auch Probleme mit dem Unbekannten. Aber anders als ich. Ihnen macht das Angst. Mir nicht. Für mich ist es einfach eine Herausforderung. Aber Angst haben? Nein, sicher nicht. Darin unterscheide ich mich von den NT. Herausforderungen brauche ich. Sonst wird und ist das Leben langweilig. Wenn dann doch alles immer gleich wäre, müsste ich einiges ändern, das dem nicht so ist.
NT wollen keine Veränderungen. Sie mögen sie genau so wenig, wie wir. Sie können so denke ich, weniger gut mit Veränderungen und dem Unbekannten umgehen als wir. Wie ich drauf komme? Nun, sie müssen jede noch so kleine Veränderung bis zum geht nicht mehr ausdiskutieren. Müssen sicher sein, das ihnen die Veränderung keinen Schaden zufügt. Das sie keine Angst haben müssen. Bei Autisten erlebe ich immer wieder, das sie die Veränderung hinnehmen. Das sie nicht alles bis zum geht nicht mehr ausdiskutieren müssen. Das es auch ihnen nicht leicht fällt, ist klar. Mir ja auch nicht. Aber ich denke, es hat auch mit der Sichtweise auf das Leben zu tun. Denn alles verändert sich immer und immer wieder. Nichts hat Bestand. Mit diesem Wissen und Gedanken ist eine Unbekannte nur eine Veränderung. Mehr nicht. Also etwas, das zum Leben gehört. Etwas das scheinbar sein muss. Angst braucht man deswegen keine zu haben. Auch ausdiskutieren ist so nicht nötig. Aber das wollen die NT nicht sehen. Sie sind ab jeder noch so kleinen Änderung gestresst. Wissen nicht. Dabei müssten sie nur mal ein wenig denken. Aber das tun sie nicht. Wieso auch immer.
Mit dem Unbekannten umgehen ist nicht leicht. Sicher. Aber auf der anderen Seite bringt einem doch jede noch so kleine Veränderung weiter. Oder man lernt was. Mir ist es wichtig, dass ich jeden Tag etwas lerne. Und sei es noch so wenig. Aber ein Tag ohne was zu lernen, ist kein guter Tag. Dabei spielt es keine Rolle, ob es was Bekanntes oder Unbekanntes ist. Beides ist mir recht. NT aber wollen einfach den Status Quo. Sie wollen nicht lernen. Denn das müsste sie wieder verarbeiten. Müssten denken. Angst. Nein, sie sind die Komischen nicht wir. Sie haben Mühe mit allen was nicht bekannt ist. Alles was anders als sie ist.
Es kann auch sein, dass wir genau deshalb mit unbekanntem weniger Mühe haben. Eben weil wir anders sind. Und mit viel mehr befassen müssen um in dieser NT-Welt bestehen zu können. Mehr beweisen müssen. Mehr leisten müssen. Vielleicht ist es deshalb. Ich weiss es nicht. Aber eines weiss ich, dass das Unbekannte einfach dazu gehört. Unbekanntes bedeutet doch einfach auch nur, das man darüber noch keine Wissen oder Erfahrung hat. Mehr nicht.