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Sonntag, 8. Mai 2016

Asperger und die Faulheit

Faulheit ist etwas, das in der Welt der NT nicht gerne gesehen ist. Denn, sie sagen, dass wer arbeitet, auch was erreichen kann. Wenn er denn will. Nun, sie meinen, wenn wir einfach nur dasitzen tun wir nichts. Wir sind in ihren Augen also faul. Nur, sie wissen eben nicht, wie wir funktionieren. Dass wir mehr in uns sind, als in der Welt da draussen. Das wir nicht ein Teil ihrer Welt sind, auch wen wir mit dem Körper anwesend sind.
Faulheit ist etwas Komisches. Manchmal bin ich es auch. Aber nicht oft. Meistens dann, wenn ich sehr lange Tage hatte. Vieles erlebt habe. Vieles getan habe. Dann gönne ich mir auch mal faul zu sein. Einfach das Leben sein lassen. Nichts tun. Ich denke, dass geht nicht nur mir so. Sondern vielen anderen auch.
Also ist doch faul sein auch was Gutes. Denn es gibt einem die Möglichkeit auch mal auszuspannen. Einfach alles so sein lassen wie es ist. Klar, für mich ist das kein Dauerzustand. Denn ich will ja was tun. Nur, manchmal geht es eben nicht. Kann ich nichts tun. Einfach nur sein. In mir. Auch wenn sich um mich herum vieles tut, so kann ich nicht reagieren. Bin ich deshalb faul? Nein, das gehört einfach zu mir. Zu meiner Behinderung. Ich denke, das ist was was uns das Leben unter den NT nicht einfach macht. Denn sie meinen das alle Menschen um sie herum so funktionieren müssen wie sie. Das sie die Welt wie sie wahrnehmen. Das sie wie sie sind. Auch wenn alle Menschen verschieden sind, so sind sich die NT in vielem gleicher als wir es zu ihnen sind. Auch wenn wir aussehen wie sie, so ist unser Geist und unsere Wahrnehmung eine ganz andere. Auch wie ich an was herangehe, entspricht nicht dem, wie es die NT tun würden. Ich habe meine eigene Art ein Problem zu lösen.
Nur, die NT meinen, das es nur ihre Art des Lösens gäbe. Das alles andere falsch sei. Das Problem dabei ist doch, dass sie sich nicht vorstellen können, dass es noch einen anderen Lösungsweg gibt. Einen den sie nie sehen können. Einen der ihren Sinnen verborgen ist und bleibt.
Und um genau so was zu tun, muss ich sehr viel nichts tun. Denken. In den Augen der NT faul sein. Dasitzen und denken. Das Problem sehen. Die Lösung sehen. Nicht ausprobieren. Sehen. Mit dem Problem sprechen. Diese Art verstehe sie nicht. Nur solche NT die sich mit uns auskennen. Die lassen mich dann. Die wissen, dass ich das Problem lösen werde. Aber eben auf meine Art.
Faulheit ist auch ein Ausdruck von nicht mehr weiterwissen. Das kann es auch geben. Man lässt das Problem einfach Problem sein. Ist zu faul es zu lösen. Sicher, das kann es geben. Wieder, in den Augen der NT. Autisten haben doch oft das Problem, wenn sie ein solches nicht lösen, sie nicht wissen wie. Das ist für mich ein Unterschied. Frag doch, werden die NT sagen. Nein, sie verstehen wieder nicht. Frage ist Kommunikation. Kommunikation ist aber nicht unser Ding. Es braucht sehr viele Fragen von ausgebildeten NT um den Grund zu erfragen wieso ein Problem nicht gelöst wurde. Von normalen NT kann das nicht verlangt werden. Die Kunst besteht darin, sich diese Fragen selber zu stellen. Die Antworten selber zu finden. Nur, das ist nicht einfach. Es ist sogar extrem schwierig. Aber genau das verlangen doch die NT von uns. Das wir in ihrer Welt so leben wie sie. Das wir nicht faul sind. Das wir immer so funktionieren wie sie. Das für uns alles immer zu klar ist. Aber das ist es selten.
Oft komme ich an die Grenzen. An die Grenzen was gemeint sein könnte. Was sie von mir wollen. Nur, das hat mich vor Jahren gestresst. Heute nehme ich das alles gelassener. Ich tue einfach mein Ding. Aber nicht einfach wie ich will, sondern so, das ich meinen Beitrag leisten kann. Mir ist es wichtig, der Gesellschaft auch was zurück zu geben. Nicht einfach nur immer zu nehmen. So wie viele NT. In diesem Sinne, sind sie die Faulen. Denn sie wollen immer alles erklärt haben. Alles geschult haben. Nur nicht selber denken. Nun, wir mögen als faul erscheinen. Aber eines sind wir sicher nicht. Denkfaul.