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Mittwoch, 6. Februar 2013

Asperger und eigene Ideen

Ideen zu haben ist etwas schönes. Jedoch ist des doch meistens so, dass es bei der Idee bleibt. Sie wird nicht umgesetzt. Sei es aus Zeitmangel oder einfach an fehlendem Willen. Ideen bereichern das Leben. Sie geben einem auch Hoffnung für Neues. Jedoch, was ist, wenn man keine Ideen hat? Wenn man einfach so lebt?
Ideen setzten voraus, dass man sich etwas vorstellen kann. Dass man sich auch in jemanden Anderen hineinversetzten kann. Nicht nur, aber im Alltag ist das häufig der Fall als man denkt. Jedoch auf der Arbeit wird das mit den Ideen je nach Beruf sogar verlangt.
Asperger tun sich meiner Erfahrung nach sehr schwer mit neuen Ideen. Sie machen einfach, was ich ihnen sage. Selten kommt es vor, dass sie mir eigene Vorschläge und Ideen präsentieren. Dies ist für mich auch nicht immer einfach. Denn auch ich habe nicht immer neue Ideen im Kopf. Jedoch, bringe ich keine Ideen, so arbeiten sie nicht weiter. Es braucht viel, einen Asperger dazu zu bringen, etwas Eigenes in ein Projekt einzubringen. Etwas Eigens zu entwickeln und dann auch dazu zu stehen.
Ideen setzten noch etwas Wichtiges voraus. Kommunikation. Was bringt einem die schönste Idee, wenn sie niemandem mitgeteilt werden? Wenn man sie mit niemandem teilt? Nichts. Es sei denn, es geht nur um einem selbst. Die anderen sind einem egal. Ich denke, das mag bei einem Hobby gehen. Jedoch auf der Arbeit oder in einer Partnerschaft, ist es nicht gut, nur an sich zu denken.
Ideen müssen auch nicht so sein, dass man gleich die ganze Welt retten will. Es kann einfach ein einfacher Satz oder sonst etwas schönes sein. Irgend eine Aufmerksamkeit oder eine kleine Geste.
Auf der Arbeit ist es manchmal doch so, dass man nicht weiterkommt. Dann wird nach Ideen gefragt. Asperger sind da nicht an erster Stelle. Sie warten lieber ab, und machen dann, was beschlossen oder gesagt wird. Ich denke, das hat nicht unbedingt mit dem Mangel an Ideen zu tun, sondern vielmehr mit der Kommunikation. Ich erlebe immer wieder, dass sie sich nicht getrauen etwas zu sagen, oder nicht wissen wie sie es sagen sollen.
Dabei wäre es ganz einfach. Einfach sagen. Mehr nicht. Denn, über das was gesagt oder vorgeschlagen wird, kann diskutiert werden. Alles, was nicht gesagt wird, kann auch nicht behandelt werden. Daher ist es eigentlich für Asperger wichtig, dass sie lernen zu kommunizieren. Denn so wird es auch mit den Ideen klappen. Ideen kommen mir meistens im Gespräch mit anderen Menschen in den Sinn. Sie bringen mich auf Neues. Es ist viel einfacher sich mit anderen auszutauschen, und daraus etwas Neues zu machen, als einfach alles selber zu denken und überlegen.
Ideen bereichern die Welt. Auch Autisten können dazu sehr viel beitragen. Sie müssen sich nur getrauen, auch ihre eigenen Ideen mitzuteilen. Ich erlebe immer wieder dass Asperger gute Ideen haben, welche mich immer erstaunen.