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Freitag, 1. Februar 2013

Asperger und genau die Aufgabe

Aufgaben sind dazu da, dass sie erledigt werden. Das liegt in der Natur dieser. Jedoch ist es nach den Erledigen der Aufgabe nicht einfach damit getan, nichts mehr zu tun. Oder gar einfach darauf zu warten, die Nächste zu bekommen.
Dies erlebe ich immer wieder. Asperger haben Mühe, sich vorzustellen, was als nächstes kommen könnte. Oder wie die Aufgabe weiterentwickelt werden könnte. Dies zeigt sich besonders bei der Entwicklung von Software. Da geht es nicht darum, einfach eine Funktion zu programmieren. Nein, es geht darum, das Ganze zu sehen. Dieses Ganze wiederum besteht aus vielen kleinen Programmen.
Auch geht es nicht darum, die Aufgabe oder das Programm so schnell wie möglich zu schreiben, sondern, dass es sich in das Ganze einfügt. Ich erlebe immer wieder das die Aufgabe schnell schnell erledigt wird, und man sich dann wieder seinen eigenen Interessen hingibt. Dafür ist die Arbeit nicht da. Jedoch verstehe ich auch, wieso. Denn ich selbst war auch mal so. Die Aufgabe schnell erledigen, und gut ist. Nein, es geht darum, ein Produkt zu produzieren. Also um etwas Grösseres. Es geht darum, dass man auch zeigt, was man kann.
Asperger müssen da mehr angeleitet werden, als NT's. Sie brauchen ständig einen neuen Imput, was gemacht werden muss. Ist dieser vorhanden, arbeiten sie den ganzen Tag ohne Probleme. Sie erledigen alle Arbeiten gut und gewissenhaft. Lässt man jedoch die Zügel locker, so beginnen sie wieder ihr eigens Ding zu machen, und die Qualität leidet. Sie sehen einfach nicht was es alles braucht.
Dies ist meiner Meinung nach nicht so schlimm. Das Umfeld muss es einfach wissen. Dann geht es schon. Dann sind Asperger sehr gute Mitarbeiter. Sie brauchen einfach viel mehr Betreuung. Sie brauchen viel mehr Unterstützung.
An einem normalen Arbeitsplatz, ist dies sicher nicht gewährleistet. Da muss man eifach Leistung bringen. Da ist man auf sich selbst gestellt. Jedoch gibt es Einrichtungen, welche nur Asperger nimmt. Ein Beispiel ist die Firma Specialisterne. Sie ist in diversen europäischen Ländern tätig.
Ich selber arbeite für die Stiftung Autismuslink. Diese klärt Asperger auf ihre berufliche Eignung ab. Ob sie überhaupt arbeiten können, und wenn ja, was. Denn nicht jeder Asperger ist auch ein IT-Mensch. Also bieten wir auch Büro und Kunst an. Es zeigt sich, dass diese Menschen sehr viel leisten können, wenn sie das richtige Umfeld haben. Sie arbeiten an ihren Projekten und lernen auch, mit anderen zu kommunizieren. Asperger unter sich ist kein Problem. Es ist auch so, das in unsere Stiftung mehr Asperger als NT's sind. Dies gibt es so eigentlich nirgends. Im Normalfall sind die Asperger immer in der Unterzahl.
Durch das richtige Umfeld, lernen sie auch, das, wenn eine Aufgabe erledigt, es sicher eine neue gibt. Sie Fragen dann, was es als nächstes zu tun gibt. Oder aber, sie sitzen einfach da. Dann muss man erkennen, dass sie nicht weiter kommen, oder aber fertig sind. Nach einem Gespräch geht es dann ohne Probleme weiter. Es hat sich gezeigt, das dies ein sehr guter Weg ist, Asperger  den ganzen Tag an einer Aufgabe beschäftigt zu wissen. Sie arbeiten so gerne. Denn sie wissen, dass sie jederzeit Rat holen können. Und das nichts passiert, wenn sie fragen, oder einfach nicht mehr weiterwissen.
Asperger brauchen die Unterstützung. Sie brauchen Hilfe, wie eine Aufgabe erledigt werden kann. Ist diese gegeben, klappt es meistens ohne Probleme. Was es also braucht, ist Geduld und Kraft. Denn es ist nicht immer leicht, sie dazu zu bewegen, auch weiter zu machen. Jedoch lohnt sich der Einsatz. Das Ergebnis ist jeweils erstaunlich.