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Freitag, 7. Juni 2013

Asperger und Beziehungen III

Keine Mensche lebt für sich alleine. Er hat immer irgendwelche Beziehungen. Sei es zu einem Menschen oder einem Gegenstand. Aber nie ist er einfach nur für sich. Immer beschäftigt ihn etwas. Asperger haben mehr Beziehungen zu Gegenständen als zu Menschen. Sie sind im Umgang mit Menschen nicht sicher und verstehen diese auch nicht. Die Gegenstände hingegen sind logisch und man braucht nicht mit ihnen zu kommunizieren. Sie sind immer für einem da und machen keinen Stress.
Ich selber habe nur sehr wenige Beziehungen zu Menschen. Klar, zu meiner Frau, Familie und den Arbeitskollegen. Mehr nicht. Wieso auch? Mir ist es viel zu anstrengend immer wieder mit anderen Menschen weg zu gehen oder anzuhören, was sie gerade mache oder was sie für Sorgen haben. Das ist nichts für mich. Ich denke, dass das vielen Aspergern so geht. Sie wollen ihre Ruhe haben, denn das Leben selber ist schon anstregend genug.
Die einzige Beziehung, welche ich wirklich täglich pflege, ist die zu meiner Frau. Obwohl ich nicht mit ihr zusammenwohne, so schreiben wir uns täglich viele Male. Auch sehen wir uns regelmässig. Das ist für mich ideal. Denn ich brauche meine Ruhe. Alleine sein, ist für mich nicht schlimm. Ich bin gerne alleine. Aber klar, geniesse ich jede Minute mit meiner Frau. Denn schliesslich liebe ich sie.
Asperger können meistens Beziehungen nicht aufrecht erhalten. Besonders, was Kollegen anbelangt. Sie sehen den Grund nicht ein. Auch wird es irgendwann zu mühsam. Eine Beziehung zu einem Partner hingegen, kann ohne Probleme ein Leben lang halten. Denn der Partner ist etwas besonders. Zumindest für mich. Ich sehe keinen Grund, wieso mir meine Frau zu viel werden sollte. Sie ist für mich alles. Ich sehe auch nicht ein, wieso sie anstrengend sein soll. Denn sie ist diejenige welche ich liebe. Liebe ist ja nicht einfach etwas, womit man spielen sollte. Liebe ist für mich das Schönste was es gibt. Sie macht das Leben erst richtig lebenswert. Sie gibt dem ganzen einen Sinn. Für mich ist das jedenfalls so.
Auf der anderen Seite steht meist ein NT. Er muss sich mit dem abfinden, was wir sind. Dass wir nicht immer so reagieren, wie gewohnt. Dass wir nicht immer so sind wie gewollt. Dass wir nicht immer das sagen, was erwartet wird. Das irritiert zu Beginn viele. Denn sie können damit nichts anfangen. Ich habe mir aber angewöhnt, dass ich, wenn meine Frau Fragen hat, ich sie ihr beantworte. So gut ich eben kann. Wissen tue auch ich nicht alles. Aber ich versuche es. Was auch hilft, ist Humor. Das Ganze mit Humor nehmen. Einfach, weil es leichter geht. Asperger ist eine ernste Sache, aber, auch manchmal lustig. Ich lache manchmal ab mir selber. Ich finde, das braucht es auch. Denn sonst wird man ja noch depressiv. Und das muss nicht sein. Auch kann es den Partner treffen. Wenn dieser alles gibt, aber nicht viel zurückerhält. So macht es Sinn, wenn dieser auch sein  Leben hat, und nicht immer nur für den Asperger da ist. Für uns ist es auch anstrengend, wenn wir immer bemuttert werden. Wir brauchen unsere Freiheiten genau so. Aber, ist das Spezialinteresse die Beziehung, dann wird es für den Partner schwieriger. Denn die Ansprüche sind enorm. So hoch, dass sie der NT nicht erfüllen kann. Ist einem das aber bewusst, so kann es gleichwohl ohne Probleme klappen. Ich für mich, brauche einfach Verständnis, dass meine Frau auch ein eigenständiger Mensch ist. Das auch sie ihre Ruhe haben will. Dass auch sie mal für sich etwas machen will. Dass ist nicht immer einfach, aber ich denke, mit der Zeit kriege ich das auch noch hin.
Eine Beziehung lebt immer von Geben und Nehmen. Gut ist, wenn eines lieber gibt und das andere nimmt. So ergänzen sie sich. Dass soll aber nicht heissen, dass eines nur geben muss oder soll und das andere nehmen. Wichtig ist, dass man miteinander spricht. Egal über was. Hauptsache sprechen. Es muss nicht immer nur die Beziehung sein. Es kann ja auch das Weltgeschehen sein, oder was man so auf Arbeit erlebt hat. Egal. Hauptsache kommunizieren. So lernt der Asperger auch, dass nichts passiert, wenn man miteinander spricht. Wichtig ist auch der Glaube an die Beziehung. Ohne ihn geht es nicht.