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Montag, 17. Juni 2013

Asperger und die Grenzen

Das erkennen, wann man nicht mehr kann, ist nicht so eifach. Es zugeben, noch viel mehr. Anderen eingestehen, dass man nicht mehr kann, ist schwierig. Doch, damit man nicht gestresst und überlastet ist, ist es wichtig.
Ich habe früher immer gedacht, dass ich unendlich belastbar bin. Dass ich alle kann. Dass ich, egal was man verlangt, es bringe. Doch da habe ich mich gewaltig getäuscht. So sehr, dass ich ein Burn-out hatte. So sehr, dass ich mein altes Leben hinter mir lassen musste und nochmals von Vorne beginnen. Ich musste mein Leben komplett neu organisieren. Das Burn-out hatte mir mein Grenze aufgezeigt. Ich habe sie sogar weit überschritte gehabt. So weit, dass ich in allem keinen Sinn mehr sah. Auch nicht in der eigenen Existenz. Grenzen können erst erkannt werden, wenn sie überschritten werden. Dieser Spruch hat was, doch es gibt Grenzen die sollten nicht überschritten werden.
Ich musste herausfinden, was ich kann und was nicht. Was kann ich überhaupt noch leisten? Was kann ich nicht mehr. Denn seit dem Zusammenbruch, bin ich nicht mehr so belastbar wie früher. Dies auch nach 3 Jahren immer noch. Ich habe meine Grenzen erkannt. Kann heute dazu stehen, und auch mal NEIN sagen. Wenn mir etwas zuviel wird sage ich es. Es hat niemand etwas davon, wenn ich wieder zusammenbreche. Es hat niemand etwas davon, wenn ich beweise, was ich kann. Ich muss auch niemandem mehr etwas beweisen. Nur mir. Mir beweise ich, dass ich mir selber Grenzen setzen kann. Dass ich NEIN sagen kann. Aber im nur NEIN sagen, und "das kann ich nicht mehr..." das tue ich auch nicht. Ich will keine Mitleid. Ich will auch was leisten können. Dazu gehört auch, dass es manchmal stressig wird. So merke ich auch, dass ich lebe und gebraucht werde. Einfach nur zu sein, das ist nichts für mich. Aber ich gehe nicht mehr so weit, dass ich mehr leiste, als das ich kann. Das habe ich gelernt. Ich stehe zu mir und meinen Fähigkeiten. Zu dem, was ich kann und was nicht.
Mir ist es egal, was die anderen denken. Ich weiss, was ich erlebt habe. Sie nicht. Also kümmert mich deren Meinung nicht. Meine Frau stellt mir auch manchmal die Frage, ob ich es nicht mal wieder übertreibe. Nun, ihre Meinung ist mir wichtig. Sie frage ich, wenn ich nicht mehr weiter weiss, oder nicht mehr kann. Sie hat immer ein offenes Ohr für mich. Ohne sie, wäre ich heute nicht derjenige, welcher ich bin. Ihr habe ich auch die Freue am Leben zu verdanken. Sie verlangt nie Dinge, welche ich nicht kann. Sie ist auch besorgt und sehr liebevoll. Was will ich mehr?
Jemanden an seiner Seite zu wissen, welcher zu einem hält, ist sehr angenehm. Ich bin froh, dass ich nicht alles alleine mache muss. Dass ich mich auch mit jemandem (meiner Frau) über meine Sogen unterhalten kann. Aber nicht nur immer das Negative ist Gesprächsstoff. Nein, besonders, das zusammen lachen und was erleben. Das Gemeinsame. Schöne Erlebnisse. Das ist es, woraus ich meine Energie beziehe. So kann ich auch mehr Stress ertragen, denn ich weiss, ich habe einen Ausgleich. Ohne diesen geht es nicht. Denn hatte ich früher nicht. Ich hatte keinen Ausgleich mehr. Ein Psychologe hatte mir mal gesagt, dass ich mehr Energie verbrauche, als ich regenerieren kann. Ich habe ihn damals nicht verstanden. Heute weiss ich, was er meinte. Nun, ich achte jetzt sehr darauf. Ich brauche meinen Ausgleich zum Arbeitsalltag. Den habe ich auch gefunden. Doch es hat lange gedauert, bis ich erkannte, was ich brauche. Das war nicht so einfach.
An Grenzen stosse ich auch heute noch. Doch ich überschreite sie nicht mehr. Ich erkenne sie, und stoppe, oder werde von meiner Frau gestoppt. So vermeide ich, dass ich mich selber übervordere. Dies ist etwas vom Schlimmsten. Sich selber immer wieder beweisen zu wollen, was man kann. Dabei geht es im Grunde nur darum, den anderen zu zeigen was man kann. Dies führt in den Abgrund. Dies führt zu einem Burn-out. Doch wenn man für sich einsteht, so wird das Leben nicht einfacher, aber angenehmer.