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Samstag, 29. Juni 2013

Asperger und die Muggel

Der Begriffe Muggel stammt aus den Romanen Harry Potter. Da sind sie die Nicht-Zauberer. Also alle welche normal sind und nicht über besondere Fähigkeiten verfügen.
Ich habe keine Harry Potter gelesen. Aber ich finden den Ausdruck besser, als NT's. Denn NT's ist ist hart und abgedroschen. Er wirkt so klinisch. Deswegen Muggel. Muggel sind für mich einfach alle Nicht-Autisten. Alle diejenigen, welche "normal" sind. Dabei spielt es keine Rolle, was sie sind oder haben. Auch macht es für mich die Anderen wieder zu Menschen, wenn ich sie als Muggel bezeichne. Sie sind dann nicht mehr so was wie Gegner oder sonst was. Nein sie sind wieder ein Teil von der Welt in welcher ich lebe.
NT ist für mich immer so eine Notlösung gewesen. Immer etwas Krankes. Immer etwas Komisches. Die Muggel sind ja nicht viel anders als wir. Sie haben auch ihre Fähigkeiten und Stärken, wie wir auch. Nur das diese anderes gelagert sind. Sie können viel besser Emotionen erkennen oder Gesichter. Was ich nicht kann. Ich sehe Gesichter nur mit Mühe. Ändert die Person die Frisur, war es das. Das ist besonders in Filmen schlimm. Frauen ändern in den Filmen immer mal wieder die Frisur. Ich muss dann meistens fragen, ob das die selbe Person ist, oder wer das denn nun wieder ist. Es ist also sehr anstrengend für mich. Obwohl ich gerne Filme schaue. Besonders im Kino.
Für Muggel sind solche Dinge normal. Sie können sich gar nicht vorstellen, dass jemand das nicht kann. Sie können sich nicht vorstellen, dass jemand nicht erkennt, wie es ihnen geht. Damit kann ich leben. Ich begründe auch vieles nicht mehr. Wieso auch? Muss ich das denn immer tun. Die Muggel können das auch nicht. Die Antwort ist immer: "Es ist halt so. Weiss auch nicht". Deswegen haben ich aufgehört alles zu begründen. Ausser meiner Frau gegenüber. Aber das ist was anderes. Obwohl sie ein Muggel ist, so haben wir doch einen Weg gefunden, gut miteinander zu kommunizieren. Wir haben eine Lösung gefunden, welche für beide passt. Diese ist ganz einfach. Wir sprechen alles sofort aus, oder wenn nicht, dann aber gleichwohl am selben Tag. Manchmal weiss man ja nicht gleich, was einem stresst. So vermeiden wir unterschwellige Konflikte.
Muggel haben aber meistens genau damit so ihre Mühe. Sie sprechen auch nicht aus, was sie stresst. Sie sagen es dann immer mit schönen Worten. Asperger hingegen, so erlebe ich es, sagen es entweder gleich direkt, oder sie sagen nichts. Aber auch das Nichts-Sagen ist eine Art der Kommunikation. Denn "Man kann nicht nicht kommunizieren."
Asperger und Muggel leben nun mal in der selben Welt. Wir können nicht ohne die Muggel sein. Aber sie auch nicht ohne uns. Denken wir nur mal an Einstein. Was der der Welt gebracht hat. Oder Newton, Bill Gates, Mozart. Klar, das sind Ausnahmen. Aber gleichwohl, sind es keine Muggel. Einige Wenige von uns können die Welt verändern. Somit sind auch die Muggel auf und angewiesen. Doch man muss kein Genie sein, um gebraucht zu werden. Im normal Alltag sind auch die Asperger gut zu gebrauchen. Sie können Aufgaben übernehmen, welche Muggel nicht oder nur mit Mühe machen können. Endlose Zahlenreihen kontrollieren. Software testen. Dies aber alle in einem Umfang, welche die Muggel langweilt. Wir findend das spannend. Ich kann solche repetitiven Aufgaben über Stunden und Tage mache. Dabei vergesse ich alles um mich herum Ich kann mich voll darauf konzentrieren. Das ist was, was Muggel nicht können. So haben beide Seiten ihre Vorzüge. Ich denke, das es wichtiger ist, miteinander zu arbeiten und leben, als gegeneinander. Auch müssen beide Seiten Verständnis für einander haben. Nicht nur die Muggel müssen uns verstehen, sondern wir auch sie. Denn wenn wir nicht in der Lage sind zu verstehen, wie die Muggel ticken, so wird es schwierig. Es ist ein Geben und Nehmen. Wobei die Muggel mehr geben müssen als sie zurückerhalten. Das ist leider so. Aber das was sie zurückkriegen, ist dafür perfekt.
Akzeptanz und Toleranz sind für mich die beiden Wort. Damit klappt es nicht nur zwischen Asperger und Muggel, sondern im Allgemeinen. Es sind die beiden Worte, welche für alle Menschen wichtig sind. Für alle Menschen gelten. Niemand kann sich davon ausnehmen.