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Donnerstag, 20. Juni 2013

Asperger und die verpackte Sprache

Damit sich Menschen verstehen können, brauchen sie eine gemeinsame Sprache. Dies scheint auf den ersten Blick klar. Doch die gemeinsame Sprache besteht nicht nur aus Wörtern, sondern zu 70% aus nonverbalen Gesten. Diese Sprache ist für Autisten fast oder gar nicht zu verstehen. Dazu kommt, dass NT's vieles was sie sagen verbal einpacken. Sie wollen den anderen nicht beleidigen, oder im zu nahe treten. Sie verwenden keine direkte Sprache.
Autisten verwenden eine ganz andere Sprache. Ihre Sprache ist sehr direkt. Sie sagen, was sie denken, oder von etwas halten. Sie nehmen keine Rücksicht auf das Gegenüber. Wie auch? Empathie ist ja bei Autisten nicht vorhanden.
Ich erlebe das immer wieder selber, dass ich zu direkt bin. Dass ich meine Sprache nicht beschönig. Ich sage was ich denke. Mir kommt es nicht einmal in den Sinn, die Sprache verbal schön zu verpacken. Wenn ich etwas Gut finde, dann sage ich es. Wenn ich etwas Schlecht finde, dann auch. Ich sage es in meiner Sprache. Das Problem ist aber nur, dass ich nur Ja/Nein, Gut/Schlecht.... kenne. Das Dazwischen nicht. Genau da liegt das Problem. Das Dazwischen, ist meiner Meinung nach für die verbale Verpackung verantwortlich. Es sind die feinen Einteilungen, welche NT's machen können. Für sie es es normal, dass das Gegenüber das kann. Doch wenn es dies nicht kann, sind sie irritiert, oder finden es arrogant.
Mir passiert das immer und immer wieder. Ich weiss darum, kann es aber nicht ändern, da es automatisch passiert. Würde ich mich bewusst darauf achten, so würde meine Antwortzeit extrem lange ausfallen, da ich die Antwort überlegen müsste. Wort für Wort. Abschätzen, welche Wörter ich wie gebrauchen soll und darf. Nein, dass mache ich nicht. Ist mir zu mühsam. Wieso sollte ich mich so stark anpassen, dass es mich wirklich behindert? ich bin so, wie ich bin. Ich akzeptiere die Anderen auch so, wie sie sind. Daher ist es für mich nur logisch, dass ich meine Sprache verwende. Sie direkt aber klar. Es gibt nichts zu interpretieren. Das Gesagte meine ich so. Das ist es aber, was NT's Mühe bereitet. Sie suchen dann das Dahinter. Das was ich meinen könnte. Da gibt es aber nichts zu meinen. Nur zuhören, was ich sage. Mehr nicht. Ich meine mein Gesagtes wörtlich und nicht im übertragenen Sinn.
Jedoch fällte es mir sehr schwer zu erkennen, was mein Gegenüber meint. Denn ich weiss, dass das was NT's sagen meist nicht das ist, was sie meinen. Sie sagen vieles immer umständlich und verschleiert. Zumindest für mich ist es so. Ich muss dann einfach nachfragen. Das habe ich mir angewöhnt. So versuche ich Missverständnisse zu beseitigen, bevor sie entstehen können. Fragen ist nicht so einfach. Doch ich habe mich daran gewöhnt. Für mich ist es normal und diejenigen, welche mich kennen, achten nicht einmal mehr darauf. Sie beantworten die Frage, und weiter geht's.
Die verpackte Sprache  ist für mich immer noch ein riesen Problem. Denn manchmal denke ich, dass ich es mal versuchen sollte. Einfach so zu Sprechen wie die NT's. Aber wenn ich es versuche, stosse ich schnell an meine Grenzen, oder aber ich sage Dinge falsch oder unpassend. Es ist so wie ein Sprachanfänger. Der macht auch Fehler über Fehler. Doch mit der Zeit kriegt er es hin. Bei der Verpackten Sprache ist das aber nicht so einfach. Denn man kann sie nicht lernen. Die NT's machen das automatisch. Ich kann mir nicht für jede Situation und für jedes Gespräch merken, was ich wie wann sagen soll. Das ist einfach zu viel. Daher bleibe ich bei meiner direkten Sprache. Bis jetzt, habe ich immer bekommen, was ich wollte, und bin auch sonst nicht so schlecht durch das Leben gekommen. So falsch kann sie also dann auch wieder nicht sein.