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Samstag, 20. Juli 2013

Asperger und die Medienberichte

Lange hatte es gedauert, bis die Medien endlich erkennen, dass es auch noch andere Menschen gibt. Sie berichten über Asperger. Sie berichten was Firmen planen. Bestes Beispiel ist die Firma SAP. Sie will ja Asperger-Autisten einstellen. Diese sollen 1% ihrer Belegschaft ausmachen. Dank SAP schreiben viele Medien jetzt plötzlich über uns. Doch was ich lese, erstaunt mich. Der eine schreibt vom anderen ab. Es ist immer wieder das Selbe. Wirklich was neues, gibt es selten.
Ein Bericht jedoch, ist wirklich gut. Er ist im Tagesanzeiger aus Zürich erschienen. Mit dem Titel "Der komische Kauz". Dieser Bericht enthält nicht nur das Übliche sondern mal einen Einblick wie ein Asperger tickt.
Medien wollen immer wieder was Neues. Jetzt haben sie wieder etwas, worüber sie schrieben können. Doch leider ist es meiner Meinung nach so, dass die Medienschaffenden keine grosse Ahnung haben. Sie meinen das das was sie schreiben gut ist. Doch meistens ist es das nicht. Asperger ist nicht einfach nur eine Begabung. Die Journalisten schreiben das immer so. Doch sie übersehen die wirklichen Probleme, wie die Firmen auch. Sie schreiben, dass wir sehr schnell arbeiten können, aber auch viele Pausen brauchen, wegen der Konzentration. Aber es ist mehr als das. Ich erlebe das auf Arbeit immer und immer wieder. Es geht auch um das Interesse. Wenn sie nicht einsehen, wozu die Arbeit gut sein soll, dann machen sie sie nicht. Sie wollen nur das machen, was sie interessiert. Nun, Arbeit funktioniert so nicht. Es geht darum, was anfällt. Es geht ja darum, was dem Unternehmen dient, und nicht einem selber. Der Lohn für die geleistete Arbeit ist der Lohn am Ende des Monats. Es geht nicht immer nur darum, was man selber machen will. Auch die Umgangsformen sind so eine Sache für sich. Wir kommunizierten anders als die Muggel. Wir sind sehr direkt. Wir sagen, was wir denken. Das führt in einem normal Unternehmen über kurz oder lang zu Problemen. Denn die Mitarbeiter dort werden das eine Zeitlang hinnehmen, das sie auf uns Rücksicht nehmen müssen sollen. Doch irgendwann, werden sie es nicht mehr. Sie sind keine geschulten Fachpersonen. Sie wollen ihre Arbeit machen, und sich nicht auch noch mit Psychologie befassen.
Aber immerhin, SAP ist ein Anfang. Für mich waren es gute Nachrichten. Denn irgendwie muss die Welt ja erfahren, dass es uns gibt. Trotz der Probleme welche entstehen werden. Diese gehören eifach dazu. Sonst wäre es ja nicht spannend.
Medien schreiben über uns aber auch, das wir keine Genies sind. Das wir, keine "Rain Man" sind. Das finde ich hingegen sehr gut. Denn wir sind das nicht. Wir sind normale Menschen. Wir sind nicht anders als die Muggel, aber doch anders. Wir haben eine andere Art zu kommunizieren und nehmen Geräusche und Lichter intensiver wahr. Nicht alle, aber sicher viele. Auch muss alles geplant und erklärt sein. Dann klappt es auch mit der Arbeit. Es sind einfach andere Anforderungen. Anforderungen, welche die Muggel noch nicht kennen. Aber sie werden sie mit den Jahren schon noch kennen lernen. Ich hoffe, dass in einigen Jahren das Thema Asperger und Autismus nicht mehr so eine riesen Sache ist. Sondern normal. So wie etwa die Blinden. Die haben auch ihre Lobby und Methoden. Genau das brauchen wir auch. Wir müssen der Welt zeigen, was wir sind und was wir können. Sich nur zu Hause verstecken und meinen, nichts zu können, bringt nichts. Die Welt wartet nicht auf uns, aber wir können ihr zeigen, dass sie uns braucht. Mehr den je. Wir sind genau so wichtig wie alle andern auch. Wir sind genau so Menschen wie alle andern auch.
Auch wir haben das Recht auf normal bezahlte Arbeit, auf ein Leben, dass man Leben nennen kann, und nicht blosse Existenz. Die Medien, so hoffe ich, werden noch viel über uns uns berichten. Nur so erfährt eine breite Mehrheit, wer wir sind. Nur so sehen die Muggel, dass es auch anders geht. Dass es Menschen gibt, die so sind wie sie, aber doch noch so sind.
Das für mich Wichtigste aber ist, dass wir alle Menschen sind. Das wir alle auch als solche behandelt werden wollen. Dass wir alle die gleichen Rechte aber auch Pflichten haben. Das wir auch ernst genommen werden. Und das man uns auch was zutraut.