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Freitag, 25. Oktober 2013

Asperger und Computer

Heute ist es normal, das man einen Computer, ein Smartphone hat. Computer sind allgegenwärtig. Sei es auf Arbeit oder im Privaten. Ständig sind wir online. Ständig gibt es was zu lesen und schauen. Immer aber geschieht dies alleine. PC's sorgen dafür, dass die Menschen immer mehr Informationen in immer kürzerer Zeit bekommen. Dass sie immer mehr und mehr kommunizieren ohne zu kommunizieren. Ständig ist man erreichbar. Ständig meldet sich das Handy oder der Email-Client. Immer muss man müssen. Computer sollten uns helfen den Alltag zu erleichtern. Was sie sicher auch tun. Aber sie versklaven uns auch. Sie machen uns von ihnen abhängig.
Ich erlebe es immer wieder das gerade junge Menschen einfach vor einem PC sitzen können und nichts tun. Dies, weil sie gerade keinen Zugang zum Internet haben. Sie wissen dann nicht mehr was machen. Sie kennen eine Welt ohne Internet nicht. Sie wissen nicht, wie das ist. Sie kennen nur das Ständig-Online-Sein.
Computer bilden auch einen Mikrokosmos, welchen man so einrichten kann wie man will. Selber bestimmen, was man wie wo haben möchte. Was man wann wie macht. Das ist besondern für Asperger interessant. Sie können sich stundenlang damit beschäftigen, ohne mit anderen in Kontakt zu treten. Sie können sich ganz ihn ihre Welt zurückziehen. Können einfach die Welt vergessen und ihre eigene erschaffen. Dies machen sicher nicht nur Asperger sondern auch Muggel. Aber ich denke, dass die Gefahr, sich nur noch mit dem PC zu beschäftigen, bei Aspergern grösser ist. Dass sie die Zeit vergessen. Dass sie, wenn sie mal was anderes machen sollten, gar nicht wissen wie das geht. Das sie nicht verstehen, wieso sie den PC nicht benutzen dürfen oder sollen.
Ich selber verbringe sehr viele Stunden pro Tag am PC. Dies weil es mein Beruf ist, andererseits auch, weil ich gerne mit dem PC arbeite oder auch mal game. Aber ich versuche, das ich zu Hause nicht nur am PC sitze. Sondern auch mal lese oder TV schaue. Ständig nur am PC sitzen und irgendwas machen, ist für mich nicht ok. Denn ich will vom Leben mehr, als in einen Bildschirm schauen.
Dank meiner Frau, sitze ich nicht mehr so viel vor dem PC oder TV. Denn wir unternehmen immer wieder mal was. Wenn ich die Wahl zwischen meiner Frau und einem PC hätte, würde ich meiner Frau wählen. Dies liest sich jetzt logisch. Ist es aber für viele, die ich kenne nicht. Ihnen ist der PC heilig. Zuerst der PC dann alles andere. Sie erkennen nicht, dass es im Leben mehr gibt, als ein PC. Dies ist bloss eine Maschine. Damit kann man sehr viel Zeit verbringen, ohne zu leben. Ohne zu erfahren, was es heisst, zu leben zu lieben. Der PC ist aber auch ein Zufluchtsort. Wenn einem die Welt mal kann, so hat man immer noch den PC. Gamen, surfen. Was auch immer. Man ist Herr der Lage. Aber die Lebenszeit vergeht so, ohne das man wirklich gelebt hat. Ohne dass man erlebt, was es heisst auch mal was anderes zu machen. Es geht nicht immer nur darum, dass man einfach in seine Welt flüchtet, sondern das man sich der realen Welt stellt. Das man die Herausforderung "Leben" annimmt. Von mir aus wie ein Game betrachtet. Da geht es ja auch, Probleme zu überwinden. Herausforderungen zu meistern. Wieso nicht auch im echten Leben?