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Montag, 28. Oktober 2013

Asperger und sie Liebe II

Im letzten Artikel habe ich geschrieben, wie es mir ergangen ist, als ich meine Frau kennen lernte. So habe ich gezeigt, dass auch Asperger lieben können. Ich für mich finde es immer noch wie ein Wunder, dass ich meine Frau kennen gelernt habe. Das es auch so gut gepasst hat und immer noch passt. Auch, wie sich die Beziehung in den letzten Monaten entwickelte. Wie kamen und kommen immer näher zu einander. Wo am Anfang noch eine Distanz war, so ist diese heute durch eine wunderbare Nähe gewichen. Sie ist es, welche mir auch die Kraft für den Tag gibt. Welche mir auch das Gefühl gibt, dass so wie ich bin, es richtig ist.
Durch meine Frau habe ich auch gelernt, was es heisst, zu sagen, was ich will. Nicht immer bloss nur JA sagen. Sondern sie auch mal um einen Gefallen bitten. Dies ist etwas, was ich nicht gewohnt war. Sie jedoch bestand darauf. Wollte, dass ich ihr sage, wenn ich was brauche. Sie sagte mir, dass sie auch gerne Sachen für mich erledigt. Nicht immer nur, sollte ich was für sie erledigen. Dies war mir fremd. Heute jedoch ist es für mich normal geworden. Was für mich ein riesen Fortschritt ist. Denn Kommunikation ist nicht meine Stärke. Ich musste sie lernen. Doch meine Frau hat mich sehr unterstützt, und tut dies immer noch. Wofür ich ihr sehr dankbar bin.
Die Liebe funktioniert nur, wenn man kommuniziert. Wie will man sonst dem anderen sagen, dass man ihn liebt. Wie will man seinen Gefühlen sonst Ausdruck verleihen? Für mich geht das nur, wenn man miteinander spricht. Aber auch einander berührt. Sich zeigt, dass man einander wirklich liebt.
Dies ist für Asperger nicht so einfacht. Besonders Berührungen sind nicht erwünscht. Ich habe es nicht gerne, wenn ich berührt werde. Sei es bewusst oder unbewusst. Dies ist besonders in Städten und Bahnhöfen mühsam. Ich mag das überhaupt nicht. Dies, weil ich immer erschrecke. Ich nehme die Umgebung nicht wahr. Da ist eine Berührung einfach zu viel. Jedoch ist es so, dass mich meine Frau berühren kann so viel sie will. Bei ihr stört es mich überhaupt nicht. Im Gegenteil Auch berühre ich niemanden, wenn es nicht sein muss. Ausser meine Frau. Da ist es aber nicht ein MÜSSEN sondern ein wollen. So zeigen sich doch zwei Menschen, dass sie sich lieben.
Asperger wollen auch lieben. Aber leider schreckt viele die Diagnose ab. Sowohl die Asperger selber, als auch potentielle Partner. Sie wollen keinen Behinderten. Schon gar keinen Autisten. Die Medien tragen da auch das ihre dazu bei. Dabei sind wir sehr liebenswürdig und treu. Wir tun alles für den Partner. Wollen alles immer perfekt machen. Geben uns immer mehr und mehr Mühe. Ich denke dies sind Eigenschaften, welche ein Muggel so nicht hat.
Für mich ist es so, dass ich mich immer gut zu kleiden versuche, wenn ich meine Frau sehe. Ich versuche ihr immer zu gefallen. Dies ist für mich wichtig. Denn so zeige ich ihr auch, das sie mir sehr viel bedeutet. Dass sie nicht einfach meine Frau ist. Sondern der Mensch, welchen ich wirklich liebe. Sie macht das Selbe übrigens auch. Für mich ist das ein Ausdruck gegenseitigen Respektes aber auch, dass man den anderen ernst nimmt. Das man immer wieder versucht, den anderen zu überraschen. Nicht bloss am Anfang. Sondern immer und immer wieder von neuem. Ich finde, das ist etwas, das sich lohnt.
Asperger brachen Liebe. Das ist so. Wir sind genau so Menschen wie die Muggel auch. Einfach ein wenig anders. Wir zeigen und lieben anders. Aber wer gefallen daran gefunden hat, der will niemand anderes mehr. Wieso auch?