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Freitag, 18. Oktober 2013

Asperger und der Glaube

Der Glaube ist ein Thema welches nicht gerne angesprochen wird. Es scheint so, als ob er ein Tabu sei. Dabei ist er etwas ganz normales. Es gibt sicher kaum ein Mensch, der nicht an irgendetwas glaubt. Sei es an GOTT, Naturgeister an die Technik. Egal. An etwas wird immer gelaubt.
Ich hatte über 30 Jahre nichts mit dem Glauben zu tun. Nichts mit Religion. Nichts mit alle dem, Für mich waren das alles Spinner. Solche die nichts mit ihrer Zeit anzufangen wissen. Weltverbesserer, die nicht besser sind als andere. Dies war meine Meinung. Doch ich wurde eines Besseren belehrt. Eines viel Besseren.
Vor etwa 3 Jahren hatte ich ein Burn-out. Damals wurde ich nicht ein eine normale Klinik geschickt, sondern in eine ökumenische. Was das auch immer ist, so fragte ich mich. Nun, ich lernte dort wieder zu mir zu finden. Zu erkennen, was ich will. Wer ich bin. Dies ging nicht so schnell. Es brauchte schon einige Wochen. In dieser Zeit lernte ich den Glauben kennen. Den Glauben, wie ich ihn nie gekannt hatte. Ich begann einfach mal in der Bibel zu lesen. Einfach so. Wieso, weiss ich nicht. Aber ich begann.
Ich las die ganze Bibel. Danach lass ich immer wieder stellen. Ich begann mich mit dem Glauben auseinander zu setzen. Begann mit GOTT zu sprechen. Das zu Beginn Komische war, das GOTT antwortete. ER existiert.  Nun ich war sehr überrascht. Denn ich als rational denkender Mensch, kann mit so was nichts anfangen. Und doch, GOTT antwortete. Nicht einmal. Nein, immer und immer wieder. Da erkannte ich, dass es mehr wischen Himmel und Erde gibt, als ich zu wissen glaubte. All die Diskussionen, ob es GOTT nun gibt oder nicht, waren für mich hinfällig geworden. Ich erfuhr, ich erlebte GOTT. Ich erlebe IHN auch heute noch. Jeden Tag.
Die Frage ist nun, was hat mir das alles gebracht? Wie hat sich mein Leben verändert? Nun, ich erkannte das Menschen anders sind. Das sie Probleme haben können. Das es nicht nur darum geht, was ich will. Sondern, ich muss in einer grösseren Ordnung denken. Die Bibel hatte mir dabei sehr geholfen. Dank ihr lernte ich, was es heisst, ein Mensch zu sein. Was es heisst, auf andere einzugehen. Anderen auch zeigen, dass sie einem wichtig sind. Das kannte ich zuvor nicht.
Das Lesen der Bibel hat mein ganzes Leben fundamental verändert. So sehr, dass ich heute ein ganz anderes Leben lebe, als ich es zuvor getan habe. Auch habe ich, wie durch ein Wunder eine super Stelle gefunden. Und natürlich, meine über alles geliebte Frau. Dies geschah meiner Meinung nach, nicht einfach so.
Das ich jetzt aber nur noch Verständnis habe, und nur noch lieb bin, dem ist nicht so. Ich musste auch erkennen, das mir das Asperger Grenzen setzt. Besonders dann, wenn ich mit vielen Menschen zusamen sein muss. Wenn ich viel sprechen muss. Ich kann nicht ändern, dass ich in solchen Situationen komisch reagiere. Das nur mein Umfeld mich versteht. Dies ist einfach so. Dagegen ankämpfen, tue ich nicht mehr. Wieso auch? Ich brauche meine Energie lieber für meine Frau und die Arbeit, als den Muggel zu gefallen. Davon habe ich nichts. Ich versuche aber, so gut ich eben kann, auf andere einzugehen. Das gelingt mir aber nicht immer. Doch manchmal schon. Ich bin dann jeweils selber über mich erstaunt. Der Glaube hat mir auch geholfen, dass ich wieder Kraft für mein Leben schöpfen konnte und kann. Er gibt mir den Halt und auch die Ruhe, die ich brauche.
Heute kann ich mir ein Leben ohne Glauben gar nicht mehr vorstellen. Wenn ich denke, dass ich über 30 Jahre ohne ihn lebte. so kommt mir das heute wie ein anderes Leben vor. Ein Leben, dass nicht das war, was es sein konnte. Ein Leben, dass ich nicht mehr will. Heute bin ich zufrieden und glücklich. Dies dank dem Glauben und auch dank meiner Frau. Sie ist es, welche mir das Gefühl gibt, dass ich jemand bin. Dass ich wirklich wichtig bin und auch gebraucht werde. Nicht nur gebraucht, sondern auch geliebt. Das alles ist für mich heute noch ein Wunder. Die Bibel bietet so vieles. Man muss nur beginnen in ihr zu lesen. Einfach nur lesen. Der Rest ergibt sich von selber.