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Dienstag, 1. Oktober 2013

Asperger und viele Menschen

Muggel sind gerne unter sich. Viele von ihnen können nicht alleine sein. Sie suchen die Nähe von anderen. Ich vermute mal, dass das auch der Grund ist, wieso sie Feste feiern. Wieso sie laut sind. Wieso sie immer rumlärmen müssen. Sie wollen gehört werden. Wollen Aufmerksamkeit. Nur so kann ich mir das Chaos erklären, welches sie immer veranstalten.
Viele Menschen sind für mich ein Horror. Mich irritieren sie. Sie nehmen mir die Orientierung. Ich kann mich nur orientieren, wenn ich Ruhe habe. Der Grund ist, weil ich die Geräusche, den Lärm sehe. Irgendwann bin ich einfach überfordert. Ich kann nicht mehr. Versuche nur noch weg zu kommen. Nun, dies gelingt mir nicht immer. Besonders dann nicht, wenn ich im Zug eine Reise mache, und nicht immer Musik hören kann. Ich will ja auch mit meiner Frau sprechen. Will mich mit ihr unterhalten.
Sie registriert mein Verhalten, und versucht mich dann jeweils zu beruhigen. Nun, es gelingt ihr sogar. Sie hat eine Methode und Art, welche für mich ideal ist. Dank ihr kann ich auch mal eine weitere Reise machen. Alleine würde ich so was niemals machen. Mich würden die vielen Menschen in den Wahnsinn treiben.
Die Muggel können den Lärm scheinbar bis zu einem gewissen Grad ausblenden. Ich nicht. Ich kriege alles ungefiltert mit. Kann mich nicht mehr konzentrieren. Kriege Kopfschmerzen. Nun, diese sind aber, sobald es ruhiger ist, wieder vorbei. Muggel machen sich über den Lärm, welchen sie verursachen, keine Gedanken. Sie machen einfach. Schon das Rascheln einer Plastiktüte, kann mich fast zum Wahnsinn treiben. Oder noch schlimmer ist das Geschrei von Kindern. Ich selber habe nichts gegen sie, aber ihr Geschrei, ist für mich jeweils zu viel. Ich kriege so was wie Panik. Muss weg, rege mich auf. Meine Frau versucht mich dann jeweils ab zu lenken. Das gelingt ihr in diesem Fall auch nicht immer perfekt. Ich bin dann einfach wie nicht mehr vorhanden. Weiss nicht mehr was ich sage. Sehr mühsam. Ich weiss. Aber ich kann es leider nicht ändern.
Ich denke, dass es vielen Autisten auch so geht. Sie meiden Menschenansammlungen, wenn sie können. Es muss ja nicht sein, sich solch einem Stress auszusetzen. Nur, wenn es unbedingt sein muss. Das macht mich aber nicht zu einem einsamen Menschen, der nichts unternehmen kann und will. Ich habe mein Leben so eingerichtet, dass es für mich passt. Auf etwas verzichten, muss ich nicht. Im Gegenteil, ich kann das machen, was ich will. Kann mein Leben so leben, wie ich will. Für ich ist das ausreichend. Ich brauche nicht mehr. Brauche keine Feste. Brauche keine Menschenansammlungen. Brauche den ganzen Lärm nicht.
Viele Muggel an einem Ort, bedeutet doch auch viele Probleme. Immer ist was. Immer gibt es Stress. Immer ist es laut und stickig. Nein, das muss nicht sein. Wer es mag, der soll sich das antun. Ich für mich, habe mich dafür entschieden, mich dem nicht auszusetzen.