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Mittwoch, 23. Oktober 2013

Asperger und die Eigenmotivation

Von sich aus etwas zu machen, fällt nicht allen leicht. Einige brauchen jemanden, welcher ihnen sagt, was sie tun sollen. Dies besonders dann, wenn es sich nicht um das Spezialinteresse handelt. Wenn es sich um banale Alltagdinge handelt. Wie Rechnungen bezahlen oder einfach mal wieder aufräumen. Dies betrifft sicher nicht nur die Asperger sondern die Muggel genau so.
Ich muss mich auch manchmal selber motivieren. Nicht immer habe ich gerade die Muse alltägliches zu tun. Aber ich sage mir, gemacht werden muss es trotzdem. Erledigen tun sich die Dinge nicht von selber. Da muss ich schon was tun. Damit ich mich aber nicht selber überfordere, habe ich für jeden Tag etwas, was ich erledige. So muss ich erstens nicht daran denken, und zweitens verteile ich den Haushalt und was dazu gehört über die ganze Woche. So bleibt doch immer noch Zeit für mich und meine Frau.
Sich im Privaten zu motivieren ist eine Sache. Aber auf Arbeit eine Andere. Denn da geht es vielmals nicht so wie man es gerne hätte. Da werden Anforderungen an einem gestellt. Da muss man abliefern. Dazu muss man auch in der Lage sein, selber was zu tun. Sich also auch selber zu motivieren, damit auch unbeliebte Arbeiten erledigt werden. Wobei unbeliebt gibt es meiner Meinung nach nicht. Es ist immer nur eine Frage der Einstellung. Ich erledige das, was ich erledigen muss. Aber auch mehr. Ich motiviere mich und meine Leute, dass wir zusammen als Team gute Arbeit abliefern. Menschen zu motivieren ist eine Sache, aber das sie motiviert bleiben eine andere. Meistens verlieren sie die Motivation nach einer Weile. Dann, wenn sich Routine einschleicht. Wenn es nicht mehr was Neues ist. Wenn es nicht nur darum geht, was sie wollen, sondern, was gefordert ist. Dann verlieren viele die Motivation. Sie sind dann krank, kommen später oder gar nicht. Muggel reagieren da anders. Sie sagen es, oder machen einfach Stress. Sie zeigen es anders als Asperger. Meiner Erfahrung nach, zeigen es Asperger indem sie nicht mehr erscheinen. Sie verstehen nicht, das es nicht immer darum geht, was sie wollen, sondern darum, was sie aus ihrem Leben als Ganzes machen. Dazu gehören auch, dass man sich in einen Arbeitsprozess einfügt.
Im Privaten ist es doch auch so. Meistens ist man nicht alleine. Sei es, weil man noch bei den Eltern, in einem betreuten Wohnen oder mit einem Partner zusammen wohnt. Da kann auch nicht einfach getan werden was man will. Es braucht ein miteinander, nicht ein gegeneinander. Ich wohne alleine. Aber ich sehe meine Frau fast jeden Tag. Zudem schreiben wir uns viel SMSen. So sind wir auch miteinander verbunden. Zudem kann ich auch so nicht machen was ich will. Klar zu Hause, wenn ich alleine bin schon. Aber ich will meine Zeit auch nutzen, in dem ich am PC was mache, oder lese. Oder ganz einfach, die Wohnung in Schuss halte. Das alles mache ich gerne. Die Motivation für mich ist, dass ich es gerne sauber und ordentlich habe. Nicht wegen jemandem, sondern einfach nur für mich.
Die Eigenmotivation ist für mich auch darum wichtig, weil ich dank ihr mehr tun kann, als ich sonst tun würde. Ich will das alles tun. Ich will mit einer Frau zusammen sein. Ich will meinen Haushalt führen und ich will arbeiten. Diese "wollen" sind für mich die Motivation. Sie zeigen mir auch jeden Tag, dass wenn ich was mache, es mir auch gut geht. Denn ich weiss so, dass ich was machen und erreichen kann. Nicht nur für ich, sondern auch für die Gesellschaft. Denn ich bin so nicht abhängig von irgendwelchen Institutionen sondern ich bestreite meine Leben ohne diese. Dies ist für viele Asperger nicht selbstverständlich, da sie nicht einsehen, wieso sie dies alles tun sollen. Leider. Doch ich habe immer noch die Hoffnung, dass der eine oder andere, dies erkennt und auch sein Leben selber bestimmt und nicht die Eltern oder sonst wer. Nur sie selber. Dies sollte die grösste Motivation sein. Selber über das eigene Leben zu bestimmen. Schliesslich hat man ja nur eines.