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Sonntag, 19. Januar 2014

Asperger und mein Weg aus der Depression 2. Teil

Im ersten Teil habe ich meinen Weg allgemein beschrieben. Mir ging es darum, zu zeigen, dass es einen Weg gibt. Aber das der nicht alleine gegangen werden kann. Es braucht dazu die Hilfe viele Menschen. Und es braucht viel Zeit.
Nach der Diagnose Burn-out, war ich mehrere Wochen zu hause. Denn die Klinken haben lange Wartefristen. Ich kann mich aber nicht mehr an diese Wartezeit erinnern. Ich weiss nur noch, dass ich nichts mehr mitbekommen habe. Und ich froh, war, als ich endlich in die Klinik konnte. Da angekommen, war alles neu für mich. So eine Klinik ist kein Hotel. Auch wenn diese in einem Hotel untergebracht ist. Ich musste wieder lernen, pünktlich aufzustehen. Musste lernen mit anderen Menschen an einem Tisch zu sitzen. Musste lernen, was es heisst, mit anderen Menschen zusammen zu leben. Das alles war zu Beginn sehr fremd für mich. Ich habe mich aber, was mich immer noch erstaunt, schnell eingelebt gehabt. Mit wurde von Mitpatienten gezeigt, wie ich stricken muss. Ja, richtig, stricken. Ich lernte in der Klinik stricken. Das hat mich beruhigt. Ich lernte mich so, auf eine einzige Sache zu konzentrieren. Lernte, dass ich nicht immer alles auf einmal machen muss. Dass ich auch Fehler machen darf. Und ich habe zu Beginn sehr viele Fehler gemacht. Diese wurden mir aber immer korrigiert.
Das grösste Problem aber war, dass ich nicht aus der Klinik raus konnte. Ich durfte, wenn ich wollte, aber ich konnte nicht. Die Welt war für mich damals fremd. Sie war sehr laut und hektisch. Ich blieb also immer in der Klinik. Ging erst nach einpaar Wochen raus. Aber auch nur über die Strasse um was Kleines einzukaufen. Mehr nicht. Ich ging am Anfang nicht einmal alleine, sondern mit einem Betreuer. Mit der Zeit lernte ich aber wieder, dass ich rausgehen kann. Das mir nichts passiert.
Dann begann die Sache mit dem Sport. Ich begann im hauseigenen Fitnesskeller langsam zu trainieren. Begann wieder meinen Körper zu merken. Dies ging aber sehr langsam von sich. Aber es ging so immerhin aufwärts.
Nach einpaar Wochen zog ich aus der Klinik aus. Zog in ein Nebengebäude. So eine Art WG. Da blieb ich nochmals 4 Wochen. Danach wurde ich entlassen. Ich fühlte mich viel besser. Aber immer noch nicht bereit, zu arbeiten. Also ging ich noch 2 Monate in die Tagesklinik. Das bedeutet, am Morgen hinfahren und am Abend wieder nach hause. Da lernte ich, dass ich wieder eine Stelle suchen muss. Dass ich wieder arbeiten kann und auch wollte. Aber nicht mehr so, wie zuvor. Ich suchte etwas neues.
Nach einigen Monaten fand ich dann eine Stelle bei Specialisterne. Die war für mich Ende und Anfang zugleich. Ende, dass die Klinikphase vorbei war. Dass ich endlich wieder arbeiten konnte. Der Anfang, weil es für mich ein neues Leben bedeutete. Was es immer noch tut. Ich bin ja bis heute dort.
Nur eines weiss ich. Zurück in die Klinik will ich nicht mehr. Ich weiss heute, was ich tun muss, dass es nicht mehr so weit kommt. Ich achte aber nicht mehr alleine auf mich. Nein, meine Frau und auch meine Eltern achten auf mich. In der Klink habe ich gelernt, dass ich Hilfe annehmen soll, wenn sie mir angeboten wird. Das war etwas, was ich nie konnte. Nie wollte. Heute kann ich das ohne Probleme. Ich bin sogar dafür dankbar, dass ich das lernen konnte. Der Preis war hoch. Doch nehme ich auch viel Positives aus dieser Zeit mit. Denn ohne das alles, wäre ich heute nicht das, was ich bin. Nicht der, der ich heute bin.
Ich habe gelernt, für mich einzustehen. Mir zu vertrauen. Auch wenn mir das heute nicht immer leichtfällt, so weiss ich doch, dass ich es kann, wenn ich will.
Ich habe die Depression überwunden. Ich habe sogar gemerkt, Wann sie verschwunden ist. Das war für mich auch neu. Ich merkte was. Nun, heute merke ich ein wenig mehr. Aber nicht so viel, wie Muggel. Aber damit kann ich leben. Mein Umfeld weiss das, und mach mir auch keinen Vorwurf, wenn ich was nicht mitbekomme. Sie weisen mich dann einfach darauf hin. Früher wäre ich ausgerastet. Aber heute nehme ich das mit Dank an. Ich denke, das mich die Klinik positiv verändert hat. Ich habe auch mehr Verständnis für Menschen die nicht mehr können. Die anders sind. Die nicht mehr weiter wissen. Ich versuche ihnen, so gut ich eben kann zu helfen.
Dieser Blog ist auch ein Ergebnis meines Klinkaufenthaltes. ich habe Monate danach begonnen. Aber ich habe begonnen, und schreibe immer noch gerne dafür.
An dieser Stelle möchte ich mich auch bei all denen bedanken, die meinen Blog lesen und mein Buch gekauft haben, oder noch kaufen werden. Danke.