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Mittwoch, 13. Mai 2015

Asperger und die Beziehungsfähigkeit

Das ist ja so eine Sache, das mit der Beziehung. In der Literatur lese ich immer mal wieder, das wir nicht beziehungsfähig sind. Oder nur begrenzt. Stimmt das? Sind wir wirklich so, wie uns die NT sehen wollen?
Nein, sind wir eben nicht. Die NT sind auch so. Nicht alle NT haben Beziehungen. So wir auch nicht. Ich denke das es auf den Menschen ankommt. Was er will. Aber auch was er bereit ist zu geben. Denn eine Beziehung ist immer ein geben und nehmen. Dabei geht es nicht nur um einen Partner oder eine Partnerin. Es geht um mehr. Beziehungen hat man ja auch auf Arbeit. Im Privaten. Ich kenne niemand der nicht mindestens eine Beziehung hat. Und sei es nur zu den Eltern. Auch das zählt. Daran denken ja die Wenigsten.
Jedoch wird im Allgemein ja das mit dem Partner gemeint. Nun, ich kann mir nicht vorstellen einfach alleine zu sein. Ich weiss wie das ist, aber ich will das nicht mehr. Muss ich auch nicht. Denn ich habe vor Jahren den Menschen gefunden den ich immer gesucht habe. Meine Frau. Nun, das ist doch einer der Beweise, dass wir beziehungsfähig sind. Wenn es mindestens eine Person kann, ist es doch möglich. Ich bin ja aber nicht alleine. Viele Autisten sind in einer Beziehung. Verheiratet. Nur, davon spricht kaum jemand. Wieso auch? Nur immer die NT sind die um die es geht. Wenn ich mir all die Single-Börsen im Internet anschaue dann sehe ich, das die NT genau so das Bedürfnis haben eine Beziehung zu haben, wie wir.
Die Frage ist nur, wie eine Beziehung beginnen. Ich denke das fällt den NT einfacher. Sicher nicht allen. Ich erlebe es bei mir immer mal wieder, das ich was will, aber mich selber nicht überwinden kann. Gegen Aussen wirkt es, als ob ich nichts sagen oder tun würde. Aber dem ist nicht so. Nur, ich kann es der Welt nicht mitteilen oder sagen.
Meine Frau, die versteht mich. Sie kann sehr gezielt nachfragen, oder sieht mir an, wenn was nicht stimmt. Nur, ich sehe es bei ihr selten. Aber nicht nicht. Das ist ein Anfang. Bei allen anderen sehe ich es nicht. Das ist auch so was. Ich kann nur das Gesicht und die Augen meiner Frau sehen. Sonst bei niemandem.
Das ist so glaube auch ein Problem, wieso viele Autisten keine Liebesbeziehung haben. Sie wirken auf die NT komisch. Wer jemandem nicht in die Augen schaut, der ist komisch. Wer nur von dem spricht was einem interessiert, wird mit einer Ausrede verlassen. Ist doch so. Nur, ich denke, das passiert auch bei den NT. Der Punkt aber ist doch, das NT intuitiv handeln. Wir müssen immer zuerst überlegen. Eine Beziehung bedeutet aber, das man intuitiv handeln muss soll. Oder aber, der Partner versteht einem mit der Zeit. Nur, dafür muss man ja auch Jahre zusammen sein. Denn erst dann entsteht die Beziehung die man sich erwünscht. So jedenfalls kenne ich es.
Beziehungsfähig sein bedeutet auch, Kompromisse eingehen. Sich absprechen. Kommunizieren. Das ist aber ja genau das was Autisten nicht können. So die Theorie. Aber die irrt. Wir können das auch. Nicht so wie die NT aber wir können es. Es ist nur eine Frage, wie das Gegenüber mit einem umgeht. Wie man selber mit dem Partner umgeht. Denn es ist wie geschrieben ein geben und nehmen.
Aber auch Grenzen zu setzen. Denn man ist immer noch für sich selber da. Sich für das andere aufgeben, das bringt nichts. Das führt nur zur Trennung. Das muss nicht sein.
Die Beziehung ist auch Arbeit. Viele sagen dass man nicht mehr frei ist. Nun, das stimmt so nicht. Ich fühle mich freier seit ich meine Frau kenne und mit ihr zusammen bin. Denn nur sie kann mir das Gefühl geben, das so wie ich bin, ich richtig bin. Das ist es doch. Eine Beziehung funktioniert nur dann wenn man den Partner so akzeptiert wie er ist und nicht versucht in zu ändern. Das funktioniert nie. Autisten sind aber genau darauf anfällig. Viele sind ja gewohnt sich zu tarnen. Wieso also nicht auch in einer Beziehung? Was spricht dagegen? Alles. Denn nur wer sich selber erkennt der kann sein wie er ist. Der kann auch das geben was er will. Das ist so denke ich auch wichtig. Geben. Denn eine Beziehung lebt ja davon. Aber auch annehmen. Das wiederum fällt mir schwer. Ich gebe lieber als das ich annehme. Nun, meine Frau aber die hat mir gezeigt, das auch ich annehmen kann. Dass es ok ist wenn ich nicht immer nur gebe. Das ist ein Lernprozess der noch nicht abgeschlossen ist. Muss er auch nicht. Denn eine Beziehung lebt ja genau von solchen Sachen.
Ich denke dass Autisten genau so beziehungsfähig sind wie die NT. Nur eben anders.