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Samstag, 30. Mai 2015

Asperger und keine Bewegung

Manchmal kann ich mich nicht mehr bewegen. Kann nichts mehr tun. Nicht weil ich nicht will, sondern weil ich nicht kann. Ich bin dann einfach. Denke. Bin nur noch ein Gedanke. Steuern kann ich das nicht. Wenn sich die Starre löst ist es sehr intensiv. Wie ein Gummiband das sich plötzlich löst.
Nun, das passiert mir nicht nur zu hause, sondern auch wenn ich arbeite. Ich wirke dann versunken. Aber das bin ich nicht. Es ist halt so, der gläserne Sarg ist manchmal stärker als mein Wille etwas zu tun. Mich zu bewegen.
Deshalb mache ich auch jeden Tag Sport. Nicht viel. Aber immer genau so viel, das ich meinen Körper wahrnehmen kann. Denn würde ich das nicht tun, würde mein Körper komplett verschwinden. In meiner Wahrnehmung. Das will ich nicht. Den ich brauche ja meinen Körper. Nur Geist sein, ist nichts für mich. Ich muss mich bewegen können. Will mich bewegen. Aber eben, das geht nicht immer.
Mich in so einer Starre zu berühren wäre falsch. Denn das kann sehr unangenehm werden. Ich bin dann nicht wirklich da. Wenn ich berührt würde würde ich mich sehr erschrecken. Das muss nicht sein. Aber mein Umfeld weiss das. Sie lassen mich dann einfach. Lange dauert dieses Zustand nicht an. Ein paar Minuten mehr nicht. Es ist auch so, dass wenn ich müde bin, das eher passieren kann als wenn ich ausgeruht bin. Es kann sein dass das einfach die Art meines Körpers ist sich auszuruhen. Wenn alles zu viel wird. Nur, ich merke das nicht immer. Mein Körper aber scheinbar schon. Deshalb unternehme ich auch nichts dagegen. Wieso sollte ich? Ich meine auch mein Körper hat ein Recht auf Ruhe.
Es ist nicht so das mich das stressen würde, wenn ich mich nicht bewegen kann. Ich kenne es nicht anders. Für ich ist das normal. Nur, wer mich nicht kennt, der meint ich sei nicht bei der Sache. Wolle nicht kommunizieren. Aber dem ist nicht so. Das zu erklären macht keinen Sinn. Denn die NT können sich das nicht vorstellen. Was sie sich nicht vorstellen können das macht ihnen Angst. Also lasse ich es lieber. Denn wieso sollte ich mich immer erklären müssen, aber sie nicht? Sie wissen so denke ich, eh nicht viel über sich. Denken nicht viel über sich nach. Ich habe in Laufe der Jahre viel über mich gelernt. Dies dank der Diagnose. Aber auch Dank meiner Arbeit. Dank meiner geliebten Frau. Sie weiss am Besten wie sie mit mir umzugehen hat. Sie kann mich auch einfach sein lassen. Aber sie weiss auch, wann sie mich wecken muss darf soll. Wecken im Sinne wenn ich geistig völlig abschweife. Ich spreche dann bin wach. Aber ich bin nicht anwesend. Geistig bewege ich mich nicht. Bin gefangen in einem einzigen Gedanken. Der kann mich so sehr blockieren dass ich nur noch darüber spreche. Sie unterbricht mich dann. Berührt mich.
Ich denke besonders in einer Beziehung ist es wichtig das man sich vertrauen kann, aber auch, dass man Verständnis für einander hat. Das ist das was ich immer wieder erlebe. Ohne ihr Verständnis würde es nicht gehen. Es ist ein Geben und Nehmen. Jedes lebt die Beziehung nach bestem Wissen und Gewissen.
Dann spielt es auch keine Rolle ob ich mich manchmal nicht bewegen kann oder nicht. Auch nicht wenn ich am nicht mehr geistig anwesend bin. Jeder hat doch etwas worauf das andere Rücksicht nehmen muss soll. Ich denke das aber genau dass das ist was das andere ausmacht. Dadurch das man nicht perfekt ist, ist man eben perfekt für das andere.