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Mittwoch, 24. Juni 2015

Asperger und das ausgeschlossen sein

Der gläserne Sarg ist eine Sache, aber die andere ist das Verhalten der NT. Ich bin fast immer im gläsernen Sarg eingeschlossen. Kann nicht raus. Aber das heisst nicht, dass ich nichts tun kann. Ich nehme die Umwelt einfach fast nicht wahr. Obwohl ich spreche, arbeite, bin ich wo anders. Nicht mit den Gedanken aber mit der Wahrnehmung. Ich nehme die Welt nicht so wahr, wie die meisten.
Dennoch habe ich manchmal den Eindruck als ob mich die NT ausschliessen. Sie sind lieber unter sich. Wollen ihre Sprache sprechen. Wollen Streicheleinheiten. Wollen keine komischen Fragen. Wollen die Wahrheit nicht hören. Auch können sie meinen Gedanken oft nicht folgen. Sie sind zu komplex. Nur, ich sehe das nicht so. Denn ich bemühe mich, nicht immer alles extrem darzustellen. Nicht immer nur Kassandra zu sein. Auch mal normal. Aber eben, das gelingt mir sehr selten. Wieso? Weil ich eine Kassandra bin. Weil ich ich bin. Leben im gläsernen Sarg. Nicht das mich das stressen würden. Es ist nur, das ich manchmal denke, wieso ich es nicht schaffe unter NT zu sein. Wieso ich es nicht schaffe auch mal die Anerkennung zu bekommen die sie bekommen.
Auch wieso ich nicht informiert werde. Aber die NT schon. Verstehe ich nicht. Aber ich denke es hat damit zu tun, dass ich anders bin. Nicht wie sie. Nun, das ist ja der Grund, wieso ich da arbeite wo ich eben arbeite. Nur, eben, sind viele NT da. Sie bestimmen. Wie immer.
Ausgeschlossen komme ich mir nur bei meiner Frau nicht vor. Sie akzeptiert mich so wie ich eben bin. Sie gibt mir nie das Gefühl ausgeschlossen zu sein. Bei ihr komme ich mir fast schon normal vor. Dies einfach, weil sie keinen Unterschied macht. Für sie bin ich normal. Auch mal schön das zu hören. Normal.
Klar will ich nicht normal sein. Das würde bedeuteten ich leugne mein ICH. Ich leugne den Autismus. Das muss nicht sein. Aber ich versuche eben, so gut ich kann so zu sein, dass ich nicht zu sehr auffalle. Nur, wenn viele neue Personen um mich sind. Wenn sich alles verändert, dann kann ich das nicht. Dann bleibt mir nur der gläserne Sarg. Kassandra. Dagegen kann ich nichts tun. Will ich auch nicht. Denn das würde zu viel Energie kosten.
Für das Umfeld ist so mein Verhalten nicht immer nachvollziehbar. Aber das ist mir egal. Ihr Verhalten ist es für mich auch nicht. Ich suche immer nach plausiblen Erklärungen. Ob sie stimmen? Keine Ahnung. Ist mir auch egal. Hauptsache ich habe eine Erklärung die für mich stimmt.
Ausgeschlossen sein kann aber auch bedeuten, keinen Kontakt zur Aussenwelt zu haben. Bewusst. Niemand an sich heran lassen. Nun, dass will ich nicht. Und, dass tue ich auch nicht. Denn das ist nicht logisch. Wie sonst kann man leben, wenn man keinen Kontakt zum Leben hat?
Die NT sind oft komisch. Wenige verstehe ich. An die halte ich mich. Der Rest? Nun, die verstehe ich nicht. Lasse sie einfach so sein, wie sie sind. So lange sie mich in Ruhe lassen ist alles ok. Wenn nicht, dann sage ich auch nicht viel. Denke mir meine Sache.
Das alles ist auch nicht gerade gegen das Ausgeschlossensein. Aber ich kann nicht anders. Ist halt so. Das ist so, wenn man mit Autisten zusammen arbeitet, lebt. Vieles müssen die NT ertragen. Aber auch wir müssen sehr vieles von ihnen ertragen. Ich denke es kommt auf den gegenseitigen Respekt an. Aber auch auf die Toleranz. Von beiden Seiten. So kommt sich keiner ausgeschlossen vor.