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Mittwoch, 3. Juni 2015

Asperger und Wille

Es ist manchmal schwer mich selber zu überwinden. Nicht einfach aufzugeben. Einfach alles loslassen. Die anderen sollen schauen. Nicht ich. Nur, das ist nicht meine Natur. Ich kann nicht anders, als das ich alles selber machen will. Das ich selbstständig leben will und das auch tue. Ich habe Mühe damit wenn mir jemand sagen will was ich tun muss oder soll. Denn mein Wille ist, dass ich alles selber tue. Das ich nicht angewiesen bin auf andere. Nur stimmt das? Bin ich das wirklich nicht? Reicht der Wille all das zu erreichen was man will?
Nein, den ich bin nicht alleine. Kann ich auch nicht sein. Ich bin von anderen Menschen umgeben. Sie sind es die einen Teil meines Lebens bestimmen. Nicht bewusst, aber dennoch. Das ist ja normal. Aber ich denke dass trotzt dem mein Wille alles selber zu machen manchmal einfach zu stark ist. Das hatte ich schon immer so. Ich wollte nie abhängig sein. Wollte immer alles selber ausprobieren. Wollte selber leben.
Für mich ist es nicht verständlich wenn dass jemand nicht will kann. Ich weiss das es das gibt. Ich erlebe solche Menschen auf Arbeit jeden Tag. Nur, verstehen? Nein. Ich hatte das nie. Der Wille ist das was mich antreibt. Dass ich jeden Tag aufstehe zur Arbeit fahre. Arbeite. Dass ich jeden Tag mein Leben lebe und es nicht schleifen lasse. Das ist nicht einfach. Disziplin. Das ist das Einzige was hilft. Sonst klappt es nicht. Nur, das ist nicht immer einfach. Man ist müde. Mag nicht mehr. Alles geht schief. Wie soll man da noch den Willen haben was zu tun. Nun, ich muss dafür jeweils sehr viel geistige Kraft aufwenden. Denn es ist nicht immer einfach. Aber es lohnt sich auf die Dauer. Denn so komme ich im Leben voran. Bin nicht abhängig von anderen. Muss nicht das tun was Beamte in Ämter wollen dass ich es tue. Auch das kenne ich zu Genüge. Das muss nicht mehr sein.
Jedoch kann das mit dem Willen manchmal auch hinderlich sein. Wenn ich einfach nicht einsehen will, dass ich doch Hilfe brauche. Nicht alles alleine tun kann muss. Dann muss ich mir sagen, dass ich auch mal nachgeben kann darf. Wieso auch nicht? Ich meine ich bin nicht der Einzige der das macht. Es ist scheinbar normal, dass wenn der Wille fehlt dieser durch andere ausgeglichen wird. Nur, das verleitet dazu einfach alles fallen zu lassen. Nichts mehr zu tun. Einfach die anderen machen lassen. Sich selber genüge sein. Nein, das ist nicht richtig. Denn ich denke dass jeder nicht nur für sich verantwortlich ist, sondern auch der Gesellschaft gegenüber in der er lebt. Wieso? Nun, wer trägt die Kosten wenn jemand einfach nicht will kann? Die Allgemeinheit. Wir alle. Das ist nicht fair. Ich sehe es bei denen ein, die wirklich nicht können. Aber sind wirklich alle für die wir bezahlen so? Ich denke nein. Oft fehlt es doch am Willen selber zu leben. Selber zu bestimmen. Klar ist es angenehm wenn einem alle Probleme abgenommen werden. Wenn man sich um nichts kümmern muss. Aber ist dann das Leben noch lebenswert? Nein. Für mich jedenfalls wäre es das nicht. Ich habe das auch schon selber erlebt. Burn-out. Das hat mir gezeigt wie es ist, nichts mehr tun zu können. Angewiesen zu sein auf andere. Aber das will ich nicht mehr erleben. Es war eine Erfahrung aber dabei soll es auch bleiben. Denn es ich kam mir wie ein halber Mensch vor. Kann nichts mehr, werde nicht gebraucht. Nein, das ist nicht meines. Ich brauche das gebraucht werden. Brauche das Leben um zu spüren dass ich bin.
Das ist es doch was der Wille ausmacht. Das spüren das man ist. Das man was kann. Dass man so wie man ist ok ist. Manchmal komme ich mir genau als das Gegenteil dessen vor. Aber ich denke das ist normal. Jeder hat doch mal so Phasen wo er sich klein vorkommt. Nicht mehr kann. Wieso auch nicht? Denn so erkenne ich, das das was ich habe ein Geschenk des Lebens ist. Das ich dankbar sein soll für all das was ich habe.