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Dienstag, 15. Januar 2013

Asperger und Computerspiele

Computerspiele sind eine faszinierende Sache. Sie ermöglichen es, sich in Unbekannte Welten zu begeben. In Welten, die wir ohne sie niemals sehen würden. Die wir niemals so erleben würden.
Es gibt viele Spiele. Manche sind einfach, aber genial. Wieder andere sind brutal und blutig. So ist für jeden etwas dabei. Egal ob alt oder jung.
Doch sie bergen auch eine riesen Gefahr. Nämlich, dass man sich in ihnen wie verliert. Dass man den Bezug zur Realität nicht mehr findet. Im Extremfall, kann dies zum Tod führen. Dies ist schon einige Mal vorgekommen. Besonders in Zusammenhang mit dem Spiel World of Warcraft. Es ist ein Spiel welches in einer fantastischen Welt spielt. Doch es ist nur möglich richtig erfolgreich zu sein, wenn man in einer Art Klan ist. Das macht das Spiel noch süchtiger. Man will immer mehr, immer besser und immer weiter kommen.
Viele Jugendliche verlieren sich in solchen Spielen. Sie brechen alle sozialen Kontakte ab. Sie gehen nicht mehr zur Schule. Sie essen kaum noch etwas. Sie gamen nur noch. Dies mit dem Ziel der Beste zu werden. Aber sicher auch, um vor der Realität zu fliehen.
Die Flucht vor der Realität, ist etwas, was wir Autisten sehr gut kennen. Die Realität macht vielen sicher Angst. Sie versuchen sich also so wenig wie möglich darin aufzuhalten. Sie versuchen eine passende Welt zu finden. Dies gelingt sicher am Besten mit den Games. Sie ermöglichen einem, ein Held zu sein, etwas zu erschaffen, oder einfach die Zeit zu vertreiben. Hauptsache sich nicht mit der realen Welt befassen.
Leicht kann dies auch zu einer Sucht führen. Zu einem verzehrten Bild der Realität. Auch die eigenen Vorstellungen von, was ist real?, werden so verändert. Autisten sind meiner Meinung nach viel anfälliger, als NT's. Wir brauchen den Ausgleich dringender, als die anderen. Wir sind schnell mit allem Möglichen überfordert. Es kann nur eine Kleinigkeit sein. Wie es gibt das passende Joghurt nicht mehr, oder der Zug kommt zu spät in den Bahnhof. Kleinigkeiten eben. Doch sie sind für unser Leben entscheidend.
In Games, können wir selber bestimmen, was wir machen. Wann wir es machen, und wichtig!, wie wir es machen. Die heutigen Games sind sehr flexibel darin. Alles mögliche ist machbar. Ich selbst war mal ein Gamer. Hauptsache Shooter und Strategie. Immer und immer wieder wollte ich nicht gamen. Doch ich habe es jahrelang getan. Nicht extrem, doch immer wieder. Sie waren für mich die Flucht vor der Realität. Heute game ich nicht mehr. Es macht mir keinen Spass mehr, und ich sehe auch keinen Sinn mehr darin. Wieso sollte ich noch gamen? Das Leben hat viel mehr zu bieten, als Games.
Nach Draussen joggen gehen, oder mit der Frau spazieren gehen. Das sind Dinge, welche ein Game niemals ersetzen kann. Die reale Welt ist besser, als die Computerwelt. Dies zu erkennen, hat bei mir Jahre gebraucht. Doch heute bin ich froh, dass ich es erkannt habe. Mein Leben ist dadurch viel reicher an Eindrücken geworden.