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Dienstag, 29. Januar 2013

Asperger und das Egalsein

Wenn man sich Mühe gibt, so, kann man im Leben viel Gewinnen, aber auch viel verlieren. Es kann sein, dass ich der Einsatz nicht lohnt, jedoch kann es auch sein, dass man dafür belohnt wird. Manchmal kann es aber auch sein, dass sich die Mühe erst mit der Zeit auszahlt. Es muss nicht immer gleich sofort sein.
Doch manchmal kann es sein, dass man der Person immer und immer wieder deine Chance gibt, ohne, dass es Folgen hat. Einmal jedoch ist Schluss. Das wird nicht immer erkannt. Asperger erkennen solche Signale nicht oder nur sehr schwer. Sie machen einfach weiter und weiter wie bis her. Irgendwann jedoch ist es zu spät, und man wird entlassen. Das Erstaunen ist dann jeweils gross. Ich selber kenne das nur zu gut. Ich wurde schon einige Male entlassen. Jedes Mal suchte ich eine Grund. Immer und immer gab ich den anderen Schuld. Jedoch muss ich heute erkennen, dass ich auch meinen Teil dazu beigetragen habe.
Heute erkenne ich, dass es wichtig ist, dass man Asperger die Situation klar erklärt. Aber ohne, dass sie unter Druck geraten. Sonst kann es sein, dass sich die Person ganz verschliesst, und erst recht nichts mehr tut. Das wird dann wieder als interesselos aufgefasst. Die Abwärtsspirale dreht sich weiter und weiter. Man kommt nicht mehr aus dieser Spirale raus. Man wird entlassen. Die Folgen können nicht sehr berechenbar sein. Es kann zu einer Depression führen oder aber auch dazu, dass einem Alles egal ist.
Ich habe selber erlebt, dass es mir nach einer Kündigung immer egal war. Ich konnte dann wieder machen, was ich wollte. Endlich wieder frei. Heute denke ich, dass das die falsche Einstellung ist. Denn sie bringt ausser noch mehr Probleme nichts. Asperger sind meistens nur an ihren eigenen Dingen interessiert. Sie wollen nur ihr Ding machen. Was die Anderen darüber denken, ist ihnen egal.
Den Betroffenen klar zu machen, dass das eine falsche Einstellung ist, ist gar nicht so einfach. Denn es erfordert sehr viel Überzeugungsarbeit. Aber ich bin davon überzeugt, dass es gelingen wird. Nicht bei allen, aber sicher bei einigen.
Was es einfach braucht, ist sehr viel Geduld der Angehörigen. Was man uns klar machen muss, ist, dass unsere Arbeit, welche wir am Arbeitsplatz leisten, wichtig für die Gesellschaft ist. Es spielt keine Rolle, was für eine Arbeit es ist. Sie ermöglicht einem Geld zu verdienen, ein eigenständiges Leben zu führen. Der Staat muss so nicht für einem aufkommen. Dies ist es, was für mich wichtig ist. Ich will der Gesellschaft etwas zurückgeben. Dies ist es, was man vielen klar machen muss. Sie sehen nicht ein, wieso sie etwas tun sollen, und erst noch das, was sie nicht interessiert.
Egalsein ist für mich nicht sehr angenehm. Ich für mich suche immer einen Grund, dass mir Dinge, Aufgaben oder sonst was, nicht egal sind. Ich versuche mich immer den Herausforderungen zu stellen. Dies ist für mich auch nicht immer einfach. Aber ich denke, dass es mir nach all den Jahren doch einigermassen gelingt.
Asperger sollten auch sagen, wenn ihnen etwas nicht passt, oder sie mit etwas nicht einverstanden sind. Denn, das Einfachste, ist zu reden. Ein Gespräch ist das Wertvollste in so einem Moment. Es braucht nur ein wenig Mut und Übung. Mit der Zeit, wird es selbstverständlich. Das ist meine Erfahrung. Und, um diese bin ich heute sehr froh. Sie erleichtert mir so vieles. Klar, gelingt es mir nicht immer. Aber ich arbeite daran. Nicht nur ich, nein, auch meine Frau gibt mir immer wieder die Hoffnung und den Mut dazu.