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Samstag, 26. Oktober 2013

Asperger und die Liebe

Immer wieder mal werde ich gefragt, ob Asperger lieben können. Wieso nicht? Ich verstehe die Frage, aber nicht deren Sinn. Wieso sollen Asperger nicht lieben können? Was ist der Grund für diese Frage? Nun, ich denke, dass viele Menschen denken, das Autisten nur mit sich beschäftigt sind. Das sie keine Gefühle für andere Menschen haben können. Dass sie nur an Dingen interessiert sind, aber nicht an Lebewesen. Das ist meine Erklärung dafür.
Ich selber finde diese Frage sehr komisch. Ich frage die Muggel ja auch nicht, ob sie lieben können. Sie würden diese Frage nicht verstehen. Denn für sie ist das normal. Für uns scheinbar nicht. Aber das ist die Meinung der Muggel, nicht der Asperger. Asperger sprechen nicht gerne über die Liebe. Sie zeigen sie auch nicht so, wie es die Muggel gewohnt sind. Sie zeigen sie anders. Aber sie zeigen sie. Wenn man weiss, was sie mit den Gesten meinen, das passt doch alles?
Ich habe mich vor über 1,5 Jahren in meine jetzige Frau verliebt. Schon als ich sie das erste Mal sah, wollte ich nur noch sie. Ich stellte mir vor, wie es wäre, wenn sie meine Freundin würde oder sei. Als ich nach dem Date nach Hause fuhr, war ich wie in einer Wolke. Ich bekam nichts mehr mit. Ich wollte nur noch sie sehen. Wieder mit ihr zusammen sein. Ich hatte mich verliebt. Und dies nicht zu knapp.
Zu meinem Glück wurde  meine Liebe erwidert. Ein paar Monate später haben wir sogar geheiratet. Was für eine Geschichte. Zu schön um wahr zu sein. Aber sie stimmt. Genau so hatte es sich zugetragen.
Diese kleine Geschichte zeigt, dass Asperger lieben können. Genau so, wie Muggel auch. Genau so intensiv. Es kommt nicht auf die Diagnose an. Sondern auf den Menschen. Es kommt drauf an, was er aus dem Leben macht. Aus der Liebe. Die Liebe ist für mich der Beweis, dass es nicht drauf ankommt, wer oder was man ist. Sie sprengt alle Grenzen. Sie überwindet scheinbar unüberwindbare Hürden.
Meine Frau hatte mir mal gesagt, dass sie froh sei, dass ich so bin wie ich bin. Das ist für mich ein riesen Kompliment. Obwohl ich im Normalfall nichts damit anfangen kann. Aber das von meiner Frau zu hören, hatte mich schon berührt.
Die Liebe ist etwas, was einfach geschieht. Ich denke, dass sie nicht planbar ist. Wie auch? Zwei Menschen treffen sich, es passt oder nicht. Vielleicht passt es im ersten Augenblick und nach ein paar Monaten nicht mehr. Was solls? Aber die wirklich wahre und grosse Liebe, findet man nur ein Mal im Leben. Es gibt sie nicht zwei Mal. Dies ist meine Erfahrung. Ich habe immer gesagt, wenn ich die Frau finde, mit welcher ich für den Rest meines Lebens zusammen sein will, dann frage ich sie, ob sie meine Frau werden will. Ich musste für diese Frage 37 Jahre alt werden. All die Beziehungen zuvor, haben mir dieses Gefühl nie gegeben. Immer war etwas. Aber bei meiner Frau, nein. Nichts. Nur Liebe. Mehr geht ja nicht?
Wir sind jetzt fast 1,5 Jahre zusammen. In dieser Zeit, habe ich meine Frau immer mehr und geliebt und liebe sie immer noch mehr und mehr. Es ist wunderbar, wenn ich sehe, was geschehen kann, wenn man sich wirklich liebt. Das ich meine Frau gefragt habe, ob sie mich heiraten will, war das Krasseste, was ich je gemacht habe. ich war mir absolut sicher. Aber ich wusste ja nicht ob sie JA sagen würde. Und, sie hatte JA gesagt. Was für ein Moment.
Asperger und die Liebe so der Titel. Ich habe dies anhand einer kleinen eigenen Geschichte versucht zu zeigen, das sie auch für unser Eins möglich ist. Das wir auch so empfinden wie die Muggel. Das auch wir das Bedürfnis nach Liebe haben. Das auch wir einen Partner wollen und brauchen.
Die Liebe überwindet alles. Sie gibt einem Hoffnung und Vertrauen. Aber auch einfach nur Geborgenheit und Sicherheit. Sicherheit, das, so wie man ist, es gut und richtig ist. Das es keine Rolle spielt, ob man Autist ist oder nicht. Was zählt, ist nur die Liebe selbst.