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Donnerstag, 19. Juni 2014

Asperger und schwarz weiss

Gespräche und Diskussionen setzten voraus, dass man sich auf die andere Person einlassen kann. Dass man versteht, was die andere Person will. Dafür ist es aber notwendig, das nicht in absoluten Werten gedacht und verstanden wird. Damit meine ich, das es nicht nur schwarz oder weiss, ja oder nein gibt.
Ich selbst verstehe aber nur genau das. Es ist, oder es ist nicht. Es stimmt, oder es stimmt nicht. Etwas dazwischen, kenne ich nicht. Ich weiss seit 3 Jahren, dass es das gibt. Das Dazwischen. Ich weiss, nur nicht, wie ich es erkennen kann. Wie ich es selbst äussern kann. Das führt in Diskussionen immer wieder zu Probleme. Denn das Gegenüber geht davon aus, dass ich nicht nur in absoluten Werten denken kann, sondern auch in Werten dazwischen.
Auch verpacke ich die Worte nicht noch in noch schönere Worte. Will heissen, ich sage, was ich denke. Was ich meine. Dies nicht mit einer Schleife um die Worte. Schön verpackt. Nein, gerade heraus. Das ist für viele, die zu Beginn mit mir zu tun haben, und nichts oder nicht viel von Autismus wissen, schwierig. Sie meinen dann, ich sei arrogant oder eingebildet. Dem ist aber nicht so. Ich verwende nur eine andere Sprache. Dies obwohl es die selbe Sprache ist, so ist sie doch anderes. Menschen die mit Autisten umgehen können, die verstehen mich.
Wobei, ich habe mir mal überlegt, wie viele Menschen mich wirklich verstehen. Das sind keine 5 Personen. Nicht gerad viel. Aber es reicht mir. Es reicht, damit ich mein Leben so leben kann, wie ich will. Ich meide ja den Kontakt zu Muggel wo ich kann. Am liebsten ist mir, wenn ich mit Muggel zutun habe, dass noch eines mitkommt. So ist es einfacher. Die können dann zusammen sprechen. Für mich ist das nicht schlimm. Ich vermeide so einfach Stress. Stress für mich, aber auch für die Muggel. Sie verstehen nicht, wie ich freundlich sein kann, sie aber nicht anschaue. Sie verstehen nicht, wieso ich so spreche, wie ich spreche. Eben absolut. Das heisst nicht, dass ich immer recht habe. Das heisst auch nicht, dass nur meine Meinung zählt. Es ist einfach meine Art zu sprechen.
Es ist einfacher, wenn ich so spreche, wie ich spreche. Wenn ich mich nicht verstellen muss. Wenn ich sagen kann, was ich denke. Es auch so sagen kann, wie ich denke. Früher habe ich die Sprache meines Umfeldes kopiert. Habe versucht so zu sprechen wie sie. Doch es gehören nicht nur Worte dazu. Sondern auch die Mimik und Gestik. Davon hatte ich keine Ahnung. Ich denke, dass ist einer der Gründe, wieso mich die Muggel nach einer gewissen Zeit nicht mehr wollten. Wieso sie mich ausgestossen haben. Ich mache ihnen keinen Vorwurf. Sie wussten es nicht besser. Ich aber auch nicht. Ich wusste damals nichts vom Autismus. Ja, wusste nicht einmal, dass ich selbst einer bin.
Schwarz weiss hat aber noch was anderes. Die beiden Farben selbst. Obwohl es immer heisst, dass sie keine Farben seien, so sind sie für mich doch Farben. Ich mag Farben sehr. Besonders, wenn sie grell sind. So kann ich sie sehen. Klar, die anderen Farben sehe ich auch. Aber grelle Farben sind besser. Am liebsten aber, habe ich schwarz und weiss. Für mich könnte alles so sein. Nichts Buntes. Die Welt ist mir eh viel zu bunt. Schaue ich TV so sehe ich nur buntes Zeugs. Die Werbung. Alles ist bunt. Alles ist nervös. Schwarz und weis können nicht nervös sein. Sie sind einfach. Sie sind für mich auch ein Symbol der Ruhe. Sie haben nichts an sich, was nervig ist. Farben in bestimmten Kombinationen können das sein. Für mich jedenfalls. Mit tun dann die Farben in den Augen weh. Ich kann das Objekt nicht ansehen. Aber, damit kann ich leben. Ich kenne es ja nicht anders. Für mich ist es normal, dass ich in schwarz weiss denke. Dass ich die beiden Farben mag.
Muggel wollen mir immer mal wieder weiss machen, dass ich nicht so denken soll. Das es noch andere Denkweisen gibt. Das es ein Dazwischen gibt. Nun, schön für sie. Ich kann das nicht. Versucht habe ich es viele Male. Gelungen ist es mir nie. Ich verstehe auch nicht, wieso mir die Muggel so was beibringen wollen. Wieso sie mich darauf aufmerksam machen. Vielleicht, weil sie diese Art von Denken und Sprechen nicht kennen. Weil sie Angst haben. Ich weiss es nicht. Mir ist es auch egal. Ich sage den Muggel ja auch nicht, dass sie schwarz weiss denken und sprechen sollen. Ich lasse sie so, wie sie sind. Das Selbe erwarte ich auch von ihnen. Nur, tun, das tun sie eben nicht. Sie versuchen immer mal wieder, mir was beizubringen. Mich zu ändern. Das klappt nie. Wieso sollte es auch? Ich will die Muggel ja auch nicht ändern. Auch wenn ich sie nicht verstehe, so soll jeder so sein, wie er ist. Keiner hat das Recht, dem anderen zu sagen, wie er sein soll.