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Freitag, 13. Juni 2014

Asperger und Therapien

Damit die Muggel un verstehen können und wir so funktionieren, wie sie wollen, schicken sie uns in Therapien. Sie gehen davon aus, das diese uns ein Leben ermöglichen, wie sie sich vorstellen, dass es sein soll. Muggel können sich aber nicht vorstellen, dass wir ihre Art zu Leben nicht wollen. Wir haben das Recht auf unser eigenes Leben.
Ich musste auch mal zur Therapie. Musst das auch mal durchmachen. Gebracht, nun, hat es nichts. Dies, weil ich selbst bestimme, wie ich lebe. Ich lasse mir nicht sagen, was richtig und falsch an meinem Leben ist. Wer hat das Recht über einen anderen Menschen zu bestimmen, was für ihn richtig und was falsch ist?
Die Muggel tun aber genau das. Sie erfinden immer wieder neue Ideen, wie sie uns dazu bringen können, dass wir so werden wie sie. Sie verstehen nicht, das wir das nicht wollen. Den Sinn in einer Therapie sehen viele nicht ein. Wir sind doch in Ordnung so, wie wir sind. Wieso was daran ändern?
In einer Therapie lernte ich, was die verschiedenen Gesichtsausdrücke bedeuten. Es waren nur deren 6. Aber, ich kann damit nichts anfangen. Ich sehe die Gesichter nicht. Was bringt es also wenn ich was lernen soll, das ich nicht sehe? Muggel verstehen das nicht. Für sie ist es normal, das sie Gesichter sehen. Sie können aber keine Töne sehen. Können Zahlen nicht in Strukturen und Farben sehen. Soll ich eine Therapie dafür anbieten, das sie das auch können? Eben, das würde nichts bringen. Man kann es oder nicht. Aber einem etwas beibringen, das man nicht kann, weil man in diesem Punkt behindert ist, bringt nichts.
Auch hat eine Therapie für mich einen schalen Beigeschmack. Ich kam mir nicht vor, als ob ich was lernen würde, sondern einfach als Behinderten, dem beigebracht werden muss, wie ich mich zu verhalten habe. So als ob ich die letzten 36 Jahre alles falsch gemacht hätte. Nun, dem ist aber nicht so. Ich bin bis zu Diagnose auch durchs Leben gekommen.
Seit 2 Jahren bin ich in keiner Therapie mehr. Kein Coaching. Nichts. Ich lebe einfach wieder mein Leben. So wie ich will. Damit komme ich sehr gut zurecht. Ich brauche niemandem der mir sagt, was ich wie tun muss. Wennschon, finde ich das selbst heraus. Nur was ich selbst herausfinde, kann ich auch annehmen. Einfach so was lernen, damit die Muggel zufrieden sind, nein. Damit kann ich nichts anfangen. Die könnten ja bei uns in die Therapie gehen, damit wir ihnen beibringen, wie wir ticken.
Für mich ist es auch eine Frage, von was ist richtig und was ist falsch. Damit meine ich, das die Muggel davon ausgehen, dass so wie sie leben, es richtig ist. Ich gehe aber davon aus, das mein Leben richtig ist. Das verstehen sie nicht. Ich lebe das Leben eines Autisten. Klar, ich bin ja auch einer. Sie verstehen nicht, wie ich so leben kann. Ich habe keine grossen Ansprüche, lebe nicht mit meiner Frau zusammen, habe keine Luxuswohnung, Muss nicht Dinge besitzen die ich nicht brauche nur damit ich denen gefalle die mir nicht passen. Muggel verstehen das nicht. Ich bin mit dem zufrieden, was ich habe.
Wieso also eine Therapie machen? Für mich ist das Leben genug. Ich lerne am meisten indem ich einfach lebe. Das ich nicht perfekt bin, weiss ich. Aber mich kümmert das nicht. Wer ist das schon? Die Therapien sollen uns aber genau das zeigen. Das Leben der Muggel ist besser als das unsrige. Sie sind die Perfekten. Wir müssen von ihnen lernen. Für mich ist das Arroganz. Die Muggel sind nicht besser als wir. Nur anders. Wer das Leben der Muggel sehen will, der muss nur mal die Nachrichten schauen. Da sieht er das Leben der Muggel. Terror, Tod und Krieg. Das sind die Muggel. Die machen immer Stress. Wieso also sollen wir unser beschauliches einfaches Leben aufgeben, damit wir so werden? Ich sehe darin keinen Sinn. Sehe nicht ein, wieso ich mir das auch antun sollte?
Muggel sind laut. Sehr laut. Sie sind hektisch und sind lästig. Will ich so werden wie sie? Nein. Ich denke, dass Menschen wieder lernen müssen, andere Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind, und nicht immer versuchen sie zu ändern. Sie müssen lernen, das jeder Mensch ein Recht auf Selbstbestimmung hat. Das keiner über den anderen bestimmen kann. Jeder Mensch gehört sich selbst.