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Samstag, 2. Juli 2016

Asperger und in der Welt ankommen

Was ist das? In der Welt ankommen. wir sind ja in der Welt. Nun, damit meine ich, das Verständnis, wie die Welt funktioniert. Wie das System ist, in welchem wir leben. Es geht ja selten so, wie wir wollen. Die Vorstellung, das sich alles um einem dreht, ist falsch. Aber viele Menschen denken so. NT wie Autisten.. Es soll immer um einem selber gehen. Das wiederum führt zu Leiden und Frust. Ja, es kann einem dazu bewegen, sich von der Welt ganz zurückzuziehen. Das man denkt, das die anderen für einem schauen müssen. Denn man sieht sich nicht mehr als ein Teil der Welt. Aber von ihr profiteren, das wollen sie dann.
Die Frage ist doch, wie kann man in der Welt ankommen, ohne das man an ihr zu Grunde geht. Ganz einfach. Ich versuche zu erkennen wie die Menschen funktionieren. Welche ihre Regeln sind. Wie sie handeln. Wieso sie so handeln wie wie sie handeln. Das alles ist sehr viel Arbeit. Aber ich denke, es ist eine Arbeit die sich lohnt. Durch das Erkennen, werde ich freier im Denken. Ich sehe, das ich einfach ein Teil bin. Aber eben, nicht das Zentrum. Wie viele denken, das sie es sind.
Es ist dem Menschen zu Grunde gelegt, das er so denkt. Das er meint, das alles sich um ihn drehen muss. Das alles so sein muss, wie er es will. Aber eben, dem ist nicht so. Man kann sich darüber ärgern, oder aber es einfach annehmen. Was nicht einfach ist.
Jedenfalls, haben meiner Erfahrung nach Autisten mehr Mühe in der Welt anzukommen. Sie verstehen nicht, wieso sie was machen müssen. Wozu Arbeit gut sein soll. Wieso sie Dinge tun müssen die sie nicht wollen. Nun, ganz einfach. Damit man selbständig leben kann. Damit nicht andere über einem selber bestimmen. Das ist ein Grundprinzip der Welt. Darauf haben die NT das System aufgebaut. Denn auch sie wollen sich nichts sagen lassen. Gut, sie übertreiben es manchmal auch. Indem sie einfach Dinge zerstören wen sie nicht ihre Meinung durchgesetzt bekommen. Sie geraten dann in Wut. Sind so also auch wieder von der Welt getrennt. Wer aber sieht wie die Welt funktioniert, dessen Leben wird einfacher. Er kann das Ganze gelassener betrachten.
Das klingt jetzt alles schön. Schöne Worte. Aber es ist so. Nur, von nichts kommt nichts. Es braucht sehr viel Arbeit dies zu sehen. Sehen zu wollen.
Ich haben  das Glück. dass mich das interessiert. Also eines meiner Spezialinteressen ist. So befasse ich mich automatisch damit. Ich beobachte. Ich denke nach. In all den Jahren habe ich erkannt, dass die eigene Meinung weniger interessiert, als die Meinung vieler. Jedoch kann man ein Teil der Vielen werden. Nur, wenn man sich nie äussert, so muss man sich auch nicht wundern, wenn man nicht gehört wird.
Das die Menschen nicht einfach die Meinung und Gedanken eines einzelnen annehmen ist mir auch klar geworden. Sie wollen Sicherheit. Also fragen sie noch andere. Was normal ist.
Wer also in der Welt ankommen will, der muss weniger an sich als vielmehr an die anderen denken. Was ehrlich gesagt, nicht einfach ist. Denn uns ist es nicht geben so zu denken. Aber versuchen kann man es ja.
Ich weiss, dass besonders Autisten damit Mühe haben. Sie kommen einfach nicht auf die Idee auch für andere zu denken. Das kenne ich von mir selber nur zu gut. Auch wenn ich mich noch so sehr bemühe, es gelingt mir einfach nicht recht. Aber aufgeben ist für mich keine Option.
Es geht auch nicht darum, das man einfach das tut, was andere wollen. Nein, man ist selber auch eine Persönlichkeit mit einer eigenen Meinung. Das jedoch ist so eine Sache. Denn uns Autisten wird doch oft einfach gesagt, was für uns gut ist. Was wir tun sollen. Was wir dürfen und was nicht. Nun, dem halte ich entgegen, das auch wir eine eigenen Meinung haben. Das auch wir das Recht haben gehört zu werden. Das auch wir ein Recht auf ein eigenen. Leben haben. Das dies nicht ein exklusives Recht der NT ist. Mir kommt es aber manchmal so vor, als ob es eben so ist. Das nur sie ein Recht drauf haben. Und alle die nicht so sind wie sie, nicht. Aber das scheint ein Prinzip der Welt zu sein. Alles was nicht der Norm entspricht, muss ausgesondert werden. Wird zur blossen Existenz verdammt. Würden die NT so leben wollen? Ich denke nicht. Wieso also tun sie dann genau das mit uns.
Klar, nicht mit allen. Viele von uns leben auch eigenständig. Jedoch ist es so, das ca. 85% von uns nicht arbeiten. Also keine Chance haben in der Welt anzukommen. Einfach weil das NT-System nicht für uns gemacht ist. Weil die NT nicht einsehen, das wir kleine Änderungen brauchen, damit es auch für uns passt. Es sind meiner Erfahrung nach nicht grosse Änderungen. Aber es sind eben Änderungen. Damit haben dann die NT wieder Mühe.
Alles in allem ist es also nicht so einfach in er Welt anzukommen. Auch wenn man meint, man lebt in ihr. Auch wenn man denkt, das man seinen Beitrag leistet, oder versucht ihn zu leisten.
Ich jedenfalls erlebe mich immer wieder, wie ich der Welt entgleite. Wie ich plötzlich nicht mehr in ihr bin. Ich lebe dann einfach in meiner eigene Welt. Auch da kann man ankommen. Sie gibt mir manchmal einfach die Sicherheit die ich brauche. Aber auch die Ideen die ich brauche. Manchmal komme ich mir wie ein Weltenwanderer vor. Einer der zwischen den Welten hin und her wandert, ohne in einer der Beiden wirklich zu sein. Ich denke, das ist Autismus. Nirgends wirklich zu sein. Ausser in seinen Gedanken. Dies macht das Leben in der NT-Welt eben so anstrengend.