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Freitag, 14. Februar 2014

Asperger und die Gefahr

Die Welt da daraussen ist so eine Sache für sich. Sie ist laut, sie ist hektisch. Sie stinkt. Sie ist komisch. Sie ist so, dass ich sie nicht verstehe. Ich verstehe nicht, wie die Menschen in so einer Welt leben können. Nun, ich weiss, dass ich selber ein Teil davon bin. Doch versuche ich, dass ich so wenig wie möglich Kontakt zu ihr habe. Mit ihr habe. Mir geht es nicht darum, dass ich mich abschotten will. Ich bin es einfach leid, das alles ertragen zu müssen. Zudem habe ich herausgefunden, dass mich diese Welt so wie sie ist, extrem stresst.
Dies vermeide ich, indem ich nur dann raus gehe, wenn ich muss. Habe ich keinen Grund, meine Wohnung zu verlassen, dann tue ich das auch nicht. Die Welt ist die Gefahr. Nun, wieso Gefahr? Es geht doch darum, dass wir Autisten immer wieder in Situationen kommen, die wir nicht kapieren. Die komisch sind. Wir werden einfach angesprochen. Müssen uns mit Menschen unterhalten, die unsere Autistensprache nicht sprechen. Das alles birgt doch die Gefahr, nicht verstanden oder falsch verstanden zu werden. Gut, Muggel verstehen sich auch nicht immer. Davon zeugen ja die Nachrichten und die Geschichtsbücher. Aber es musssja nicht gleich ein Weltkrieg sein, sondern vielmehr dass man nicht mehr beachtet wird. Dass einem die Muggel ignorieren. Dass sie einem meiden. Dies ganz einfach darum, weil sie uns nicht verstehen. Gut, wir sie auch nicht.
Die Gefahr der Welt ist aber auch, das die Muggel eine Logik haben, welche ich nicht verstehe. Genau genommen ist es keine Logik, sondern nur Intuition und Gefühle. Sie kapieren nicht, was Logik ist. Sie verhalten sich für mich, unlogisch. Sie sagen Dinge, welche ich nicht nachvollziehen kann. Nun, sie wiederum verstehen mich nicht. Sie verstehen nicht, wieso ich alles so nüchtern sehe. Wieso mir nichts nahe geht. Das sind zwei Welten die da aufeinander prallen. Diese Welten sind nicht kompatibel. Und doch gibt es Menschen die beiden Welten verstehen. Die vermitteln können. Die es schaffen, das sich Autisten und Muggel verstehen. Die beide Sprachen sprechen. Solche Menschen sind für beide Seiten äusserst wertvoll. Leider aber kennen ich nur ein Paar von ihnen. Doch immerhin, kenne und arbeite ich genau mit denen. Sie verstehen mich und wissen, wie sie mit mir umzugehen haben. Was nicht immer einfach sein muss.
Die Gefahr lauert aber auch im Alltag. Da werden Anforderungen an einem gestellt, dass ich mich manchmal frage, wieso das Leben so kompliziert sein muss. Für alles gibt es Formulare. Alles ist durchgeregelt. Alles muss genau sein Ordnung haben. Wichtig ist, dass alles auf dem Papier stimmt. Wie es dem Menschen dabei geht, ist egal. Auch mischt sich der Staat immer mehr in unser Leben ein. Man kann ja heute kaum mehr rausgehen ohne Gefahr zu laufen, dass man eine Straftat begeht. Obwohl man sich "normal" verhält kann es passieren, dass einem die Polizei rausnimmt. Dass man vom Staatsanwalt Post bekommt. Dies ist mir ja vor einem Jahr auf der Autobahn passiert. Aus einem einfachen Bürger, wurde ein Verbrechen. Zumindest auf dem Papier. Wichtig dabei ist, das der Staat abzocken kann. Dass er seine Macht demonstrieren kann. Wie es dem Bürger dabei geht, ist egal. Das ist für mich keine Leben, sondern einfach noch ein Aufpassen, dass man nicht verurteilt wird. Von einer Diktatur oder einem Polizeistaat ist das nicht mehr weit weg.
So sehe ich die Gefahr. Das Beispiel Oben sollte dies zeigen, wie ich die Welt und deren Gefahr sehe. Ich sehe aber auch all das Gute auf dieser Welt. Dass sich Muggel für andere Muggel einsetzten. Aber auch für Autisten und andere Behinderte. Solche Menschen braucht die Welt. Und nicht nur solche, welche alles bestimmen und beherrschen wollen. Schlussendlich geht es doch darum, dass jeder auf seine Art glücklich ist. Dass jeder mit sich und der Welt im Reinen ist.