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Freitag, 7. Februar 2014

Asperger und zu viele Muggel

Jeden Tag sehe ich die vielen Muggel die sich durch die Welt bewegen. Ich frage mich manchmal, wann die Grenze erreicht ist. Immer mehr auf immer demselben Raum. Das kann auf lange Sicht nicht gut kommen. Auch sind die Züge und Strassen jeden Tag überfüllt. Die Muggel aber, machen immer weiter. Sie suchen Lösungen, wie sie die Kapazitäten erweitern können. Dabei wäre die Sache ganz einfach. In die Nähe des Arbeitsplatzes ziehen. Das würde den Verkehr erheblich entlasten. Aber ich denke, dass ist keine Option für Muggel. Sie wollen in der Stadt arbeiten und auf dem Land wohnen. Sie pendeln lieber, als dass sie einen kürzeren Arbeitsweg haben. Verstehe ich nicht. Muss ich auch nicht.
Dazu kommt, wenn ich einkaufen gehe oder sonst was in der Welt da draussen machen muss, so ist das immer ein riesen Stress. Überall hat es Muggel. Sie stehen im Weg, haben eine komische Logik und sprechen komisch. Ich habe da immer so meine Mühe damit. Deshalb schaue ich, dass ich so wenig wie möglich mit ihnen in Kontakt komme. Ich muss diesen Stress nicht jeden Tag haben.
Aber die Muggel haben auch ihr Gutes. Sie sind kreativ, wenn es darum geht, nichts zu tun. Sie versuchen immer, dass sie so wenig wie möglich machen müssen. Dass immer alles zu ihrem Vorteil ist. Nun, was ist daran gut? Ganz einfach, das macht sie berechenbar. Vorhersehbar. Ich weiss was ich sagen und tun muss, damit ich die Reaktion erhalte, die ich möchte. Nun, ich denke aber, dass die Muggel das Gleiche von uns denken. Wie auch immer.
Die Kommunikation mit dem Muggel ist nicht einfach. Sie reagieren stark auf die Körpersprache. Sie reagieren auf Gesten. Nun, was ist aber, wenn dies jemand nicht kann? Nicht versteht? Dann wissen sie nicht mehr was machen. All das was sie kennen, funktioniert nicht mehr. Es ist für mich, wie wenn ich ein einem Land bin, dessen Kultur und Sprache ich nicht kenne. Das geht auch nicht gut. Ich bekomme nicht das, was ich will. Ich habe Mühe, mich zurecht zu finden. So in etwa geht es mir in der Gesellschaft in der ich lebe. Klar, kann ich deutsch. Klar weiss ich einpaar Regeln. Aber sie immer anwenden oder immer auf alles zu achten, das kann ich nicht.
Doch es müssen nicht überfüllte Züge oder Strassen sein. Es reicht ein Raum mit mehr als 5 Muggel. Dann habe ich Panik. Zudem brauchen die Muggel immer viel Licht. Sie sind auch laut. Das alles in einem Raum. Das ist zuviel für mich. Wenn immer ich kann, verlasse ich sofort den Raum. Nur diejenigen die mich kennen, wissen wieso. Also die Menschen bei mir in der Firma. Für die Neuen ist das alles immer sehr komisch. Sie verstehen nicht. Sie wissen nicht was das soll. Nun, ich habe aufgehört, mich immer zu erklären. Ich reagiere so, wie ich reagiere. Das tun die Muggel ja auch. Sie erklären sich ja auch nicht immer. Sie gehen einfach davon aus, dass das Gegenüber schon weiss was Sache ist. Aber ich denke, da irren auch sie sich manchmal.
Kann ich in einer Umgebung mit Aspergern sein, so habe ich keine Probleme mit dem Sprechen mit dem sein wie ich bin. Sobald aber ein Muggel dazu kommt, der nicht ausgebildet ist, wird es schwierig. Dann sage ich so wenig wie möglich. Ich verstehe sie nicht und sie mich nicht. Das kann bei mir dann ungewollte Reaktionen auslösen. Dies nur, weil ich den Muggel nicht verstehe. Passiert das in der Umgebung, welche für mich gemacht ist, so ist das kein Problem. Passiert das aber draussen, so ist das ein Problem. Solche Probleme hatte ich immer und immer wieder. Heute weiss ich wieso.
Ich habe mir mein Leben so eingerichtet. dass ich so wenig wie möglich mit Muggel in Kontakt komme. Das ist für mich nicht schlimm. Wieso auch? Ich will es ja so. Und es vermindert für mich den Stress. Ich muss nicht immer drauf achten, was ich sage oder tue. Somit gibt es in meiner Welt nicht so viele Muggel. Diejenigen, mit welchen ich im Normalfall zutun habe, sind vollkommen in Ordnung. Mit denen habe ich keine Probleme. Im Gegenteil, sie helfen mir, dass ich die Welt besser verstehen kann. Dass ich auch lernen kann, wie was gemeint ist. Das ist bis heute ein Problem. Ich verstehe oft die Absichten des Gegenüber nicht. Aber ich habe hier in der Firma Menschen um mich, die mir dabei helfen, dass ich es auf die Reihe kriegen kann. Zudem habe ich auch meine Frau. Auch sie hilft mir dabei. Das ist für mich nicht selbstverständlich. Aber ich denke, dass das der Weg ist, welcher wir gehen sollte. Toleranz und Geduld. Das ist das was nicht nur Muggel mit Autisten und umgekehrt haben sollte, sondern auch Muggel mit Muggel.