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Montag, 10. Februar 2014

Asperger und die Gesellschaft

Heute wird vieles geändert. Fast jedem Verhalten liegt heute eine Diagnose zu Grunde. Für alles gibt es eine Bezeichnung. "Normal" gibt es fast nicht mehr. Oder zumindest wollen viele auch eine Diagnose, damit auch sie was Spezielles sind. Damit die Gesellschaft auf sie Rücksicht nehmen muss. Mit einer Diagnose können sie vom Sozialstaat profitieren. Sie müssen weniger arbeiten. Kriegen für ihr Nichtstun auch noch Geld.
Oder aber sie geben ihre Wünsche an, was sie lernen oder studieren wollen. Ob das einen Sinn ergibt oder nicht ist egal. Wichtig ist nur, dass sie machen können, was sie wollen. Der Nutzen und die Kosten für die Gesellschaft spielen dabei keine Rolle.
So kommt es mir jedenfalls vor. Jeder will nur noch machen, was er will. Dabei spielt es keine Rolle, was er kann. Sondern es geht nur darum, was er will. Es geht nicht um das Wohl der Gesellschaft, sondern um das Wohl und Interesse des Einzelnen. Dies ist heute wichtiger als je zuvor.
Die Welt ist voller Egos. Jeder ist der Beste. Jeder kann alles. Bis sie was leisten müssen. Dann jammern sie. Sie können nicht mehr. Sie sind gestresst. Sie brauchen eine Diagnose. So kommt mir das jedenfalls vor.
Auch ich habe eine Diagnose. Die Diagnose Asperger. Doch ich wollte keine. Wusste nicht einmal, was das ist, Asperger. Für mich war sie aber eine Erleichterung. Ich habe, basierend auf der Diagnose mein Leben neu gestaltet. Habe mir aber auch überlegt, wie ich mit ihr Geld verdienen kann. Und nicht, wie ich vom Sozialstaat profitieren kann. Wie ich dem Staat wieder was zurückgeben kann. Wie ich meine Arbeit in den Dienst der Gesellschaft stellen kann. Nun, die Antwort habe ich heute. Ich arbeite bei Specialisterne Schweiz. Dort kann ich au was für die Integration von Autisten in den 1. Arbeitsmarkt tun. Ich kann also einerseits als Informatiker arbeiten, aber auch als Ratgeber.
Dies ist es doch, was man mit einer Diagnose machen sollte. Sein Leben neu ordnen und sich überlegen, wozu sie gut sein könnte. Aber ich verstehe nicht, wieso es Menschen gibt, die nach einer Diagnose nichts mehr tun können. Was ändert sich plötzlich? Vor der Diagnose konnte man noch arbeiten, nach der Diagnose nicht mehr. Die Gesellschaft muss so enorme Kosten tragen, die sie auf Dauer nicht tragen kann. Wenn immer mehr Menschen, und besonders junge Menschen, beim Sozialstaat landen, dann wird es eines Tages nicht mehr möglich sein, das alles zu bezahlen. Dann müssen wir entweder länger arbeiten oder aber die Abzüge werden höher. Dies nur darum, weil viel einfach keinen Willen mehr haben etwas zu arbeiten. Etwas zu erreichen. Sie sehen nicht ein wieso sie was tun sollen, wenn sie alles was sie wollen finanziert wird. Wenn sie alles kriegen. Sei es eine Ausbildung oder eine Wohnung oder weiss nicht was alles. Ich verstehe nicht, wie man so leben kann. Man ist so doch immer von anderen abhängig. Kommt nicht voran. Ich mag es zu arbeiten. Mein eigenes Geld zu verdienen. Auch wenn ich nicht immer mag, so fahre ich doch 5 mal die Woche zur Arbeit. Ich brauche das auch. Denn nur so komme ich mir gebraucht vor. Zu Hause zu sitzen und einfach zu gamen oder TV schauen, ist nicht mein Ding. Aber für einige sicher das, was sie unter einem sinnvollen Leben verstehen. Sie kapieren nicht, dass sie einfach nur faul sind. Dass sie Kosten verursachen, die sie ja nicht tragen müssen. Aber wir die arbeiten.
Ich verstehe aber auch, wenn jemand nicht mehr kann und eine Diagnose wie Burn-out oder so bekommt. Das kenne ich selber. Dann kann man auf einmal nicht mehr. Aber das geht vorbei, wenn man will. So was kann überwunden werden. Es kommt immer nur auf den Willen an.
Die Gesellschaft als ganzes braucht Menschen die arbeiten. Die arbeiten wollen. Die etwas zum Wohlergehen des Staates beitragen wollen. Ob dies bewusst oder unbewusst ist, spielt keine Rolle, wichtig ist doch nur, das man etwas sinnvolles machen kann. Etwas das einem zusagt, aber auch der Gesellschaft von Nutzen ist.