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Samstag, 3. Mai 2014

Asperger und das Anpassen

Einfach zu tun, was man will, dass geht im Normalfall nicht. Ständig muss man sich anpassen. Muss Rücksicht nehmen auf andere. Kann selten so sein, wie man ist.
Ich habe damit aufgehört. Ich lebe so, wie ich will. Mache mein Ding. Auch wenn ich arbeite, gehe ich nach meiner Logik vor. Arbeite so, wie ich es für richtig halte. Wieso sollte ich mir immer dreinreden lassen? Ich meine, das habe ich viele Jahre zugelassen. Immer habe ich auf andere gehört. Immer gemacht, was sie für richtig hielten. Was hat es mir gebracht? Nichts. Mit all denen habe ich nichts mehr zu tun. Sie sind Vergangenheit. Ich musste lernen, dass ich mich auf mich verlassen kann. Dass ich meinen eigenen Weg gehen muss. Dass ich nicht schauen muss, was andere tun und denken. Das war nicht so einfach. Schliesslich musste ich ein Denken ablegen, welches ich mein Leben lang hatte. Doch ich denke, dass ich es geschafft habe.
Heute mache ich alles so, wie ich will. Klar muss ich Regeln einhalten. Aber diese sind nicht so, dass sie mich einengen würden. Ich tue alles so, wie ich denke, dass es richtig ist. Wobei sich ja immer die Frage stellt, was ist richtig und was falsch. Das kommt ja auf den Standpunkt an. Ich kann nur von mir aus gehen. Ich kann nur das für richtig halten, was ich für richtig halte. Was andere denken, ist mir egal.
Das liest sich sicher egoistisch. Ist es aber nicht. Denn ich lernte, dass wenn ich Dinge so tue, wie ich es will, sie auch gelingen. Wenn ich aber Dinge so tue, wie andere denken, dass ich sie tun muss, dann misslingen sie. Das ist meine Erfahrung aus fast 40 Jahren. Ich kann aber Meinungen von anderen ohne Probleme akzeptieren. Kann sie sogar in meine eigenen Überlegungen einbauen. Wieso auch nicht? Ich weiss ja auch nicht alles. Aber ich muss immer aufpassen, dass ich nicht die Meinung von anderen komplett übernehme. Dass ich vergesse, was ich denke. Was meine Meinung ist. Das ist nicht immer einfach. Aber mit etwas Training und Umsicht gelingt es mir.
Muggel wollen immer, das wir so sind, wie sie. Sie unternehmen alles, damit wir so denken und handeln wie sie. Viele von uns haben Coaches, Therapeuten. Wozu? Ich meine, muss das sein? Können wir nicht auch einfach unser Leben so leben, wie wir wollen. Wieso müssen uns die Muggel immer vorschreiben, wie wir sein müssen? Wie wir handeln und denken müssen. Nur, damit sie uns verstehen. Nein, dass ist nicht mein Ding. Ich selber, halte nichts davon. Ich kann für mich selber entscheiden. Kann selber denken. Ich will auch nicht sein, wie die Muggel. So müsste ich mich nur verstellen. Das ist zu komplex. Doch die Muggel kommen nicht auf die Idee, so zu sein wie wir. Wieso nicht? Nun, sie können es nicht. Wieso sollte wir also so sein wie sie? Können wir es? Nein. Viele von uns haben die Fähigkeiten, die Muggel haben, nicht. Ich kann nur mit Mühe Gesichter sehen. Kann die Körpersprache nicht lesen. Kann nicht verstehen, wenn etwas nicht so gemeint ist, wie es gesagt wurde. Da nützen alle Therapien nichts. Da nützt gar nichts etwas. Wieso sollte ich mir das also antun? Eben. Es ergibt keinen Sinn. Die Muggel können auch nicht verstehen, wieso es Menschen gibt, die das nicht können. Sie gehen davon aus, das das alle können. Nun, sie irren. Mir selber, ist es egal, ob sich ein Muggel in meiner Gegenwart wohl fühlt oder nicht. Denn, ich nehme das eh nicht wahr.
Also habe ich aufgehört, mich anzupassen. Ich muss mich nicht anpassen. Denn würde ich es tun, müsste ich so sein, wie die Muggel. Das kann ich aber nicht. Versucht habe ich es, aber gelungen ist es mir nie. Also lasse ich das bleiben. Doch sich nicht anpassen, hat nichts mit Respektlosigkeit oder Anstand zu tun. Beides darf man nie verlieren. Ich für mich, respektiere alle Menschen. Anstand, nun, da gebe ich mir Mühe. Aber ich kann nicht immer DANKE sagen. Kann nicht nachfragen, wie es jemandem geht. Mir kommt das einfach nicht in den Sinn. Dass ist nicht böse gemeint, sondern Teil meiner Behinderung. Die die mich kennen, wissen das, und nehmen mir das auch nicht übel. Die andere, nun, das ist deren Problem. Ich kann auch nichts dafür, dass ich nicht alles kann. Aber ich denke, da bin ich nicht alleine.