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Mittwoch, 14. Mai 2014

Asperger und die verkehrte Welt

Das was die Muggel als Welt wahrnehmen, ist nicht alles. Sie gehen davon aus, dass sie wissen, wie die Welt funktioniert. Wie die Welt aussieht. Sie wissen aber nicht, dass es Menschen gibt, die die Welt anderes sehen. Mehr sehen können. Mehr hören können.
Muggel geben dem allem einen Namen. Wichtig ist ihnen, dass sie das alles nicht haben. Sie sind ja normal, und nicht gestört. Sie haben normale Sinne. Wobei, was ist normal? Ich meine, für mich sind meine Sinne normal. Meine Sichtweise. Meine Denkweise. Nicht die der Muggel. Es kommt, wie immer, auf den Standpunkt an. Nun, mein Standpunkt ist scheinbar verkehrt zu dem welchen die meisten Muggel haben. Sie gehen davon aus, dass sie in der richtigen Welt leben und ich in der verkehrten. Nun, ich weiss heute, das das stimmen mag. Denn die Masse der Muggel hat ein und das Selbe Verhaltensmuster. Sie alle sind für mich laut und langsam. Sie sind komisch und verstehen nichts.
Ich musste lernen, mich in dieser Welt zurecht zu finden. Wobei, ich es lerne. Das heisst nicht, dass ich es kann. Wie auch? Es gibt zu viele Dinge, welche ich lernen müsste. Zu vieles was ich nicht sehen kann. Wieso also die Zeit damit verschwenden? Nun, ganz einfach. Es ist die einzige Welt welche wir haben. Es gibt keine Welt 2.0. Es ist doch eine Tatsache, das wir Autisten die Minderheit sind. Das wir uns, so gut wir eben können anpassen sollten. Nicht müssen. Die Muggel wollen zwar ein MÜSSEN. Aber ich denke, ein WOLLEN genügt. Denn wir sind auch nur Menschen. Genau wie sie. Wir haben alle unsere eigenen Vorstellungen. Eigenen Ziele und Wünsche. Wie die Muggel auch. Wieso sie uns immer ändern wollen, begreife ich erst so langsam.
Sie versuchen, dass was sie nicht verstehen, mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu bekämpfen. Nicht, dass sie das bewusst machen. Sie tun dies aus einem Reflex heraus. Ich musste erkennen, dass sie nichts dafür können. Also musste ich lernen, Verständnis zu haben. Auch wenn ich nicht weiss, was das ist. So haben ich mir einen VerständnisGedanken gebaut. Dieser ist immer gleicht. So habe ich den Gedanken, wen ich schon kein Gefühl dafür habe. Wie auch immer, die Welt ist für mich verkehrt.
Dürfte ich sie bauen, sähe sie nicht so aus, wie sie ist. Sie wäre nicht so laut und hell. Sie wäre viel schneller. Aber sie wäre auch farblos. Am besten wäre weiss oder schwarz. Klar, werden jetzt einige denken, schwarz/weiss. Naja, aber das sind die einzigen Farben, welche mir nicht in den Augen weh tun.
Zudem wäre alles geregelt. Nicht immer dieses Chaos. Auch ginge es mir nicht darum, dass es nur mich mich mich gibt, sondern, es ginge darum, dass man auch für andere da ist. Dass man sein Interesse nicht immer über das der anderen stellt. Damit meine ich die Gesellschaft als Ganzes.
Muggel können nicht im Grossen denken. Sie können sich im Normalfall die Familie vorstellen. Aber sicher nicht eine Gesellschaft oder ein Land. Ganz zu schweigen von einem Kontinent. Das hat mich schockiert. Denn es gab mir die Erklärung, wieso Muggel sich Egoistisch verhalten. Aus meiner Sicht. Nun, das ist für sie gar nicht Egoistisch. Es ist für sie NORMAL: Nur, für mich eben nicht. Wieder mal was Verkehrtes. Wie dem auch sei. Ich muss mich damit abfinden, dass ich aus meiner Sicht in einer verkehrten Welt lebe. Mich auf den Kopf stellen, das bringt auch nicht. Sie wird dadurch auch nicht besser.
Somit muss bleibt mir nur Eines. Ich versuche mein Leben, so gut ich eben kann, zu leben. Mit so wenigen Muggel, wie es geht. Ganz ohne sie komme ich nicht aus. Will ich auch nicht. Aber ich muss den Kontakt nicht extra suchen. Muss mich dem allem nicht hingeben. Ich bin zufrieden, wenn ich mein Leben mit meiner geliebten Frau verbringen kann. Wenn ich arbeiten kann. So habe ich meinen Frieden und die Welt ist für mich in Ordnung und nicht verkehrt. Eben meine Welt und nicht die der Muggel. Nicht die der Normalen. Ich brauchte lange, bis ich das alles zusammen hatte. Auch heute ist der Prozess noch nicht fertig. Muss er auch nicht sein. So gibt es immer mal wieder was Neues, was ich anpassen oder ändern muss. Nur, nicht zuviel auf einmal. Auf diese Weise ändere ich die Welt für mich, in die Welt, wie ich sie haben will. Ohne, dass ich die Welt als ganzes ändern muss. Ich ändere sie nur in meinem Kopf. Nur meine Innerewelt wird angepasst. Die Welt, welche für mich die echte Welt ist und nicht die Welt, welche ich sehe.