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Mittwoch, 7. Mai 2014

Asperger und die Verantwortung

Verantwortung muss jeder irgendwie irgendwann übernehmen. Sei es nur für sich selber. Aber Verantwortung muss sein. Ich denke, dass die Verantwortung welche man für sich selber übernimmt, die Wichtigste ist. Sie ist die Grundlage für eine eigenständiges Leben. Sie ist die Grundlage der eigenen Existenz.
Leider erlebe ich immer wieder, das besonders Asperger, keine Verantwortung übernehmen wollen. Weder für sich, noch für das was sie tun sollen oder müssen. Sie sind es nicht gewohnt, dass sie Verantwortung tragen müssen. Alles wird ihnen ja abgenommen. Wenn sie etwas tun müssen, dass sie nicht wollen, lassen sie es einfach bleiben. Die Menschen um sie herum erklären sich das einfach mit dem Autismus. Ich denke, dass ist zu kurz gegriffen. Denn nicht alles lässt sich mit dem Autismus erklären. Vielmehr dient er auch vielen als Schutzschild. Sie verstecken sich dahinter. Nur, damit sie keine Verantwortung übernehmen müssen.
Ich selber kenne es nicht anders, als dass ich für mein Tun und Handeln selber verantwortlich bin. Niemand kann mir dies wegnehmen. Denn nur ich kann bestimmen, wieso ich was mache oder nicht. Mache ich was nicht, dann habe ich meine Gründe. Diese können auch jederzeit begründet werden. Nicht als Ausrede, sondern als logischen Grund.
Leider erlebe ich auch immer mal wieder, das Asperger Meister der Ausreden sind. Sie können vieles begründen, wieso sie was nicht gemacht haben. Die Energie die sie dafür aufwenden, ist meist grösser als wenn sie die Aufgabe einfach erledigt hätten. Sie müssen so einfach keine Verantwortung übernehmen.
Aber ich denke, nicht nur die Asperger haben das Problem, sondern auch die Muggel. Sie wollen auch nie für etwas verantwortlich sein. Sollen die anderen schauen. Die anderen sind schuld. Sie sicher nie. Wieso man nicht zu dem stehen kann, was man macht, weiss ich auch nicht. Für mich ist das nicht logisch. Aber eben, die Muggel sind halt nicht logisch. Sie sind wie sie sind. Unlogisch und getrieben von ihren Emotionen und weiss nicht was. Nur eines wollen sie nie sein. Schuldig. Auch wenn sie genau wissen, das sie es sind, unternehmen sie alles, damit es so aussieht, als ob sie es nicht wären.
Die Asperger haben dann immerhin eine logische Erklärung, welche nicht emotional ist. Das macht die Sache nicht besser, aber angenehmer. Wie auch immer. Menschen rennen denen nach, die Verantwortung übernehmen wollen und es auch tun. Die denken. Menschen wollen nicht denken. Sie wollen jemandem folgen, der das für sie tut. Aber, geht etwas schief, dann sind sie nicht diejenigen, welche auf die Person gehört haben, welche etwas falsch entschieden hat. So kommt es mir jedenfalls vor. Die Menschen brauchen Vorbilder. Sie brauchen Ziele. Nur, sie kommen nicht auf die Idee, dass sie selber diejenigen sind, die das auch erreichen können. Die selber bestimmen können. Die selber denken können. Darauf kommen die wenigsten. Das ist doch auch der Grund, wieso es so viele Bücher zum Thema Lebensführung, Verantwortung und Selbstbestimmung gibt. Die Muggel brauchen für alles Anleitung. Ihnen muss alles erklärt werden. Wenige kommen selber darauf, dass sie selber was tun können und sollen.
Ich jedenfalls mache das so. Ich bestimme selber. Auch übernehme ich die Verantwortung für das was ich tue. Wieso sollte ich diese jemanden anvertrauen? Das ergibt für mich keinen Sinn. Ich will mein Leben selber bestimmen. Das tue ich auch. Klar, kann ich nicht tun und lassen, was ich will. Da ist ja noch meine Frau und meine Arbeit. Aber dennoch fühle ich mich nicht eingeengt. Kann mich frei bewegen. Frei denken. Das war nicht immer so. Zu oft habe ich versucht so zu sein, wie die anderen. Ich wollte das so. Wusste aber gar nicht, dass ich das nicht kann. Heute weiss ich das. Also lebe ich mein Leben so, wie ich das will. Wenn jemand ein Problem damit hat, ist das nicht mein Problem. Denn es ist mein Leben. Wer ausser mir, weiss schon, was ich will. Wie ich denke. Niemand. Eben, deshalb kann nur ich die Verantwortung für mein Leben übernehmen und sonst niemand.