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Donnerstag, 25. Dezember 2014

Asperger und die verdrehte Realität

Was ist Realität? Was ist real? Dies Fragen beschäftigen mich immer wieder. Ist es das, was ich sehe? Ist es das, was ich berühre? Oder aber das, was in meinem Kopf ist?
Ich weiss es nicht. Für mich ist das real, was ich sehe. Aber nicht mit den Augen, sondern das was ich mit meinem inneren Auge sehe. Das was zwischen der sogenannten Realität und meinem Verstand ist. Ich kann die Welt anderes sehen. Nur, sie stimmt nicht mit dem überein, was die meisten Menschen als real bezeichnen würden.
Das ist immer wieder der Konflikt welchen ich mit den NT's habe. Sie verstehe mich nicht. Verstehen meine Realität nicht. Ich aber auch die ihrige nicht. Wie auch? Wir haben zwei verschiedene Realitäten. Nur, ich halte nur meine für echt. Kenne ja auch keine andere. Mir eine andere vorzustellen, das geht nicht. Denn ich kann nur das wahrnehmen, was ich wahrnehme. Kann nur das berühren was ich berühren kann. Aber ich kann nicht alles berühren. Es gibt Materialien, welche ich nicht berühren kann. Sind sie also real? Für mich nicht. Da ich sie nur sehe, aber nicht berühren kann, sind sie nicht.
Für die NT's ist das was sie sehen, real. Für mich nicht. Ich kann meinen Augen nicht trauen. Denn ich sehe nicht alles. Kann nicht alles wie die NT's wahrnehmen. Habe aus ihrer Sicht eine verdrehte Realität. Eine die für sie nicht fassbar ist.
Ich sage immer, das ich meine Bilder brauche. Das ich auf sie angewiesen bin. Damit meine ich, meine Realität. Sie hilft mir, mich in der Welt der NT's zurecht zu finden. Und nicht einfach nur zu sein. Ich kann dank den Bilder arbeiten. Leben. Wenn aber alles zu laut und zu hell ist, dann verschwinden die Bilder wieder. Ich kann nichts tun. Habe keine Realität mehr. Kann nur warten bis sich alles wieder beruhigt. Das ist nicht immer einfach. Aber es ist so. Ändern kann ich das nicht. Wie auch? Ich kann die Welt ja nicht meinen Bedürfnissen anpassen. Nur in meiner Wohnung ist alles auf meine Bedürfnisse angepasst. Da stimmt alles.
Realität ist das was viele nicht verstehen. Sie meinen, das nur das, was sie sehen berühren und riechen echt ist. Aber es gibt noch eine Andere. Die die nicht sichtbar ist. Die die nur wenige wahrnehmen können. Sie zu beschreiben ist nicht einfach. Ich jedenfalls kann es nicht. Es ist wie Oben beschrieben die Sache mit den Bilder. Wobei, Bilder nicht richtig ist. Denn es ist ja nicht wie im Kino. Es ist etwas, das ich sehe und wahrnehme. Aber eben, nicht so real, wie das was wir sehen. Ich kann mich aber auf sie verlassen. Dank ihnen haben ich immer wieder sogenannte Einfälle, was ich tun muss. Es sind aber nur gegen Aussen Einfälle. In Wirklichkeit sind es Bilder. Sie zeigen mir, was ich tun muss. Was ich sagen muss. Manchmal aber werden die Bilder sehr stark. Das heisst, ich sage die Dinge die nicht mehr verstanden werden. Deren Ausmass niemand mehr versteht. Dies auch, weil meine Sprache dann so wird wie ich sprechen würde, wenn ich den dürfte. Abstrakt. Schnell. Komplex. Nur, der Preis dafür ist hoch. Denn es ist sehr anstrengend. Ich kann dann auch nichts anderes mehr tun als sprechen. Kann nur warten bis es vorüber geht.
Die verdrehte Realität ist für mich nicht verdreht. Sie ist meine normale Realität. Die der NT's ist für mich verdreht. Nicht die Echte. Aber das verstehe sie nicht. Sie gehen immer davon aus, das sie recht haben. Was aber, wenn sie sich irren? Ich sage nicht, dass meine absolut ist. Aber sie ist die Einzige die ich kenne. Ich habe aber gelernt, dass es auch noch andere Wahrnehmungen gibt. Das ist aber auch schon alles. Denn ich verstehe sie nicht. Muss ich auch nicht.
Ich kann mit dem, wie ich die Welt sehe gut leben. Kann alles tun, was ich will. Brauche niemanden der mir sagt wie ich die Welt sehen soll. Wie wahrnehmen. Das würde auch keine Sinn ergeben. Ich könnte es ja eh nicht.
Was ich aber lernen musste, ist mit meiner Wahrnehmung zu leben. Sie zu nutzen. Das ist nicht einfach. Aber es ist möglich. Nicht immer auf die anderen hören, sondern auf sich selbst. Ich denke, das ist der Schlüssel zu einem eigenen Leben. Zu einem Leben, das man selbst bestimmt und nicht fremdbestimmt wird.