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Montag, 26. August 2013

Asperger und Bedürfnisse

Bedürfnisse gehören zum Leben. Jeder von uns hat welche. Doch Bedürfnisse können sich sehr stark unterscheiden. Dies besonders dann, wenn man in einer Beziehung lebt. Da treffen ganz unterschiedliche Bedürfnisse aufeinander. Zu Beginn zeigen sich diese noch nicht, doch mit der Zeit werden sie immer sichtbarer. Sichtbarer indem das andere zu sagen beginnt, was es möchte und was nicht.
Bedürfnisse können auch leicht missverstanden werden. Ich habe am Abend gerne meine Ruhe, wenn ich von der Arbeit komme. Dagegen ist nichts einzuwenden. Doch es sollte dabei bleiben. Komme ich nach hause, so wartet meine Frau nicht, denn sie wohnt ja nicht bei mir. Dies ist eines der Bedürfnisse, welches wir beide gemeinsam haben. Jedes lebt für sich. Das ist nicht schlimm oder einsam. Sondern von uns beiden bewusst so gewählt worden. Wir verbringen Zeit zusammen, brauchen aber auch unsere Ruhe und Zeit für sich. Dadurch entsteht aber auch wieder das Bedürfnis, den Partner zu sehen. So bleibt eine gewisse Spannung erhalten. Sieht man sich jeden Tag, wohnt zusammen, so geht meiner Erfahrung nach, die Spannung irgendwann verloren. Es wird normal, dass das Andere da ist. Was schade ist. Die Liebe beginnt so zu bröckeln. Sie ist nicht mehr das, was sie mal war. Das kann sogar in einer Trennung enden. Was dann nicht wirklich schade ist.
Bedürfnisse habe ich genau so, wie meine Frau. Wir besprechen einfach, was wir machen wollen, oder wohin wir fahren wollen. So finden wir immer einen Konsens. Wir besprechen viel. Dadurch lernen wir auch viel von einander. Wir können so besser aufeinander eingehen. Dies ist für mich sehr wichtig. Denn ich will nicht, dass meine Frau denkt, ich mache was ich will, oder umgekehrt. Wir leben ein gemeinsames Leben, auch wenn wir örtlich getrennt sind. So sind wir aber doch mit dem Handy immer in Verbindung. Dies ist der Weg, welcher wir gewählt haben.
Dieses Beispiel zeig, dass Bedürfnisse auch mal was Gutes haben können. Bedürfnisse hat jeder Mensch. Doch die Frage ist doch, wie den anderen mitteilen? Oder sie niemandem mitteilen, und einfach tun was man gerade tun will? Ich denke, dass dieses Verhalten zu Problemen führen wird. Das es dazu führt, dass man nicht mehr beachtet wird, und sogar als Egoist abgetan wird. Dabei spricht man einfach nicht darüber. Vielleicht auch darum, weil man nicht weiss wie. Nun, das konnte ich auch nie. Bis ich in der Klinik war. Da habe ich gelernt, über mich und meine Bedürfnisse nachzudenken aber auch darüber zu sprechen. Das war nicht eifach, da ich das nicht gewohnt war. Ich habe nie gesagt, was ich wollte. Ich versuchte immer herauszufinden, was das Gegenüber will. Das habe ich dann gewollt. Nun, das war meistens nicht das, was ich wollte.
Heute kann ich sagen, was ich will. Kann es meiner Frau sagen. Dies aber auch darum, weil sie Verständnis für mich hat. Weil sie mich so liebt, wie ich bin. Das gibt mir die Sicherheit, welche ich brauche. Denn nur so kann ich ihr sagen, was ich will. Das Gleiche gilt auch für sie. Ich liebe sie und versuche ihr auch die Sicherheit zu geben, welche sie mir gibt. Durch das gemeinsame Vertrauen ineinander, können wir alles besprechen. Können über alles sprechen. Aber auch einfach mal "Kumpel" sein, und nicht immer Eheleute. Das hat was befreiendes. Das ist für ich auch eines der Bedürfnisse. Nicht immer alles ernst zu nehmen, sondern auch mal Witze zu machen, oder mit der Ironie spielen. Aber nie so, das das Andere sich verletzt fühlt. Der gegenseitige Respekt muss bleiben. Darauf achte ich immer. Denn ich will meiner Frau nicht schaden. Im Gegenteil, ich will ihr ein guter Ehemann sein. Das ist auch eines meiner Bedürfnisse.
Bedürfnisse sind für mich wichtig. Wichtig, weil sie mein Leben beeinflussen. Beeinflussen indem ich sie mit anderen teile. Nur so werden kriegen sie für ich eine Wert. Sie einfach nur zu leben, ohne sie mit jemandem, besonders meiner Frau, zu teilen, ergibt für mich keine Sinn mehr.