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Donnerstag, 15. August 2013

Asperger und das sich nicht melden

Kommunikation ist das, was die Welt funktionieren lässt. Die Menschen tauschen ihre Meinungen, Wünsche und weiss nicht was alles aus. Sie wollen und müssen auch kommunizieren.
Doch bei all den Möglichkeiten, welche wir heute haben, kann es vorkommen, dass man nicht mehr kommuniziert. Sich nicht mehr meldet. Wir haben heute so viel Möglichkeiten. Doch vor lauter Möglichkeiten kann es sein, dass man die wählt, welche die bequemste und einfachste ist.
Keine.
Kriege ich eine SMS oder eine EMail, welche an mich gerichtet ist, so versuche ich, sie sofort zu beantworten. Denn gemacht ist gemacht. Ich muss noch anfügen, dass ich nicht so viele SMS oder EMail pro Tag bekomme. dass mich das stressen würde, wenn ich sie sofort beantworte. Im Gegenteil, ich mache das gern. Denn, ich bin heute stolz auf mich, dass ich das kann. Früher habe ich das nicht gekonnt. Ich habe mir immer gesagt:"Morgen, am Nachmittage...". Irgendwann. Nie.
Genau das ist passiert. Nie. Das geht im Privaten vielleicht mal gut, aber auf Arbeit sicher nicht. Die Person, welche eine Mail schickt will meistens eine Antwort. Sie will eine Information, oder mehrere, damit sie weiterarbeiten kann. Dies habe ich nicht eingesehen. Für mich war es einfach lästig. Je länger ich mit der Antwort wartete, desto geharnischter wurden die Mails. Ich regte mich immer mehr auf. Und am Schluss ging nichts mehr. Ich konnte nicht mehr antworten. Wusste nicht mehr um was es geht. Wusste nichts mehr. Überfordert.
Heute habe ich mir angewöhnt, dass ich solche Mail oder SMSen gleich oder so schnell ich kann, beantworte. Gemacht ist gemacht. Erledigt. Das Nächste. Für mich ist dies eine Erleichterung. Aber um das einzusehen, habe ich Jahre gebraucht. Ich habe verstanden, was es heisst, wenn man eine Information nicht bekommt. Aber nicht begriffen. Für mich ist das ein Unterschied. Ich muss begreifen, wieso ich was machen soll oder wieso nicht. Nur verstehen reicht mir nicht.
Manchmal ist es doch auch so, dass man sich nicht mehr meldet, weil man genau weiss, dass man einen Rüffel bekommt. Dies weil man was verbockt hat. Doch es lohnt sich nicht zu warten. Ich bin der Meinung, dass wer einen Fehler gemacht hat, der sollte auch dafür gerade stehen können. Schliesslich sagt man ja auch, wenn einem etwas gelungen ist. Fehler sind einfach nur das Gegenteil. Aber die Kommunikation ist für mich die Selbe. Denn auch Fehler können und sollen zugegeben werden. Aus ihnen kann man und andere ja lernen. Ich sehe Fehler heute nicht mehr als schlimm an, sondern als Chance, dass ich was lernen kann. Dass ich mich entwickeln kann. Das ich weiterkomme. Dies dank der Fehler.
Sich nicht melden ist für mich je nach Mensch schlimm oder nicht. Bei meiner Frau ist es so, dass wir sehr viel per SMS kommunizieren. Kriege ich oder auch sie längere Zeit keine Nachricht, so schreiben wir meist eine Mail oder wählen einen anderen Kommunikationskanal. Dies soll aber nicht heissen, dass wir einander überwachen. Nein es ist einfach, das wir versuchen, den anderen am eigenen Leben und Alltag teil haben zu lassen. Jedoch gibt es auch Menschen, da ist es mir egal, ob sie sich melden oder eben nicht.
Ich bin auch einer, der es nicht schafft, Freundschaften über eine längere Zeit aufrecht zu erhalten. Ich melde mich irgendwann nicht mehr, weil es mir zuviel wird. Weil ich gestresst bin. Weil ich nicht will. Das sich nicht melden ist auch der Grund, wieso ich sehr wenige Menschen im Privaten um mich habe. Im Grunde genommen, meine Frau. Gut, für mich reicht das aus. Sie ist für mich alles. Sie ist für mich das Wichtigste. Daher haben alle anderen nicht die Bedeutung wie sie. Daher spielt es für mich keine Rolle, wenn ich mich nicht melde, oder sie sich nicht melden.
Die mag für einige nach Einsamkeit klingen, ist es aber nicht. Ich bin mit meinem Leben zufrieden. Ich habe heute mehr, als ich jemals hatte. Dabei meine ich nicht das Materielle, sondern von der Einstellung her. Auch von der Beziehung, welche ich heute habe.
Ich lebe mein Leben so, wie ich es für richtig halte. Wenn ich mich melden will, dann tue ich es, wenn nicht, dann eben nicht. Ausser auf Arbeit. Da achte ich penibel drauf, dass ich mich immer schnellst möglichst melde.