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Montag, 19. August 2013

Asperger und das Partnerverstehen

In einer Beziehung sollten bei Partner einander verstehen. Sie sollten auf den anderen eingehen können ohne immer nur an sich zu denken. Ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Für mich ist eine Beziehung nicht etwas, was sich berechnen lässt. Wer dem Partner einen Gefallen tut, tut dies weil er will und nicht muss. Ich erwarte von meiner Frau keine Gegenleistung. Mache ich etwas für sie, dann mache ich es, weil ich es will und nicht um der "Buchhaltung" Willen. Dies ist für mich jedoch nur ein Aspekt. Der andere ist für mich, auf den Partner einzugehen. Dies ist etwas, was für mich nicht so einfach ist. Ich muss mich manchmal stark konzentrieren, wenn ich mit meiner Frau zusammen bin. Doch komischerweise, macht mit dies nichts aus. Im Gegenteil, für mich ist das, toll und schön. Denn ich erlebe, dass ich das doch ein wenig kann. Aber nur bei ihr. Sonst gelingt mir das nicht. Bei den Arbeitskollegen gelingt mir das nicht. Da brauche ich meine ganze Konzentration für die Arbeit.
Meine Frau verstehe ich immer besser. Für mich ist das immer wieder einer sehr gut Erfahrung, wenn sie mir auch ein positives Feedback gibt. Sei es nur, wenn ich mich mal bedanke. Sie sagt mir ab und zu, dass sie das gut findet, wenn ich so was mache. Zu Beginn, war das schwierig für mich, dies zu erkennen aber auch zu akzeptieren. Denn ich war das nicht gewohnt. Heute jedoch ist es nicht selbstverständlich, aber doch irgendwie normal. Ich kann solche Sache annehmen. Und mich auch darüber freuen. Was ich früher nie getan hatte.
Dies hat auch damit zu tun, dass sie mich so liebt wie ich bin. Sie hat über das Asperger nicht viel gelesen. Sie sagt immer, ich soll ihr einfach mein Verhalten erklären wenn ich kann. Oder sie macht mich auf etwas aufmerksam. Das können wir das diskutieren. So lernen wir von einander. Dies war für mich ebenfalls zu Beginn nicht so einfach. Ich musste lernen, mich auszudrücken, was ich will und was nicht. Was mich beschäftigt oder stört. Aber auch, was mir gefällt und ich mag.
Heute führen wir solche Gespräche wie selbstverständlich. Doch der Weg bis dahin war lang. Wir sind ihn aber gemeinsam gegangen. Ich denke, dass dies sehr viel dazu beigetragen hat, dass wir uns heute so gut verstehen. Die Grundlage war uns ist, das Gespräch. Dies ist besonders für Asperger nicht so einfach, weil sie keinen Sinn darin sehen. Der andere soll erraten was man will. Man weiss es ja, wieso also mitteilen. Damit kam ich nicht sehr weit. Ich habe das auch immer gemacht. Das ging immer schief. Heute kann ich solche Dinge ansprechen und auch aussprechen. Seither sind diese Art von Problemen verschwunden. Auch wenn es nicht immer einfach ist, über Dinge zu sprechen, welche einem stören, so muss es so schnell wie möglich geschehen. Sonst staut sich das Ganze an, und es kommt zum Streit. Das ist dann auch nicht gerade förderlich für die Beziehung.
Für mich ist eine Partnerschaft das Rücksichtnehmen auf das andere. Dem anderen das Gefühl zu geben, dass man immer für ihn da ist. Das man über alles sprechen kann. Das man sich aber auch liebt, und dies auch zum Ausdruck bringt. Es einander zeigt. Wie, das beleibt jedem selber überlassen. Nur wichtig ist das der Partner weiss, wie man ihm zeigt, das man ihn liebt. Asperger haben da ihre eigene Art. Diese entspricht nicht der gängigen Vorstellung. Jedoch, wenn der Partner das weiss, gibt es keine Probleme. Wichtig ist mir auch, das wir uns so akzeptieren und lieben, wie wir sind. Und nicht versuchen, den anderen zu ändern. So zu ändern, wie man denkt, das er sein sollte. Das geht schief. Die Toleranz und Akzeptanz ist für sehr wichtig. Leben beide danach, so klappt es. Rücksichtnahme und Liebe allein reichen meist ja nicht aus. Meine Frau und ich zeigen uns das jeden Tag. Sei es indem wir uns sehen oder einfach nur SMS schreiben. Wichtig ist für mich der tägliche Kontakt. Nur so kann ich auch Anteil an ihrem Leben nehmen. Dies ist mir persönlich sehr wichtig, und ich denke ihr ebenso.