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Donnerstag, 8. August 2013

Asperger und das Wollen

Das Leben ist nicht immer so, wie man es sich vorstellt, dass es sein sollte. Vielmehr bietet jeder Tag seine eigenen Herausforderungen. Meistens ist es sogar so, dass sich eine Sache nicht an einem einzigen Tag erledigen lässt und es mehrere Tage dafür braucht. Besonders dann, wenn man eine Ausbildung macht. Diese kann Jahre dauern. Aber auch auf Arbeit ist es meistens so, dass sie am nächsten Tag einfach da weitergeht, wo sie am Vortag unterbrochen wurde.
Ich habe früher einfach gemacht. Habe einfach gemacht, was ich dachte, was ich machen muss oder sollte. Habe mir nicht überlegt, dass ich mein Handeln planen sollte, und meine Kräfte einteilen. Im Gegenteil, ich habe immer alles gegeben. So gut ich eben konnte. Es war nie eine Frage des Wollens, sondern einfach nur "machen". Arbeit und Privates war getrennt. Ich lebte und ich arbeitete. Ich sah die Arbeit nicht als integralen Teil meins Lebens an. Ich sah aber auch nicht mein Leben als Teil der Arbeit an. Ich wollte nicht arbeiten. Ich musste. Ich musste, weil ich es nicht anders kannte. Kam gar nicht auf die Idee, nach dem Wollen.
Seit meinem Burn-Out, hat sich meine Einstellung geändert. Für mich ist das Private und die Arbeit Eins. Eins im Sinne von: Mein Leben. Beides will ich. Ich muss heute nicht mehr arbeiten, sondern ich will. Klar, "muss" ich arbeiten, damit ich meinen Lebensunterhalt finanzieren kann, aber es ist für mich eine unterschied zu einem echten MUSS. Ich will arbeiten, ich will ein Beziehung. Beides habe ich. Beides ist für mich sehr wichtig. Denn sie geben mir den Halt und die Ordnung, welche ich brauche. Einfach nur zu Hause zu sein, ist für mich keine Option mehr. Dass habe ich lange genug gemacht. Monatelang war ich alleine zu Hause. Hatte was keine Kontakte mehr zu Aussenwelt. Eines Tages entschied ich, dass ich wieder will. Will wieder mit der Welt Kontakt haben, will wieder arbeiten.
Damit man im Leben vorankommt, und nicht immer auf andere angewiesen ist, muss man WOLLEN. Egal was, sei es eine Ausbildung, arbeiten. Der Wille ist das entscheidende. Wenn man meint, dass immer die anderen einem alles abnehmen, wird man abhängig. Dies war das Letzte was ich wollte. Ich wollte niemals abhängig sein. Leider war ich es. Ich war es mehrere Male vom Arbeitsamt. Das war mühsam. Denn ich konnte nicht selber entscheiden. War auf die Zahlungen von ihnen angewiesen. Kamen sie pünktlich, gut, wenn nicht, auch gut. Ich konnte mich nicht wehren. Das war für mich schlimm. Einfach nicht die volle Kontrolle zu haben. Heute habe ich diese wieder. Klar, kann man nicht alles voll selber bestimmen. Aber ich kann mit den Menschen, mit welchen ich zusammen arbeite, diskutieren, wenn mir was nicht passt, oder ich was brauche. Nur denken, dass man was will, bringt nichts. Dafür wurde die Sprache erfunden. Diese dient der Kommunikation. Also mache ich regen gebrauch von ihr. Manchmal zuviel.
Wollen ist für mich auch ein Teil der Selbstverantwortung. Wer will, der kann auch. Man muss im Leben nicht immer alles selber machen. Aber man muss wissen, wen man fragen muss, und diese auch fragen. Nur zu denken, dass man will, reicht nicht. Auf jeden Fall mir nicht. Asperger, so erlebe ich es immer wieder, wollen, aber können nicht. Sie sind wie gehemmt. Sie erkennen nicht das sie was machen müssen um was zu erreichen.