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Montag, 4. August 2014

Asperger und das Organisieren

Es gibt kaum einen Tag, an dem man nicht etwas organisieren muss. Immer gibt es eine Veränderung. Etwas das angepasst werden muss. Seien es Termine oder einfach mal die Wohnung aufräumen. Auch das muss organisiert sein. Ich jedenfalls muss das planen. Einfach mal so drauflos, das geht nicht.
Doch auch im Geschäft muss ich immer mal wieder was organisieren. Da gibt es immer wieder vieles, das angepasst neu geordnet werden muss.
Ich mag Veränderungen nicht. Organisieren auch nicht. Doch ich musste erkennen, dass dies ein Bestandteil des Lebens ist. Ich habe in meinem Leben schon viel geplant und organisiert. Und doch, ich mag es nicht. Wieso? Ich meine es ist normal, aber für mich eben nicht. Damit ich was tun kann, muss ich mich selber überwinden. In Gedanken habe ich die Sache erledigt. Doch in der realen Welt? Nein, meistens eben nicht. Das dann auch da zu tun erfordert jeweils so einiges. Ist ist nicht einfach dies Hemmung zu überwinden. Sie ist wie eine geistige Mauer. Wie etwas, das nur mit viel Kraft überwunden werden kann.
Auch wenn einige meinen, dass mit viele leichtfällt, so ist dem eben nicht so. Alles ist eine Anstrengung. Doch es gibt Dinge, die mache ich gerne und eben solche, die ich nicht mag. Mit meiner Frau etwas unternehmen oder einfach die Zeit geniessen, das ist nicht anstrengend. Doch für mich auch nur das Keinste zu organisieren, das erfordert viel. Ich muss mir alle Schritte im Kopf zurechtlegen. Bilder davon erzeugen. Ein ganzes Bilderbuch habe ich dann in meinem Kopf. Das ist nicht einfach.
Manchmal denke ich, dass es einfacher wäre, einfach zu tun, und nicht so viel zu denken. Doch das geht eben nicht. Ich muss planen, denken, damit ich organisieren kann. Selbst das Einkaufen von Lebensmitteln muss organisiert sein. Das ist nicht so eine einfache Sache. Ich spreche mich dafür mit meiner Frau ab. Denn einfach so einkaufen kann ich nicht, da die Gegend, in der ich seit 4 Monaten wohne, immer noch neu ist.
Organisieren erfordert einiges mehr, als einfach nur das zu tun, was einem gesagt wird. Es erfordert, das man selber denkt. Sich vorstellen kann, was alles benötigt wird. Wieviel Zeit benötigt wird. Dass alles ist nicht einfach. Besonders für Autisten nicht. Sie sind es nicht gewohnt, dass sie selber was tun sollen. Zumindest einige. Organisieren erfordert aber auch Kommunikation. Dies ist aber genau das, was uns Mühe macht. Sprechen ja, aber sagen was man will. Nein. Mir geht das jedenfalls so. Ich habe auch heute immer noch Mühe zu sagen was ich will. Ich weiss, dass das für das Umfeld mühsam ist, das es ja keine Gedanken lesen kann. Das ist meiner Meinung nach auch ein Teil meiner Behinderung. Ich denke viel, aber ich kann es nicht mitteilen. Kann nur mit Mühe organisieren. Planen ja. Aber danach? Ich plane gerne. Ich organisiere aber nicht gerne. Dies auch, weil es immer mit Veränderungen verbunden ist. Neuem. Damit habe ich Mühe. Das ist nicht mein Ding. Ich weiss, dass es das braucht. Doch selbst dieses Wissen hilft mir nicht, dass ich damit Mühe habe.
Etwas Neues ist neu, logisch. Aber es ist für mich zugleich eine riesen Herausforderung. Manchmal macht es mir nichts aus. Manchmal schon. Es ist nicht so, dass ich nicht für Neues bin. Aber immer mit Mass. Am liebsten langsam. Doch das Tempo bestimme nicht ich. Das ist durch das Leben, die Umstände gegeben. Ich kann nur meinen Beitrag leisten. Aber vieles kann ich nicht beeinflussen. Damit muss so glaube ich, jeder von uns leben. Wir können nur versuchen das Beste aus einer Situation zu machen.
Organisieren ist für ich aber auch mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten. Etwas zu erreichen. Ein Ziel. Ein gemeinsames Ziel. Etwas das einem und die anderen weiterbringen kann.
Es ist wie mit allem. Zuviel ist nicht gut. Aber nichts auch nicht. Der berühmte Mittelweg ist die Lösung. Diesen aber zu sehen, das ist für mich nicht einfach. Denn ich sehe nur GANZ oder GAR NICHT. Ja und nein. Diese Denkweise ist für mich auch anstrengend. Da ich mich so leicht selber überfordere. Zuviel von mir verlange. Zuviel machen will. Dann nichts tue. Da ich nicht mehr weiss, wo beginnen. Wo aufhören. Ich verliere mich in den Gedanken. Plane und plane. Organisiere und organisiere. Doch die Frage ist immer, habe ich das nur im Kopf erledigt oder auch in echt. Ich weiss es nicht immer. Weiss manchmal nicht, ob ich was gemacht habe oder nicht. Das führt auch manchmal zu Verwirrung und Probleme. Doch ich denke, dass es wichtig ist, nicht aufzugeben. Vielleicht kann ich es eines Tages besser als heute. Kann sogar unterscheiden, was echt ist und was nicht.