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Samstag, 16. August 2014

Asperger und die Muggelsichtweise

Als ich noch nichts vom Asperger wusste, da lebte ich einfach unter den Muggel. Ich wusste immer schon, dass ich nicht so bin, wie sie. Wusste, dass ich anders bin.
Heute weiss ich, dass ich vieles nicht verstehe. Vieles nicht begreife, was Muggel sagen und tun. Dennoch versuche ich mich in ihrer Welt zurecht zu finden. Versuche sie so zu akzeptieren wie sie sind. Doch manchmal habe ich den Gedanken, dass sie in mir nicht einen Menschen sehen sondern eben nur einen Autisten. Ich schreibe das Wort NUR, bewusst. Denn ich denke, das ist das was sie in uns sehen. Nur Autisten. Wir sind nicht wie sie. Wir sind weniger. Nicht gleich aber anders. Weniger. Das denke ich, ist das, was mich manchmal auch traurig macht. Denn ich will nicht ein 2. Klasse Mensch sein. Sondern einfach auch ein Mensch.
Egal was wir tun, wir werden immer als Autisten bezeichnet. Nicht als Mensch mit anderen Fähigkeiten. Die Muggel haben ihre Fähigkeiten. Wir unsere. Keine der Beiden ist besser. Aber die Muggel denken, dass nur ihre die richtigen seinen. Das nur sie richtig sind. Wir aber falsch. Wenn ich die Studien und Bücher lese, welche über uns geschrieben wurden, so denke ich oft, das die die sie geschrieben haben, keine Ahnung haben. Sie schreiben Dinge, die nicht stimmen. Es sind Muggel, die das schreiben. Die Geschichte wird immer von den Siegern geschrieben. So kommt es mir auch in diesem Fall vor. Die Muggel schrieben über uns, was sie wollen. Aber uns fragen, das kommt ihnen nicht in den Sinn. Sie gehen einfach davon aus, das wir alle gleich sind. Auch wenn sie schreiben, das wir alle unterschiedlich sind. So laufen all die Kommentare auf eines hinaus. Wir sind gleich. Wir brauchen alle das Selbe. Wir können alle das Selbe nicht.
Ich finde diese Sichtweise dumm. Denn die Muggel sind ja auch nicht alle gleich. Wenn ich ihnen sage, das sie für mich alle gleich seien, dann sind sie entrüstet. Sie sagen, dass das nicht stimmt. Was sie nicht begreifen ist, dass ich das als Provokation meine um ihnen zu zeigen, das auch wir nicht alle gleich sind. Aber sie wollen nicht begreifen.
Die Muggelsichtweise auf uns Asperger ist für mich ein Problem. Sie begreifen nicht, das wir nicht sind wie sie. Aber das wir sehr wohl in dieser Welt leben können. Das auch wir lieben, arbeiten und leben können. Genau wie die Muggel. Aber sie wollen uns behinderter machen, als wir sind. Dies indem sie sagen, das wir Dinge nicht können und uns die Möglichkeit nehmen, zu zeigen, das wir es trotzdem können. Wenn wir einfach handeln ist auch das nicht gut. Die Muggel müssen zuerst gefragt werden. Auch das finde ich nicht in Ordnung. Denn wir sind genau so frei wie sie. Wir können und müssen unser Leben selber leben. Müssen und dürfen selber entscheiden, was wir wollen und was nicht. Die Muggel haben nicht das Recht uns zu sagen, was richtig und was falsch ist. Aber sie tun dies. Sie tun dies, weil sie nicht verstehen. Weil sie meinen, das nur sie wissen was sich gehört und was wir brauchen. Dabei wissen wir das selbst am Besten. Wir kennen uns.
Ich kenne mich besser als so mancher Muggel sich kennt. Wieso? Weil ich mich mit mir befasst habe. Dies weil ich herausfinden wollte, wo der Unterschied von mir zu den Muggel ist. Das war viel Arbeit und nicht immer einfach. Aber ich denke, heute weiss ich wer ich bin. Kann mein Leben so gestallten, das es für mich stimmt. Ohne das mir ein Muggel sagt, was ich tun und lassen soll. Das ist das was ich nicht gebrauchen kann.
Die Muggelsichtweise ist die Sichtweise der Vielen. Wir sind Wenige. Aber wir werden immer mehr. Und die Muggel müssen langsam aber sicher lernen, das sie uns ernst nehmen. Wir sind nicht alle die Genies die sie denken, welche wir sind. Aber wir können uns sehen Dinge, die sie nicht können oder sehen. Gemeinsam aber können wir weiterkommen. Es liegt nur am Willen, dies zu tun. Ich bin nicht gegen die Muggel. Im Gegenteil, ich lerne vieles von ihnen. So können und sollen sie auch von uns lernen. Sie müssen dafür nur ihre eingeschränkte Sichtweise ändern und lernen das es auch noch andere Menschen gibt, die gleich sind aber trotzdem anders.