Dieses Blog durchsuchen

Translate

Mittwoch, 6. August 2014

Asperger und die Heilung

Soviel mir bekannt ist, kann der Autismus nicht geheilt werden. Es sind Bestrebungen im Gange die dies aber versuchen. Die Frage die sich mir stellt, ist wieso? Wozu den Autismus heilen?
Ich meine, was ist an uns nicht in Ordnung, das die Muggel versuchen uns zu heilen? Reichen deren Belehrungen und Therapien nicht aus? Ist das noch noch nicht genug Stress? Für mich schon. Das ist auch der Grund, wieso ich da nicht mehr mitmache und mein Leben einfach so lebe, wie ich es für richtig halte.
Die Muggel wollen immer alles was sie nicht verstehen ändern. Sie wollen Menschen, die anders denken, dazu zwingen, dass sie so denken wie sie. Ich verstehe das nicht. Ich versuche ja auch nicht, anderen meine Denkweise aufzuzwingen. Ich versuche nur, dass ich über die Runden komme. Dass ich nicht abhängig werde von Ämtern und Therapeuten. Das war ich, und will ich nicht mehr.
Damit meine ich, dass wir Autisten auch vollwertige Menschen der Gesellschaft sind. Wir sind einfach nicht so wie die meisten. Aber wir sind auch Menschen. Genau wie die Muggel auch.
Ich habe viele Fähigkeiten, die die Muggel haben, nicht. Doch ich habe dafür andere. Wieso diese also verlieren? Wieso diese aufgeben für etwas das ich nicht kenne? Wo ich nicht weiss, ob ich es nach einer Heilung könnte. Ich denke, dass ich es nicht könnte. Wie auch. Von Heilung zu sprechen ist für mich eh falsch. Denn Autismus ist keine Krankheit. Ja er ist für mich nicht einmal eine Entwicklungsstörung, wie er auch genannt wird. Er ist für mich einfach das, was ich bin. Was viele andere auch sind. Das Problem ist aber, das wir nur sehr wenige sind, im Verhältnis zu den Normalen. Den Muggel. Das ist für mich der Kern der Sache. Die Muggel können nicht akzeptieren, das es andere Menschen gibt. Das es Menschen gibt, die anderes denken. Anders fühlen. Anders sprechen. Einfach anders sind. Sie haben im das Gefühl, dass sie uns ändern müssen. Das nur das, wie sie die Welt wahrnehmen, das Richtige sei. Dem ist nicht so. Die Wahrnehmung jedes einzelnen Menschen ist einzigartig. Wieso also nehmen sich die Muggel das Recht heraus, das nur das was sie sind, das Richtige ist.
Wir werden, oder würden nicht gefragt, ob wir geheilt werden wollen. Die Muggel gehen davon aus, das wir das wollten. Das wir so werden wollen wie sie. Aber da irren sie. Wir wollen nicht so sein wie sie. Ich will so sein, wie ich bin. Das bin ich schon seit 39 Jahren. Also passt das für mich. Ich kenne es nicht anders. Für mich bin ich so, wie ich bin, in Ordnung.
Mit den sogenannten Störungen, kann ich gut leben. Ich habe gelernt mit ihnen zu leben. Auch nehme ich keine Rücksicht mehr auf die Muggel. Die sind ja auch einfach wie sie sind. Wieso sollte ich also nicht so sein dürfen, wie ich bin? Wieso nicht? Ich meine wir alle haben das Recht so zu sein, wie wir sind. Niemand kann uns Vorschriften machen. Ich meine, wer macht die Vorschriften? Wer sagt was richtig und was falsch ist? Eben, es gibt niemanden. Es ist der Schwarm. Das Kollektiv. Die Muggel selber wissen nicht woher sie ihr Verhalten haben. Wieso sollten wir es wissen. Damit meine ich, dass ich mich nicht immer erklären muss. Die Muggel tun dies ja auch nicht. Nur wir sollten es tun. Wieso? Die Muggel finden es speziell wenn sie mal mit einem Autisten sprechen können. Sie sind erstaunt, dass wir sprechen können. Sogar so wie sie. Nun, sie meinen, dass wir alle nicht sprechen können, oder nicht gut. Sie haben keine Ahnung.
Das Problem sind die Vorurteile. Die Muggel wissen noch zu wenig über uns. Wenn sie mehr wüssten, dann kämen sie nicht auf die Idee und heilen zu wollen. Wir wollen den Muggelismus auch nicht heilen. Wir lassen sie auch so, wie sie sind. Es ist doch mal wieder das Selbe. Es geht um Toleranz. Auch um das Verständnis für einander. Das Leben sollte nicht ein gegeneinander sonder ein miteinander sein.
Würden die Muggel so denken, dann kämen sie nicht auf die Idee uns zu heilen. Uns ihre Denkweise aufzuzwingen. Sie würden versuchen mit uns zu leben, statt in uns nur die Behinderten zu sehen, die wir nicht sind.