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Sonntag, 31. August 2014

Asperger und Licht

Ich habe schon mal über das Licht geschrieben. Aber ich denke, das ist ein Thema, das wichtig ist. Für mich jedenfalls. 
Licht ist etwas, das wir alle brauchen, damit wir die Welt um uns erkennen können. Etwas tun können. Für mich ist es aber so, das ich sehr wenig Licht brauche. Mir reicht eine Kerze. Mehr brauche ich nicht, damit ich mich zurecht finde. Nur zum lesen brauche ich mehr Licht. 
In vielen Räumen ist es mir zu hell. Da liegt daran, das die Beleuchtung direkt von der Decke kommt. Dann auch noch in Form eines sehr weissen Lichtes. Das ist so hell, das ich die Augen kaum offen halten kann. Auch beginnen die Augen zu schmerzen. 
Bin ich in einem Raum, und habe das Licht ausgeschaltet, und es kommt ein Muggel das Licht macht, so kann ich ausrasten. Die Muggel machen automatisch Licht. Wieso weiss ich nicht. Ich habe aber eine Vermutung. Sie haben Angst. Sie haben vor dem Dunkeln Angst. Auch wenn von Aussen das Tageslicht in den Raum scheint, machen sie trotzdem Licht. Ich vermute auch, das viele Muggel halt nicht so sehen wie einige von uns. Dass sie nicht die Empfindlichkeit haben, die wir haben. Sie verstehen auch nicht, das die Abwesenheit von Licht eine Befreiung sein kann. 
Ich kann im Dunkeln viel besser arbeiten als in Hellen. Die Dunkelheit brauche ich. Sie lenkt mich nicht ab. So sehe ich nur das, was ich sehen muss. So kann ich mich auf das fokussieren, was ich tun muss. 
Diese Überempfindlichkeit ist immer wieder mal ein Diskussionspunkt. Wenn ich mit Muggel arbeiten muss, dann muss ich ihnen das zuerst erklären. Sie verstehen aber nicht gleich. Er wenn sie meine Reaktion sehen, wenn es zu hell ist, dann verstehe sie langsam. 
Auf der anderen Seite, mag ich Sonnenlicht. Ich kann auch ohne Sonnenbrille raus. Sonnenlicht ist das natürliche Licht. Das perfekte Licht. Klar brauche ich immer Sommer auch eine Sonnenbrille, denn ich will meine Augen ja nicht schädigen. 
Licht ist etwas, das ich im Privaten sehr spärlich einsetzte. Nur wenn es nicht anders geht, mache ich Licht. Dann ist es aber immer indirekt. Denn direktes Licht würde nur wieder Schmerzen bedeuten. Da ich im Privaten meine Umgebung selbst gestalten kann, ist es für mich der Ort der für mich am perfektesten ist. Da kann ich so Licht machen wie ich will. Muss keine Rücksicht nehmen. 
Die Muggel, die mich kennen, nehmen Rücksicht. So nehme ich auf sie Rücksicht. Denn ich weiss, das sie mehr Licht brauchen als ich. Also kann ich auch mal sagen, das sie Licht machen sollen, auch wenn ich im Raum bin. 
Gegenseitige Rücksicht ist das was es braucht. Nicht nur für die einen muss es passen, sondern auch für die anderen. Denn nur so kann jeder das tun was er tun muss, ohne sich ständig zu ärgern. 
Ich bin heute so weit, dass ich das ein wenig kann. Nicht sehr gut, aber ich lerne. Denn das Licht ist für mich jeden Tag ein Thema. Auf das Licht reagiere ich am empfindlichsten. Das musste ich aber auch lernen, das dem so ist. Wissen tue ich das erst seit etwa 2 Jahren. Vorher wusste ich das nicht, und bin einfach immer ausgerastet. Heute habe ich das besser im Griff. 
Wenn mir ein Raum zu hell ist, raste ich nicht aus, sondern gehe nicht hinein. Bin ich drin und ein Muggel macht Licht und es wird mir zu hell, gehe ich hinaus. Egal was gerade ist. Ich muss ja nicht mit Schmerzen da sitzen nur das es für das Muggel stimmt. Nein, das muss nicht sein. 
Das Wichtigste ist aber, das ich das erkannt habe. Das ich es auch mitteilen kann.