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Montag, 25. August 2014

Asperger und das Verständis

Damit die Gesellschaft funktioniert, braucht es Verständnis. Nicht nur von Muggel zu Muggel, sondern auch von Muggel zu Asperger und Asperger zu Asperger. Sonst geht es meiner Meinung nach nicht.
Die Muggel die uns nicht kennen, wissen nicht, wie sie reagieren sollen. Denn vieles fehlt ihnen. Das Wichtigste ist der Blickkontakt der ihnen fehlt. Sie können sogar Angst vor uns bekommen. Dies einfach, weil das was sie hören, nicht das ist was sie sehen.
Damit ich mein Leben so leben kann, wie ich es tue, brauche ich Verständnis. Dies zum einen von meiner über alles geliebten Frau. Sie ist geduldig und versteht mich. Bei ihr kann ich so sein, wie ich bin. Das ist für mich nicht selbstverständlich. Denn zu lange war ich nicht ich, sondern jemand, der ich nicht sein wollte. Jemand der von seinem Umfeld geprägt wurde. Ich wurde so, wie das Umfeld es wollte. Ob es das wirklich wollte, weiss ich nicht, aber ich dachte mir, das es so sein müsse.
Zum anderen sind es die Menschen auf der Arbeit. Da kann ich auch so sein, wie ich bin. Muss mich nicht verstellen. Muss nicht so sein, wie ich denke, das ich sein muss. Ich kann einfach mich sein. Das ist für mich einfach, so zu sein, wie ich bin. Aber ich denke, dass es für mein Umfeld das nicht ist. Sie müssen sich anstrengen um mich zu verstehen. Müssen aufpassen, was sie wie sagen. Ich kann leicht etwas falsch verstehen. Auch wenn es gut gemeint ist, so kann ich es doch als negativ verstehen. Das ist für beide Seiten nicht immer einfach.
Ich denke, das wir mehr Verständnis brauchen, als die Muggel. Denn wir können eines nicht so gut oder gar nicht. Das Kommunizieren. Darin liegt eine unserer Schwächen. Wobei, Schwäche, ich denke, es ist keine. Es ist nur so, das wir so nicht gut in der Welt der Muggel zurechtkommen. In der unsrigen Welt schon. Da klappt alles. Nur, das diese nur im Kopf stattfindet. Das sie nicht real ist.
Das Verständnis ist für mich etwas, das ich lernen musste. Lernen es anzunehmen, aber auch zu geben. Ich hatte früher überhaupt kein Verständnis. Wusste nicht einmal, was das ist. Wusste nicht, das ich das bekommen kann, aber auch geben kann. Das war für mich eine neue Erfahrung. Auch mal zu verstehen, wie andere sind. Verständnis für ihr Leben und ihre Situation zu haben.
Das habe ich aber nicht einfach so gelernt. Sondern in der Klinik. Da habe ich erkannt, das auch normal Menschen Probleme haben. Das sie verstanden werden wollen. Das sie Verständnis brauchen. Das da ihnen hilft aus dem Tief zu kommen. Das war neu für mich.
Es anzunehmen. Hilfe zu fordern. Das war auch neu. Ich kann es auch heute noch nicht gut. Kann mich nicht gut ausdrücken, was ich will. Meistens reagiere ich gereizt. Reagier extrem. Dabei ist das nur ein Ausdruck für, ich habe keine Ahnung was ich will. Dieses Verhalten erfordert sehr sehr viel Verständnis vom Umfeld. Das sie solch eine Reaktion nicht persönlich nehmen, sondern einfach nochmals anders fragen, oder mir bei der Antwort helfen. Dies indem sie Vorschläge machen. Auch das ist in so einer Situation nicht immer einfach. Denn dann spielen die Emotionen mit. Besonders bei den Muggel. Ich selbst habe auch, nur merke ich sie nicht. Kann sie nicht verstehen.
Gut ist dann, wenn mir jemand sagt, was mein Verhalten für eine Emotion ist oder sein könnte. So lerne ich. Das ist ein mühsamer Weg. Einer der viel Kraft braucht. Aber nur wenn ich es selbst erfahre, kann ich lernen. Das wiederum setzt ein riesen Verständnis vom Umfeld voraus. Setzt voraus, das das was ich sage und tue auch richtig interpretiert wird.
Dafür möchte ich auch mal all den Menschen danken, die an meiner Seite sind. Meine Frau, Familie und auch die Menschen mit denen ich zusammenarbeite. Dank ihnen allen, kann ich leben und bin nicht von irgendwelchen Ämtern abhängig. Danke für euer Verständnis.