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Mittwoch, 27. August 2014

Asperger und das sich zurecht finden

Am besten ist es es für mich, wenn die Wochen immer gleich sind. Jeder Tag hat sein Struktur. Seinen Ablauf. Doch leider ist dem nie so. Jede Woche ist anders. Jeder Tag ist anders. Das scheint logisch zu sein. Aber es bringt eine Sache mit sich. Stress. Nicht extrem aber dennoch. Denn wie kann ich mich zurecht finden, wenn immer alles anders ist? Wenn ich mich nicht auf Strukturen verlassen kann. Wenn ich mich immer auf neue Situationen einstellen muss?
Das ist etwas was mich lange beschäftigt hat. Will ich ein eigenes Leben führen, so muss ich das können. Auch alleine. Nicht immer mit jemandem der mir sagt, was ich tun soll. Das habe ich geschafft, wenn auch mit Mühe. Und es ist nicht so, dass es mir heute leicht fällt. Ich muss mir am Morgen immer vorstellen können, was ich am jeweiligen Tag so grob tue. Genau weiss ich es ja leider nicht. Sonst wüsste ich ja die Zukunft. Das geht nicht.
Damit ich mich aber zurecht finden kann, habe ich verschiedene Tricks. Jeder Morgen beginnt gleich. Egal ob ich arbeiten gehe oder ob Wochenende ist. Es ist nicht in Ritual, sondern Teil einer Struktur, welche ich brauche, damit ich überhaut etwas tun kann. Dann sind alle Gegenstände immer an ihrem Ort. Immer am Selben. Immer gleich ausgerichtet. Das brauche ich ebenfalls damit ich mich zurecht finde. Denn würde ich das nicht tun, wüsste ich nicht, wo was ist. Stress. Das muss nicht sein. Die Ordnung hilft mir, das ich mich zurecht finde.
Aber in der Welt ändert sich immer wieder etwas. Neue Technologien. Neue Medien. Damit muss ich leben. Umstellungen sind nicht einfach. Aber sie müssen sein, wenn ich mich in der Welt zurecht finden will. Wenn ich ein eigenes Leben leben will. Nur, ich kann mich nicht von heute auf morgen an Neues anpassen. Muss es zuerst in meinem Kopf in meine eigene Welt einbauen. Das dauert.
Damit komme ich aber heute zurecht. Denn ich weiss um all diese Dinge. Weiss, dass ich mich ständig an Neues gewöhnen muss. Auf der anderen Seite versuche ich, das ich so viele gleiche Abläufe wie möglich habe. Sie geben mir Halt und Ruhe. So muss ich nicht ständig nachdenken, wann ich was mache. Deshalb sollte jeder Tag gleich sein. Das wäre am wenigsten Stress, ja keine. Aber das ist etwas, das es nicht geben kann. Nicht in meinem Leben. Auf der anderen Seite, ist es auch gut so. So lerne ich immer wieder etwas Neues. Das ist etwas, was ich auch brauche. Immer etwas lernen. So kann ich mich immer besser in einer Welt zurecht finden, die nicht die meine ist. Die ich nicht verstehe, aber in der ich leben kann. In der ich leben muss. Also versuche ich das Beste daraus zu machen. Versuche mein Leben so gut ich kann zu leben.
Meine Frau hilft mir auch, dass ich mich zurecht finde. Ganz ohne Hilfe geht es dann doch nicht. Aber es ist eine Hilfe, die ich gerne annehme. Es ist ja auch schön, Dinge gemeinsam zu erleben. Zusammen das Leben zu teilen. Somit ist die Hilfe meiner Frau für mich keine Hilfe, sondern eher das was ich unter gemeinsam vorstelle.
Sich in einer Welt zurecht zu finden, die nicht die meine ist, ist nicht immer einfach, aber ich liebe etwas, das sind Herausforderungen. So schaue ich die Tage und Wochen an. Als Herausforderung. Wie ein Spiel, nur mit dem Unterschied, das das Leben echt ist und nicht virtuell. Irgendwie musste ich einen Weg finden, damit ich mich zurecht finde. Das ich das Leben meistern kann. Mit dem Gedanken der Herausforderung klappt es am besten.