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Mittwoch, 20. August 2014

Asperger und die eigene Vorstellung

Ich lebe in meiner eigenen Vorstellung, wie die Welt ist. Wie sie funktioniert. Werde ich gefragt, so sage ich nicht, wie es ist, sondern so wie es für mich ist. Ich sehe die Welt mit meinen Augen. Diese sehen vieles nicht. Sie sehen die Welt so, wie ich sie sehen will. Nach meiner Vorstellung.
Solange ich in meiner Vorstellung der Welt leben kann, ist alles in Ordnung. Doch wenn von Aussen etwas kommt, das nicht hinein passt, dann bin ich aus den Konzept. Ich weiss nicht mehr was tun. Kann sogar sehr heftig reagieren. Dies, weil ich nicht sagen kann, was mich stört. Ich weiss es meistens selbst nicht.
Diejenigen die mich kennen, wissen darum. Sie können mir dann eine Erklärung geben. Ob sie stimmt, ist egal. Hauptsache ist, das ich eine Erklärung habe, die logisch ist. Mehr brauche ich nicht.
Die eigenen Vorstellungen können auch hinderlich sein. Dies indem sie ein Bild der Welt darstellen, wie sie nicht ist. Wie sie nie war. Doch für mich ist das das Reale. Das Echte. Die Muggel verstehen das meistens nicht. Sie denken, dass alles die Welt so sehen wie sie. Das alle so denken wie sie. Aber eben, nicht alle. Das lernen viele der Muggel gerade, indem sie mit uns in Kontakt kommen. Sie lernen das die Welt nicht absolut sein muss. Das das was man mit den eignen Augen sieht, nicht das ist, was andere sehen oder eben nicht.
Sie können sich nicht vorstellen, das es Menschen gibt, die keine Gesichter sehen können. Auf Bilder nur mit Mühe. Sie können sich nicht vorstellen, das es Menschen gibt, die nur etwas mit Listen anfangen können. Denen die Verpackung egal ist. Muggel legen viel Wert auf Verpackung. Alles muss hübsch sein. Mit ist das egal. Es geht im die Funktion. Nicht um das Äussere.
Meine Vorstellung der Welt ist für Muggel komisch. Sie verstehen meine Sprache nicht. Auch wenn sie so tun als ob, so verstehen sie nicht. Sie geben auf meine Fragen Antworten, die keinen Sinn für mich ergeben. Sie ergeben in meiner Welt keinen Sinn. In der Welt der Muggel aber schon, sonst würden sie ja diese Antwort nicht geben. Auch sehen die Muggel Dinge, die ich nicht sehe. Sie sehen Dinge die für sie wichtig sind, ich nicht einmal beachte. Sie verstehen dann nicht. Sie denken dann, dass ich mich nicht interessiere. Aber nein, so ist es nicht. Ich sehe es nur nicht.
Auch sind ihre Gedanken für mich verwirrenden. Sie denken nicht logisch und linear. Sie denken chaotisch. So kommt es mir jedenfalls vor. Was für mich logisch ist, verstehen die Muggel nicht. Sie hinterfragen auch vieles nicht. Nehmen alles so hin, wie es ist. Ich nicht. Ich will zu allem den Grund wissen. Wenn ich ihn nicht erfahre, dann denke ich mir halt einen Grund aus. So baue ich mir meine eigene Realität. Meine eigene Vorstellung von etwas.
Ich habe eine eigene Vorstellung wie die Welt funktioniert. Das habe ich Oben geschrieben. Für mich ist das normal, das ich in meiner Welt lebe, mich aber durch eine ganz andere bewegen muss. Die Verbindung der eigenen mit der realen Welt ist nicht immer einfach herzustellen. Manchmal gelingt es mir gar nicht. Ich kann dann nichts tun. Nicht sprechen. Nichts. Das ist ein Zustand der für mich sehr mühsam ist. Ich weiss, das ich was tun müsste. Was sagen müsste, aber ich kann nicht. Ich kann meine eigene Welt nicht verlassen und in die Realität treten.
Für mein Umfeld ist das immer schwierig. Sie wissen nicht was tun. Meinen, sie haben was falsch gemacht. Doch dem ist nicht so. In so einer Situation kann von Aussen nichts getan werden. Ich selbst kann ja auch nichts tun. Ausser eines. Warten. Warten bis ich den Zugang zur Welt wieder gefunden habe und nicht mehr in meinen eigenen Vorstellungen gefangen bin.