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Dienstag, 4. August 2015

Asperger und der endlose Gedanke

Wer kennt das nicht? Endlos über etwas nachdenke. Immer wieder. Der Gedanke lässt einem nicht los. Dabei muss er nicht einmal etwas Schlimmes sein. Es kann etwas einfaches sein. Wie, was esse ich heute? Was ziehe ich an? Wie erledige ich etwas? Banale Dinge eben. Aber der Gedanke ist so stark, das man nichts anderes denken kann. Das man wie darin gefangen ist. Nicht mehr los kommt. Das kann mühsam sein.
Nun, ich kenne das auch. Denken denken. Immer das Selbe. Der Gedanke lässt mich erst los, wenn ich an alles gedacht habe. Wirklich an alles. Das kann Wochen dauern. Daneben aber, habe ich noch mein Leben zu leben. Doch wie leben?, wenn ich nur einen Gedanken habe? Nun, das geht schon. Denn ich lebe ja so schon seit jeher. Also ist das für mich nichts besonders. Nur, es ist eben lästig. Denn ich habe das ja nicht ständig. Ich weiss wie es ist, wenn ich nicht immer an etwas denken muss. Wenn ich einfach lebe. Einfach arbeite. Einfach das tue was ich tun muss. Das kenne ich auch.
Daher weiss ich um den Unterschied.
Nur, der endlose Gedanke hat auch sein Gutes. Denn so denke ich in einer Tiefe über etwas nach, über das kaum jemand nachdenkt. Ich komme zu Erkenntnisse die kaum einer hat. Was mir das bringt? Nichts. Es ist nur für mich. Niemand hat einen Nutzen davon. Für mich aber ist es ein Teil meiner inneren Welt. Das endlose Denken ist ein Teil meiner Selbst. Wieso auch nicht? Ich denke, dass jeder so seine Eigenarten hat. Das jeder irgend etwas hat, worüber er ständig nachdenkt. Dabei geht es nicht um Sogen oder Probleme. Wie Oben beschrieben, sondern um einfach Dinge worüber sich ein NT kaum Gedanken macht. Die handeln einfach. Die denken nicht so genau nach.
Ich aber muss alles genau bedenken. Das ist auch der Grund, weshalb ich zu hause alles genau geregelt habe. Es gibt mir einerseits Sicherheit. Aber es nimmt mir den Gedanken wie ich was wann machen muss soll.
Das erleichtert mir das Leben sehr. Wenn ich aber was machen muss, das ich noch nie gemacht habe, dann wird es schwierig. Denn ich beginne sofort mit dem Denken. Dem Nachforschen, wie ich was wie machen muss. Was es alles dazu gibt. Ich kann stundenlang im Internet lesen und suchen. Muss so viel wissen wie ich kann. Das kann mich auch schon mal fast wahnsinnig machen. Das schottet mich von der Welt manchmal sehr ab. Zu sehr für einige. Zu sehr auch für mich. Denn ich weiss ja, dass das nicht gut ist. Aber ich kann nichts dagegen unternehmen. Das gehört zu mir.
Ich denke, es ist wichtig, dass man sich auch so akzeptiert wie man ist. Das man lernt mit den eigenen Stärken und Schwächen umzugehen. Das ist nicht einfach. Aber es lohnt sich dennoch sich dieser Herausforderung zu stellen. Denn, wer kennt sich besser als man sich selber? Ich jedenfalls weiss was ich kann und was nicht. Was meine Schwächen und Stärken sind. Sicher, kenne ich noch nicht alles. Denn das Leben zeigt mir immer wieder dass ich Dinge kann, von denen ich dachte ich könne sie nicht. Aber auch von Dingen von denen ich dachte ich kann sie, und ich kann sie eben nicht.
Dies kann eben auch zu einem endlosen Gedanken führen. Denn wen ich feststelle, dass ich was nicht kann, will ich wissen wieso. Es beschäftigt mich. Ich suche dann bei den NT, ob sie das alle können. Oft aber stelle ich feste, das sie es eben können. Das ist nicht immer angenehm. Denn ich komme mir so komisch vor. Aber auf der anderen Seite sage ich mir, das ich Dinge kann, die sie nicht können. Es gleicht sich wieder aus. Das ist mein Gedanke dazu. Denn sonst würde ich in Selbstmitleid versinken. Das will ich auch nicht. Denn, es bringt einfach nichts. Das Leben nehme ich so, wie es ist. Versuche nicht immer endlos an etwas zu denken. Das ist nicht einfach, einen Gedanken loslassen und einen Neuen zu beginnen. Wenn ich arbeite, dann ist es einfach. Wieso? Weil ich da vieles andere denken muss. Weil ich viele Gespräche habe. Viel zu tun. Das lenkt nicht nur ab, sondern es erleichter mir das Leben. Denn einfacht nur zu hause sitzen, das hingegen bringt die endlosen Gedanken. Für mich ist es auch deshalb wichtig das ich arbeiten darf und nicht muss. Denn dürfen bedeutet für mich auch, dass ich nicht darüber nachdenke. Müssen, würde bedeuten ich denke darüber nach. Wann kann ich nach hause? Wann muss ich da nicht mehr hin? Solche Gedanken. Aber mit dem Dürfen, denke ich das nicht. Somit macht mir das das Leben viel angenehmer.