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Montag, 17. August 2015

Asperger und die Informatik

Ich lese und höre immer mal wieder, das die Informatik für Autisten gut geeignet sei. Das sie keine Teamarbeit benötigt. Das alles logisch ist. Man einfach still für sich arbeiten kann. Nun, woher dieser Mythos kommt, weiss ich auch nicht. Ich bin selber Informatiker und genau das Gegenteil ist der Fall. Informatik setzt sehr viel Teamarbeit voraus. Man kann nicht einfach mal was programmieren. Einen PC zusammenbauen. Das geht leider so nicht.
Heute ist die Informatik eine Disziplin wie jeder andere auch. Alles muss besprochen und geplant sein. Man hat Vorgaben, was Funktion und Zeitaufwand betreffen. Das ist nicht einfach im Stillen was tun.
Der Leistungsdruck ist enorm. Denn, es geht wie überall, um das Geld. Und Zeit ist ja bekanntlich Geld. In der Wirtschaft zumindest. Aber dennoch finde ich es immer noch die schönste Arbeit. Denn die Informatik bietet mir vieles, was ich sonst nicht hätte. Ich kann, wenn ich Zeit habe, Programme schreiben. Immer ist es wieder schön wenn sie auch funktionieren. Was nicht immer der Fall ist. Zumindest nicht auf Anhieb. Aber auch anderen zu helfen. Ihnen die Rechner so einzurichten das sie arbeiten können. Ja, die Informatik ist eine Dienstleistung. Mehr nicht. Ich mache das gerne, auch wenn mich die Mitarbeiter manchmal nerven mit ihren Kleinigkeiten. So habe ich dennoch gelernt, das sie für mich Kleinigkeiten sind, aber für sie ein grosses Problem. So lerne ich durch die Informatik mit anderen Menschen umzugehen. Mal bin ich dabei ruhig und mal eben nicht. Aber ich denke, das geht nicht nur mir so. Jeder hat mal schlechte Laune.
Für junge Menschen welche eine Lehre als Informatiker in Betracht ziehen sie geschrieben, das sie in der Schule vieles lernen müssen, das sie nicht interessiert. Aber das gehört dazu. Vielleicht brauchen sie ja genau das dann irgendwann. Wer weiss. Ich jedenfalls hätte auch manchmal im Studium besser aufgepasst wenn ich gewusst hätte was ich heute weiss. Doch viele ist auch einfach lernen aus Interesse. Zuhause. Für sich. Da gibt es keinen Stress. Man darf Fehler machen. In der Industrie kann ein Fehler teuer werden. Nun, ich denke aber trotzdem, das die die sich interessieren, sich bei uns melden sollen. specialisterne.ch
Das Entscheidende bei uns ist, das wir nicht so funktionieren wie eine normale Firma. Wir sind für Autisten da. Versuchen so gut wir können, ihnen eine gute Umgebung und Ausbildung zu geben. Nur, wir geben gerne, aber wir erwarten auch Einsatz und Leistung. Aber immer mit dem Fokus auf den Autismus. So haben auch die eine Chance die keine Chance mehr haben.
Ich selber bin Leiter des IT-Supportes und Projektleiter bei Specialisterne. Daher weiss ich wie wir funktionieren. Auch freue ich mich über jeden der sich für die IT interessiert. Denn, es ist ja das Gebiet das mich interessiert.
Für alle die uns besuchen wollen:
Am 28.08.2015 haben wir Tag der offenen Türe. Infos und Anmeldung findet ihr unter folgendem Link:
http://autismuslink.ch/
Es sind noch Plätze frei. Auch bietet sich so die Chance mit uns  Mitarbeiter zu sprechen und unsere neuen schönen und hellen Räumlichkeiten in Bern  zu besichtigen.